ISN warnt

Sorge vor polnischem Mais aus ASP-Risikogebieten für deutsche Biogasanlagen

In Brandenburg wird in einer Biogasanlage immer noch Mais aus dem stark von der ASP betroffenen Polen verwertet. Die ISN warnt vor dem Einsatz organischer Materialien aus Risikogebieten in Schweineställen.

In einer Biogasanlage in Ostbrandenburg wird trotz des Infektionsdrucks durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) immer noch Mais aus Polen verwertet. Das berichtet die Märkische Oderzeitung (MOZ). In dem brandenburgischen Dorf, in dem die Biogasanlage steht, wurde im Oktober vergangenen Jahres das erste an der ASP verendete Wildschwein in Deutschland gefunden.

Ein Sprecher der Betreiberfirma Unternehmen E.ON edis Contracting (Edic), bestätigte gegenüber der MOZ, dass die Biogasanlage langfristige Lieferverträge mit einem Unternehmen habe, welches Silos in Polen betreibt. Grund dafür sei mangelnde Verfügbarkeit der Substrate in Deutschland. Die Silage aus Polen werde in der Biogasanlage jedoch sofort in geschlossene Fermenter gebracht, so der Sprecher der Biogasanlage weiter. Durch die hohe Temperatur und das Säureniveau darin würden jegliche Keime unschädlich gemacht. Daher seien keinerlei Zusammenhänge zwischen der Verwendung des Substrats und der Verbreitung der ASP herzustellen, erklärte der Sprecher der Biogasanlage.

Brandenburger Landesbauernpräsident besorgt

Hendrik Wendorff, Präsident des Brandenburger Landesbauernverbandes äußerte sich gegenüber der MOZ jedoch besorgt: „Natürlich sollte sich das Virus eigentlich nicht in landwirtschaftliche Anlagen verbreiten, wenn sich alle Beteiligten an die Biosicherheitsmaßnahmen halten“, sagt er. Allerdings wisse man nicht, aus welcher Region in Polen der Mais stamme. Landwirte aus den betroffenen Gebieten in Deutschland dürften dahingegen keinen Mais mehr exportieren. „Wir sitzen hier auf einem Pulverfass und der Markt reagiert zunehmend nervöser auf die Folgen der Schweinepest“, sagte Wendorff in der MOZ. Der aus Polen angelieferte Mais sei nur ein Fragezeichen von vielen.

ISN: Finger weg von organischen Materialien aus ASP- Risikogebieten!

Die Interessensgemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) mahnt vor diesem Hintergrund auf ihrer Internetseite zur Vorsicht und Achtsamkeit bei der Herkunft von organischen Materialien, die im Schweinestall eingesetzt werden. „Egal ob organisches Beschäftigungsmaterial oder Raufutter – hier sind alle Schweinehalter aufgefordert, ganz genau darauf zu achten, woher die Materialien stammen, die im Schweinestall eingesetzt werden: Wir sagen Finger weg von organischen Materialien im Schweinestall, bei denen die Herkunft nicht bekannt ist oder die aus ASP-Risikogebieten z.B. aus Osteuropa stammen“, so ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack.

Die ISN verweist zudem auf das ASP-Krisenhandbuch, in dem es heißt, dass Gras, Heu und Stroh, das in gefährdeten Gebieten gewonnen wurde, nicht zur Verfütterung an oder als Einstreu oder Beschäftigungsmaterial verwendet werden darf. Laut Schweinepestverordnung kann das Material verwendet werden, wenn es früher als sechs Monate vor Feststellung des gefährdeten Gebietes gewonnen worden ist oder vor der Verwendung mindestens für sechs Monate sicher geschützt gelagert wurde. Alternativ muss es für mindestens 30 Minuten einer Hitzebehandlung bei mindestens 70 °C unterzogen worden sein.


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