Afrikanische Schweinepest

Italien: ASP-Ausbrüche mit unterschiedlichen Eintragsquellen

Genetische Untersuchen haben nun bestätigt, dass die beiden ASP-Ausbrüche in Nord- und Mittelitalien nicht miteinander verbunden sind, da die Virustypen unterschiedliche Mutationen aufweisen.

In Italien hat sich die ASP-Seuchenlage etwas beruhigt. In den Ausbruchsregionen Ligurien und Piemont sowie im Lazio kamen den zuletzt veröffentlichen Daten zufolge nur ganz vereinzelt neue ASP-Nachweise bei Wildschweinen hinzu.

Bei genetischen Untersuchungen des „Experimental Zooprophylactic Institute of Abruzzo and Molise (IZSAM) wurde indes festgestellt, dass die beiden ASP-Ausbrüche in Nord- und Mittelitalien „zweifellos nicht miteinander verbunden sind, da die Einschleppung des Virus auf unterschiedlichen Quellen zurückzuführen ist“. Der Cluster in Rom und Latium weise einen anderen viralen Genotyp auf als der Cluster, der für die Ausbreitung der Krankheit in Piemont und Ligurien verantwortlich sei, so die Wissenschaftler.

Genaue Eintragsursache weiter unbekannt

Der Unterschied zwischen beiden Virustypen sei auch auf biomolekularer Ebene erkannt worden. Obwohl sie zum selben Stamm gehörten, wiesen sie unterschiedliche Mutationen auf. Der für die ASP zuständige Staatssekretär im Gesundheitsministerium, Andrea Costa, wertete dieses Ergebnis positiv, da es zeige, dass die Wirksamkeit der in Piemont und Ligurien durchgeführten Eindämmungs- und Isolierungsmaßnahmen gegen die Weiterverbreitung des ASP-Virus funktioniere. Die eigentliche Eintragsursache für den Ausbruch in Nord- wie auch in Mittelitalien ist aber weiterhin unbekannt.

Neue ASP-Ausbrüche bei Haus- und Wildschweinen in Polen

Die polnischen Bauern haben derweil mit neuen ASP-Ausbrüchen zu kämpfen. Die oberste Veterinärbehörde des osteuropäischen Landes stellte am 30. Juli den Erreger bei Hausschweinen auf einem Betrieb mit 58 Schweinen in Chojna in der Wojewodschaft Westpommern fest. Laut Behörde wurde der gesamte Bestand an Schweinen gekeult. Der Ausbruch im Nordwesten Polens ist der 13. Ausbruch im laufenden Jahr.

Das oberste Veterinäramt Polens meldete außerdem 42 bestätigte ASP-Fälle bei Wildschweinen zwischen dem 11. Juli und dem 1. August, wobei ein Großteil der Fälle im Westen des Landes festgestellt worden ist. Laut dem Fachmagazin „farmer.pl“ sind von den bislang 13 bestätigten Fällen im Land sieben in der Wojewodschaft Großpolen aufgetreten.

Großpolen gilt mit einem Drittel des gesamten Hausschweinebestandes als polnische Schweinehochburg und ist durch die große Besatzdichte an Schweinen in besonderer Weise von der ASP bedroht. Laut dem europäischen Tierseuchenmeldesystem (ADIS) gab es zuletzt auch Ausbrüche dieser Tierseuche in Nutzschweinehaltungen in Litauen, Nordmazedonien und Rumänien.


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