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Hohe Indexpunkte bei Improvac-Kastraten

Der Ausstieg aus der betäubungslosen Kastration steht bevor. Die ersten Schlachtergebnisse der Initiative „100000 Improvac-Kastraten“ stellt Christa Niemann vom Deutschen Bauernverband vor.

Lesezeit: 13 Minuten

Die Ankündigung von Edeka Nord, für das hauseigene Gutfleisch-Programm ab dem 1. Januar 2021 keine unkastrierten oder mit Improvac geimpften Eber (I-Kastraten) mehr zu akzeptieren, ist für viele Ferkelerzeuger und Mäster ein Schlag ins Gesicht.

Die Regionalgruppe von Deutschlands größter Lebensmittelkette begründet diese Entscheidung mit Nachteilen bei der Fleisch- bzw. Fettqualität und schert damit Jungeber und Improvac-Kastraten über einen Kamm.

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Dabei belegen wissenschaftliche Untersuchungen und Erfahrungen aus der Praxis ganz klar, dass sich das Fleisch von männlichen Schweinen, die mit Improvac geimpft wurden, ohne Einschränkung zu Brüh- oder Rohwurst sowie Koch- bzw. Rohschinken verarbeiten lässt. Auch rein optisch bestehen keine Unterschiede zu Kastratenfleisch.

100.000 Improvac-Kastraten

Um bestehende Vorbehalte auszuräumen und die Wirtschaftlichkeit, Praktikabilität sowie die Sicherheit der Immunokastration innerhalb der Fleisch erzeugenden Kette unter Beweis zu stellen, hat der „Arbeitskreis Sauenhalter Nordwestdeutschlands“ im Jahr 2019 das Projekt „100.000 Improvac-Kastraten“ ins Leben gerufen.

Der Arbeitskreis besteht aus Vertretern der Landesbauernverbände Niedersachsen (Landvolk), Nordrhein-Westfalen (WLV), Rheinland (RLV), Mecklenburg-Vorpommern sowie des Netzwerks Sauenhalter Schleswig-Holstein.

Ziel war es, Schlachtschweine zu erzeugen, die vom Markt akzeptiert und entsprechend ihrer Qualität nach Standardmaske bezahlt werden. Die männlichen Schweine sollten in den teilnehmenden Betrieben geimpft und wie chirurgisch kastrierte Tiere oder weibliche Mastschweine vermarktet werden. Impfstoffhersteller Zoetis hat das Projekt sowohl personell als auch finanziell unterstützt. Dort, wo es gewünscht war, führte das Impfteam von Zoetis die zweimalige Impfung durch, übernahm die Erfolgskontrolle beim Mäster und begleitete die Partien bis zum Schlachthof.

Zusätzlich zahlte das Unternehmen den Landwirten für jedes mit Improvac geimpfte und bis zum 31. August geschlachtete Tier 1 €. Im Gegenzug erhielt Zoetis die Schlachtdaten. Das verschreibungspflichtige Impfpräparat und die Sicherheitsinjektoren inklusive Kanülen bezogen die Schweinehalter von ihren Hoftierärzten.

120 Betriebe mit im Boot

Mitte 2019 startete die Initiative mit etwa 40 Betrieben. Am Ende waren es 146 Betriebsstätten bzw. Standorte. Die geimpften Tiere wurden in mehr als zehn Schlachthöfen im Norden, Westen und Osten Deutschlands geschlachtet. Die Klassifizierung erfolgte überall per AutoFOM, abgerechnet wurde nach Indexpunkten. Das ermöglichte den direkten Vergleich mit chirurgisch kastrierten Tieren, die entweder parallel oder zuvor im jeweiligen Betrieb gemästet wurden, und mit den weiblichen Mastschweinen.

Fast alle Schlachtungen erfolgten im Jahr 2020. Nur wenige herkömmliche Kastraten gingen bereits 2019 an den Haken. Die Schlachtdaten waren jedoch unverzichtbar, da in den betreffenden Betrieben im aktuellen Kalenderjahr keine Kastraten geschlachtet wurden.

