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EuroTier zeigt neueste Systeme für gutes Stallklima

Für Schweine-, Rinder- und Geflügelhalter zeigt die EuroTier dieses Jahr neueste Systeme für ein gutes Stallklima. Die Technik ist smarter geworden und hilft Strom zu sparen.

Das Tierwohl in der Landwirtschaft gewinnt stetig an Bedeutung. Das wird auch auf der kommenden EuroTier vom 15. bis 18. November in Hannover deutlich. Dann geht es um entsprechende Stalleinrichtungen, Klima- und Fütterungstechnik, Beleuchtungssysteme und vieles mehr.

Das Lösungsangebot der ausstellenden Unternehmen reicht von der Ausrüstung von Kleinbetrieben bis hin zu großen, vollintegrierten Stallanlagen. Eng verknüpft damit ist das Thema Energieversorgung. Landwirte finden auch dafür Lösungen in Hannover – auf der EnergyDecentral 2022, die zeitgleich auf dem Messegelände stattfindet.

Energieeinsparung bei Lüftung jetzt großes Thema

Damit sich Schweine, Rinder und Geflügel im Stall rundum wohlfühlen, braucht es ein perfektes Klima. Wichtig sind ausreichend Frischluft, eine geringe Schadgaskonzentration, die richtige Temperatur sowie eine optimale Luftfeuchtigkeit.

Jede Stallklimatisierung erfordert eine individuelle Planung und eine ausgeklügelte Technik. Dazu gehören energiesparende Lüftungen, effiziente Fütterungsanlagen und – für den Fall der Fälle – zuverlässige Alarmanlagen und Notstromaggregate.

Auf der EuroTier finden Landwirte unter den über 1.500 Ausstellern eine Vielzahl kompetenter Partner für die optimale Stallklimatisierung – egal, ob es um den Neubau von Außenklimaställen oder den Umbau von klassischen Warmställen geht.

Schweine

Schweinehalter können sich auf der EuroTier über die neueste Tierwohl-Stalltechnik informieren (Bildquelle: Schulte)

Mehr Tierwohl in die Ställe

Die Stallklimatisierung ist nicht zuletzt für die über 12.000 landwirtschaftlichen ITW-Betriebe hierzulande von zentraler Bedeutung, die sich an der Initiative Tierwohl (ITW) beteiligen. Mindestens einmal im Jahr lassen die Tierhalter der ITW ihr Stallklima und Tränkewasser überprüfen.

Eine bei der ITW registrierte, sachverständige Person führt die Prüfungen durch, untersucht die Lüftungssysteme und beurteilt die Luftqualität. Zu diesen speziell geschulten Experten gehört auch Kilian Knipping, der als Fütterungs- und Managementberater bei der AGRAVIS Mischfutter West GmbH, einer Konzerngesellschaft der AGRAVIS Raiffeisen AG, tätig ist.

Neben Lösungen rund um die Fütterung von Tieren, gehören Fortbildungsseminare wie die PigDays, anerkannte Raufutter-Pellets oder auch Stallklima- und Tränkewasserchecks zum Angebot von AGRAVIS, das auf der EuroTier vorgestellt wird.

Die Beratung rund um die Teilnahme an der Initiative Tierwohl ist eines der Arbeitsfelder von Knipping. „Im Vordergrund steht die sensorische Prüfung aller Stallbereiche, die eine Einschätzung der Stallluft und die Beobachtung des Tierverhaltens beinhaltet. Im Anschluss erfolgt stichprobenartig und risikobasiert eine Funktionsprüfung der Lüftungsanlage mit ihren Stellmotoren und Temperaturfühlern“, erklärt Knipping.

In der Sauenhaltung beispielsweise muss mindestens ein Check pro Funktionsbereich, das heißt im Abferkel-, Deck- und Wartebereich, durchgeführt werden. Außerdem wichtig: „Ein Nachweis, dass Soll- und Ist-Werte übereinstimmen, die Technik intakt ist und der Landwirt in der Lage ist, diese zu bedienen“, so Knipping.

Notstrom- und Alarmsysteme

Notstromaggregat

Wenn der Strom- oder Lüfter ausfällt, muss es schnell gehen (Bildquelle: Höner)

Einer der wichtigsten Punkte ist für ihn darüber hinaus die Kontrolle der Funktionsfähigkeit der Notfallgeräte, falls das elektrisch betriebene Lüftungssystem ausfällt. Jedes auf dem Betrieb vorhandene Alarmgerät wird von Knipping überprüft.

