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Größter Sauenhalter Deutschlands fordert generelles Kastrationsverbot ab 2021!

Diese Forderung hat durchaus Sprengkraft: Jörn F. Göbert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Landwirtschaftlichen Ferkelzucht Deutschland (LFD), fordert ein generelles Kastrationsverbot ab dem Jahr 2021.

Lesezeit: 3 Minuten

Diese Forderung hat durchaus Sprengkraft: Jörn F. Göbert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Landwirtschaftlichen Ferkelzucht Deutschland (LFD), fordert ein generelles Kastrationsverbot ab dem Jahr 2021. „Wir, die LFD-Holding, fordern die Politik, die Tierschutz-Organisationen, die Schlacht- und Verarbeitungsindustrie sowie den Handel auf, diesen Weg zu beschreiten, und die Kastration männlicher Ferkel in Deutschland generell zu beenden. Ein komplettes Verbot der Schlachtung von kastrierten Tieren in Deutschland ist der beste Weg, denn dann herrschen klare Vorgaben für alle Marktteilnehmer und es ist für die Tiere wirklich was erreicht“, betont Göbert gegenüber top agrar.


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Laut Göbert kastriert kein Tierhalter aus purer Freude oder weil er damit deutlich mehr verdient. Der Eingriff wird vorgenommen, weil die Abnehmer in Deutschland auf der Kastration bestehen. "Es ist eine Forderung der Schlacht- und Verarbeitungsindustrie sowie letztlich des Handels. Und es ist eine seit Jahrzehnten gängige Praxis, aus der der einzelne Landwirt kaum aussteigen kann. Denn es gibt in Deutschland 8.000 Ferkelerzeuger (hauptsächlich Familienbetriebe), dem gegenüber stehen zehn marktdominante industrielle Schlachtunternehmen und fünf große Lebensmitteleinzelhändler. Es ist klar, wer da sagt wo es langgeht und was in deutschen Ställen passiert“, stellt Göbert klar.


Von den von Politikern immer wieder betonten vorhandenen vier Optionen für die Ferkelkastration sind aus Sicht des Unternehmers drei definitiv keine Lösung: Isofluran ist für die Mitarbeiter gefährlich, die Vollnarkose ist für die Ferkel schädlich und Improvac ist dem männlichen Konsumenten schwer zu vermitteln. Der Geschäftsführer bezweifelt außerdem, dass eine Vollnarkose bzw. die Inhalationsanästhesie für die Ferkel wirklich eine gute Lösung darstellen. „Die Ferkel werden von der Mutter weggenommen, sie trinken weniger Milch, sie laufen Gefahr zu unterkühlen und bekommen im Zweifel zwei Spritzen. Und mal ehrlich: wer bekommt keine Angstzustände, wenn einem der Kopf in einen schwarzen Trichter gesteckt wird?“, hinterfragt Göbert den Sinn einiger Alternativen.


Damit bleibt aus Sicht der LFD lediglich eine  Methode übrig: Und das ist die Mast von Jungebern. Für Deutschlands größten Ferkelerzeuger steht fest: „Jetzt müssen sich die Schlacht- und die Verarbeitungsindustrie bewegen. Entweder müssen sie noch mehr in Technik am Schlachtband zur Identifikation der Stinker investieren, oder die Tiere früher mit rund 100 kg Lebendgewicht schlachten. Beides sind in anderen EU-Ländern wie Holland, Spanien und Großbritannien bereits weit verbreitete Verfahren und sie haben ihre Praxistauglichkeit bewiesen.


Zur Info: Die LFD ist die Nachfolgeorganisation des Straathof-Konzerns. Der Betrieb hält 55.000 Sauen an elf Standorten in sechs Bundesländern. Rund 400 Mitarbeiter kümmern sich um die Tiere. Der Marktanteil bei Ferkeln liegt bei 2 % in Deutschland. Derzeit wird der Betrieb treuhänderisch verwaltet, ein Verkauf der Anlagen ist in Planung.

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