Fleischmaß vergleichbar

Alle Schlachtdaten wurden in das Portal von IQ-Agrar eingepflegt und konnten dadurch einheitlich ausgewertet werden. Als erstes wurden die Fleisch- und Speckmaße der Tiere verglichen. Beide Werte sind vollkommen unabhängig von der Abrechungsmaske und eignen sich daher bestens als Vergleichsgrundlage. Sie sind zwar nicht direkt bezahlungsrelevant, aber ihr Einfluss auf die Teilstückgewichte und damit die Indexpunkte je Kilogramm Schlachtgewicht (IP/kg SG) ist groß.

Da die Projektphase in die Coronazeit fiel, mussten einige Partien geschoben und die Schweine schwerer verkauft werden. Für die vorliegende Auswertung wurden daher nur die Indexpunkte von Schweinen berücksichtigt, die im optimalen Gewichtsbereich verkauft werden konnten.

Die Ergebnisse wurden auch nicht um den Einfluss der Abrechnungsmasken bereinigt. Denn der betriebsindividuelle Einfluss des Futtermanagements, der Herkunft der Tiere und der Sortierung zur Schlachtung ist deutlich größer als der Maskeneinfluss.

Übersicht 1 zeigt die Fleisch- und Speckmaße von rund 15.000 ausgewerteten Tieren. Um das Leistungsniveau zu verdeutlichen, wurden auch die Werte der weiblichen Mastschweine mit in die Tabelle aufgenommen. Die Spannbreite der Werte ist sowohl bei den Improvac-Tieren als auch bei den Kastraten und den weiblichen Mastschweinen groß. Wie erwartet wiesen die mit Improvac geimpften Schweine etwa gleich hohe Fleisch- und sogar etwas bessere Speckmaße auf als die chirurgisch kastrierten Tiere.

Hohe Indexpunkte

In Übersicht 2 sind die Spanne der beim Optimalgewicht erreichten Indexpunkte (IP/kg SG) und die sich daraus ergebenden Erlösunterschiede dargestellt. Die Improvac-Kastraten erreichen im optimalen Gewichtsbereich 0,979 bis 1,022 IP/kg SG. Daraus errechnet sich bei einem Basispreis von 1,60 € und einem angenommenen Schlachtgewicht von 97 kg ein Erlösunterschied von 6,67 €/Tier zwischen den Betrieben mit den höchsten und den niedrigsten Indexpunkten.

Wie gut die mit Improvac geimpften Schweine in den ausgewerteten Betrieben abgeschnitten haben, zeigt der Vergleich mit den weiblichen Mastschweinen und den chirurgisch kastrierten Tieren.

Bei den Improvac-Kastraten fallen die Erlösunterschiede je Mastschwein mit 6,67 €/Tier deutlich geringer aus als bei den chirurgisch kastrierten Tieren (9,31 €/Tier). Bei den weiblichen Mastschweinen ist der Erlösunterschied zwar am geringsten, aber mit 5,90 €/Tier immer noch reichlich hoch. Die Sortierung der schlachtreifen Schweine hatte auf diese Auswertung keinen Einfluss, weil ja nur Tiere im optimalen Gewichtsbereich ausgewertet wurden.

I-Kastraten gezielt füttern

Die deutlich geringere Spanne bei den Improvac-Kastraten (I-Kastrate) ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass Improvac-Tiere in der Regel abteilweise getrenntgeschlechtlich aufgestallt werden, was bei Kastraten häufig nicht der Fall ist. Dadurch können die I-Kastraten gezielter gefüttert werden.

Bis zur zweiten Impfung wachsen Improvac-Kastraten wie ganz normale Eber. Deshalb sollten sie im Idealfall eine hochwertige Ebermischung erhalten. Eine Futtermischung für Sauschweine sollte man nur dann einsetzen, wenn sie ausreichend essenzielle Aminosäuren enthält. Erst nach der zweiten Impfung verstärkt sich das Speckwachstum, sodass der Energiegehalt im Futter je nach Herkunft gesenkt wird, damit die Tiere nicht verfetten.

Für Mäster, die N-/P-reduziert füttern, ist zudem entscheidend, dass I-Kastraten nicht zu früh auf die letzte Futterphase umgestellt werden. Vorsicht ist bei Fütterungsanlagen geboten, bei denen die Rationen nach einer vorgegebenen Futterkurve oder einer bestimmten Mastdauer automatisch umgestellt werden. Schweine, die bis dahin nicht das vorgegebene Gewicht erreicht haben, brauchen die Aminosäuren dann für den Erhaltungsbedarf und können sie nicht für die Fleischbildung nutzen.