Um das Tierwohl im Falle eines Blackouts, dem Totalausfall der Stromversorgung, sicherzustellen, ist eine schnell einsatzbereite dreiphasige Notstromversorgung notwendig. Sie kann Ausfälle von bis zu 24 Stunden stressfrei für die Tiere überbrücken. Eine mobile Lösung sind kompakte Zapfwellengeneratoren. Sie werden an den Traktor gekoppelt und liefern verlässlich Strom zur Grundversorgung für das Betriebsgebäude und den Stall.

Ausgestattet mit modernster Messtechnik

Was am besten für die Tiere ist, hängt nicht zuletzt auch vom Alter ab. Ein Ferkel braucht höhere Umgebungstemperaturen zum Wohlfühlen als ein älteres Schwein. Deshalb müssen die verschiedenen Regler zur Klimaführung, wie Wärmelampen oder Ferkelnester, regelmäßig vom Nutztierhalter überprüft werden.

Wo früher viel Zeit nötig war, hilft heute die Digitalisierung: Dank modernster Messtechnik lassen sich sämtliche Lüftungs- und Klimasysteme sowie die Fütterungstechnik per Smartphone, Tablet oder Computer regulieren. Die smarten Steuerungen ermöglichen die volle Kontrolle über die Bedingungen im Stallgebäude.

Per App und PC haben Landwirte rund um die Uhr Zugriff auf die aktuellen Daten und können detaillierte Auswertungen sowie Alarmmeldungen zu den verschiedenen Belüftungs- und Fütterungssystemen einsehen – so lassen sich gezielt Maßnahmen ergreifen oder automatisiert ausführen, um das Wohl der Tiere zu steigern.

Auf der EuroTier wird eine Vielzahl an Sensoren präsentiert, die wichtige Werte wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Kohlendioxidgehalt in Echtzeit und mit hoher Präzision messen und an eine SmartApp senden. Befindet sich einer der Werte nicht im Normbereich, reguliert ein Klimacontroller automatisch die Systeme im Stall, um wieder die perfekte Balance aus Lüftung und Kühlung für die Tiere zu erreichen.

Huesker Lubratec SmartBox und Big Dutchmann AmmoniaDetect

Hof

Huesker Lubratec SmartBox (Bildquelle: Huesker)

Moderne enthalpiegesteuerte Lüftungsanlagen kompensieren automatisch die aktuellen Luftgeschwindigkeiten im Stall und sorgen für ein ausgewogenes Klima. Sie funktionieren über Sollwert-Eingaben von Ideal-Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Steigt im Stall die Luftfeuchtigkeit, fährt die Anlage gleichzeitig die Temperatur herunter. Sinkt dagegen die Luftfeuchtigkeit, kann die Temperatur hochgeregelt werden.

Überdies berechnen moderne Systeme wie die Lubratec SmartBox von Huesker den Temperatur-Humiditäts-Index auf Basis aktueller Daten für Temperatur und Luftfeuchtigkeit – so erfahren Landwirte sofort, wenn in den Ställen der Hitzestress droht.

Zu den jüngsten Innovationen zählen elektrochemische Sensoren zur kontinuierlichen Messung der Ammoniakgehalte in der Stallluft, wie der DOL 53 beziehungsweise der AmmoniaDetect. Angeboten werden sie von Stallausrüstern wie der Big Dutchman-Gruppe und Holm&Laue. Mit ihnen ist eine kontinuierliche Überwachung von NH3-Konzentrationen möglich.

Stall

Big Dutchman AmmoniaDetect (Bildquelle: Pressebild)

Per Computer lassen sich die von dem Sensor gelieferten Daten verarbeiten und das Klima im Hähnchenstall entsprechend steuern, um so den negativen Auswirkungen hoher Ammoniakgehalte auf die Tiergesundheit vorzubeugen. Durch ein Rohr geschützt, lässt sich der Sensor auch direkt im Liegebereich von Kälbern anbringen, um die Lüftung des Kälberstalls zu optimieren und den optimalen Zeitpunkt zum Ausmisten festzustellen.


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