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Mastleistung: Zum Mastende weniger Energie füttern

Zu einer wirtschaftlichen Betrachtung der Mast von Improvac-Kastraten gehören neben den Schlachtergebnissen auch die täglichen Zunahmen und die Futterverwertung. In der Praxis ist es oft jedoch schwierig, belastbare Daten zur Futterverwertung zu bekommen. Deshalb wurde sie in dieser Auswertung nicht berücksichtigt.

Bis zur zweiten Impfung, die frühestens sechs Wochen vor der Schlachtung erfolgen sollte, verhalten sich die Improvac-Kastraten wie ganz normale Eber. Die gute Futterverwertung sowie die hohen Zunahmen von unkastrierten Jungebern wurden in zahlreichen Praxisversuchen sowie wissenschaftlichen Publikationen bereits hinreichend dokumentiert.

Entscheidend ist, dass die I-Kastraten bis zur 2. Impfung mit einem hochwertigen Eberfutter gefüttert werden. Das Futter muss ausreichend essenzielle Aminosäuren enthalten, damit das Fleischbildungsvermögen der Tiere optimal genutzt werden kann. Nach der zweiten Impfung müssen die Tiere dann jedoch eine energiereduzierte Mischung erhalten, damit sie bis zur Schlachtung nicht verfetten.

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Impfservice: Impfung und Erfolgskontrolle vom Experten

Zur Unterstützung der Landwirte bietet Impfstoffhersteller Zoetis einen Impfservice an. Es gibt zwei Varianten:

  • Kostenloser Anlernservice
  • Kostenpflichtiger Dauer-Impfservice

In der kostenlosen Anlernphase demonstrieren die Impftechniker/innen von Zoetis bei drei Betriebsbesuchen die korrekte Anwendung des Impfpräparates und zeigen dem Landwirt, wie er den Impferfolg im Stall kontrolliert.

Beim kostenpflichtigen Impfservice übernimmt ein Impfteam von Zoetis die Impfung und die Nachkontrolle. Das Unternehmen garantiert, dass die zweimal geimpften Schweine frei von Ebergeruch sind. Das verschreibungspflichtige Impfpräparat bezieht der Landwirt dabei vom Hoftierarzt. Für den Bezug der Injektionslösung muss der Landwirt ein Anwenderzertifikat vorweisen, dass er unter www.kastrationsausstieg.de schnell und kostenfrei erlangen kann.

Den impfenden Betrieben stehen darüber hinaus Experten zur Verfügung, die gemeinsam mit dem Hoftierarzt, Fütterungsberatern und Vermarktern die Fütterung der I-Kastraten, die Sortierung der Tiere und den Impfzeitpunkt optimieren.

Die Kosten für den Impf- und Beratungsservice, der bundesweit angeboten wird, setzen sich aus einer Betreuungsgebühr pro Betrieb von 200 €/Quartal, einer Impfgebühr von 0,40 € je Kastrat (2 Impfungen + Kontrolle) sowie einer Anfahrtspauschale von 60 € zusammen. Wird eine 24-stündige Schweinefreiheit gewünscht, beträgt die Pauschale 100 €, bei 48-stündiger Freiheit 140 €.

Unter dem Strich kostet der Impfservice für einen Mastbetrieb mit 3.000 Plätzen oder einen Kombibetrieb mit 300 Sauen unter 1 €/I-Kastrat.

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Einzelbetriebliches Feintuning

Mit Improvac-Kastraten lassen sich mindestens ebenso gut Erlöse erzielen wie mit herkömmlichen Kastraten. Wichtig ist, dass man die Tiere gezielt füttert und im optimalen Gewichtsbereich verkauft.

Die Spanne der Indexpunkte und der Schlachterlöse bei der Auswertung der Improvac-Kastraten zeigt, dass sich hier einzelbetrieblich noch einiges optimieren lässt. Das trifft sowohl auf die Fütterung als auch auf das Sortiermanagement zu. Wo man hier ansetzen kann, verdeutlichen die Auswertungen der Schlachtabrechnungen der folgenden drei Praxisbetriebe, die an der Initiative „100.000 Improvac-Kastraten“ teilgenommen haben. Nennen wir sie Schulte, Meyer und Hooge (Namen geändert):

  • Betrieb Schulte: Reiner Mastbetrieb, 2600 Mastplätze, Flüssigfütterung am Quertrog, Genetik: Dänische Sauen x 408er PIC-Eber;



  • Betrieb Meyer: Geschlossenes System mit 170 Sauen, Sensor-Flüssigfütterung, Genetik: db-Sau x 77er db-Eber;



  • Betrieb Hooge: Mastbetrieb, 2.550 Plätze, Sensor-Flüssigfütterung, Genetik: Dänische Sauen x 408er PIC-Eber.

In allen drei Betrieben wurden die Schlachtschweine nach unterschiedlichen Masken abgerechnet. Deshalb sollten die in den Übersichten 1 bis 3 dargestellten, maskenabhängigen Werte wie Indexpunkte (IP), Indexpunkte je Kilogramm Schlachtgewicht (IP/kg SG) und der Erlös (€/kg SG) auch nur innerhalb des jeweiligen Betriebes verglichen werden.

Um die Werte vergleichbar zu machen, wurde für alle ausgewerteten Schweine der gleiche Basispreis unterstellt. Und da die ausgewerteten Partien zumindest teilweise in die Coronazeit fielen, wurden in den Übersichten neben den durchschnittlichen IP/kg SG in der Gesamtpartie zusätzlich auch die IP/kg SG ausschließlich für die Tiere ausgewiesen, die sich im optimalen Gewichtsbereich der jeweiligen Abrechnungsmaske befanden (IP/kg SG opt.).

1. Schulte: Besser sortieren

Betrieb Schulte hat seine Mastschweine im Auswertungszeitraum mit einem durchschnittlichen Schlachtgewicht von 93,6 bis 95,1 kg vergleichsweise leicht verkauft. Die weiblichen Mastschweine verließen den Stall sogar noch etwas leichter als die chirurgisch kastrierten Schweine und die Improvac-Kastraten.

Bei den Indexpunkten/kg SG über alle Gewichtsklassen liegen die weiblichen Mastschweine mit 1,012 IP/kg SG vorn. Betrachtet man die Indexpunkte der optimalgewichtigen Schweine, dann schneiden die Sauschweine mit 1,025 IP/kg SG zwar immer noch am besten ab. Die herkömmlichen Kastraten und die I-Kastraten liegen dann jedoch gleichauf mit jeweils 1,008 IP/kg SG.

Das zeigt: Die Improvac-Kastraten müssen wegen der etwas niedrigeren Fleischmaße von 65,4mm etwas schwerer verkauft werden. Das hat Landwirt Schulte aber nicht gemacht. Im Schnitt hat er 11% der I-Kastraten zu leicht verkauft, wie man im unteren Teil der Übersicht 3 sieht. Bei den chirurgisch kastrierten Schweinen waren es hingegen nur 3%. Wenn Schulte die Sortierung der I-Kastraten weiter optimiert, kann er seinen Erlös also noch etwas steigern und dadurch den Abstand zu den Kastraten vergrößern.

Die bei Improvac-Mästern übliche getrennte Aufstallung erleichtert das Sortieren. Wichtig ist, dass die Tiere zum Zeitpunkt der zweiten Impfung geschätzt werden, damit genügend Zeit für die vierwöchige Wartezeit bleibt. Die Vorläufer sollten dann etwa 90 kg wiegen. Zu diesem Zeitpunkt sehen die I-Kastraten äußerlich aus wie Eber und weisen einen schlanken Bauch auf.

Auch bei der Fütterung gibt es noch Reserven. Die Improvac-Tiere und die Kastraten weisen gleiche Speckmaße auf (13,4 mm). Da die I-Kastraten aber etwas geringere Fleischmaße erreichten, fällt auch das Schinkengewicht mit 18,5 kg etwas niedriger aus.

Da sich die I-Tiere nach der zweiten Impfung wie normale Kastraten verhalten, müsste Schulte sie daher zum Schluss etwas energiereduzierter füttern, damit sie nicht verfetten.

Fazit für den Betrieb Schulte: Unter dem Strich haben I-Kastrate das Zeug dazu, mindestens ebenso gute Erlöse zu erzielen wie normale Kastraten. Beim Sortieren sollte man darauf achten, dass die Tiere nicht zu leicht und nicht zu schwer verkauft werden.

2. Meyer sollte besser ein Eberfutter einsetzen

Betrieb Meyer hält 170 Sauen im geschlossenen System. Die Ferkel mästet er selbst aus. Die Sauschweine erreichen mit 0,993 IP/kg SG die höchsten Indexpunkte gefolgt von den I-Kastraten mit 0,977 IP/kg SG und den herkömmlichen Kastraten mit 0,958 IP/kg SG. Die Rangierung bleibt gleich, wenn man nur die Tiere vergleicht, die mit optimalem Gewicht verkauft wurden.

Die mit Improvac behandelten Tiere wurden im Schnitt 1,2 kg schwerer verkauft als die Kastraten. Trotzdem sind sie nicht so stark verfettet. Hier zeigt sich erneut der Vorteil durch die geschlechtsgetrennte Aufstallung der Improvac-Kastraten. Sie können ihrem Energiebedarf entsprechend punktgenau versorgt werden.

Der Anteil der zu leicht oder zu schwer vermarkteten Tiere ist in diesem Betrieb generell niedrig. Es macht sich also bezahlt, dass Meyer die Tiere vor dem Verkauf regelmäßig wiegt.

Auffällig ist allerdings das niedrige Fleischmaß bei den Improvac-Kastraten von 63,4 mm. Im Vergleich zu den weiblichen Tieren fallen die Fleischmaße hier deutlich zu niedrig aus. Der Grund: Meyer füttert die I-Kastraten nicht mit einer Ebermischung. Dadurch erhalten sie nicht genügend essenzielle Aminosäuren.

Sobald es an einer der für die Muskelbildung wichtigen Aminosäuren mangelt, stellen die Tiere das Fleischwachstum ein. Das zeigt sich in dem recht niedrigen Fleischmaß der I-Kastraten von 63,4 mm. Die Sauschweine erreichen hier 66,7 mm. Fällt das Fleischmaß wie hier so niedrig aus, sind auch die Schinkengewichte niedrig. Die I-Kastraten erreichten erst ab 93 kg SG ein Schickengewicht von 18 kg. Bei den weiblichen Mastschweinen ist das schon ab 90 kg SG der Fall.

Deshalb der Tipp: Um optimale Ergebnisse zu erzielen, sollten Improvac-Kastraten mit einer Ebermischung gefüttert werden. Alternativ kann auch eine vorhanden Mischung für Sauschweine mit essenziellen Aminosäuren aufgewertet werden. Davon könnten dann auch die weiblichen Mastschweine profitieren.

3. Hooge: Früher verkaufen

Bernd Hooge ist Mäster mit 2550 Plätzen. Er verkauft fast jede Woche Schweine. Auch bei ihm haben die weiblichen Mastschweine mit 0,997 IP/kg SG die höchsten Indexpunkte erreicht. In der Rangierung folgen dann die I-Kastraten mit 0,990 IP/kg SG und die normalen Kastraten mit 0,986 Indexpunkten.

Die Fleischmaße der Sauschweine fallen mit 71,2 mm sehr hoch aus. Gleichzeitig ist das Speckmaß mit 11,8 mm sehr niedrig. Auch die Improvac-Kastraten erreichen mit 69,3 mm sehr gute Fleischmaße.

Das wahre Leistungsvermögen der Tiere zeigt sich jedoch erst bei den Auswertungsergebnissen der Schweine, die im optimalen Gewichtsbereich verkauft wurden. Die Sauschweine erreichen hier 1,018 IP/kg SG und die Improvac-Kastraten 1,014 IP/kg SG.

Die Erlöse für die optimalgewichtig verkauften Sauschweine liegen mehr als 3 Cent/kg SG über dem Durchschnitt der jeweiligen Gruppe! Im Gegenzug verschenkt Hooge jedoch rund 3 € pro Mastschwein, weil er zu viele Tiere zu schwer verkauft. Zusätzlich muss er für die Übergewichtskilos auch noch mehr Futter aufwenden, weil sich die Futterverwertung am Mastende verschlechtert. Bei den Improvac-Tieren fallen für die zusätzlichen Kilos Futterkosten in Höhe von rund 1,85 € je Tier an.

Fazit: Mäster Hooge sollte die Tiere unbedingt besser sortieren, denn durch die vielen zu schweren Tiere verliert er fast 5 € pro Schwein. Dafür könnte er schon eine Fremd-AK beschäftigen, die sich um nichts anderes als ums Sortieren kümmern muss!

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