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topplus Vision 2030

Müller Fleisch will das klimaneutrale Schnitzel​

„Die Ställe der Zukunft sollen im Süden stehen.“ Da waren sich die Minister Kaniber und Hauk einig. Sie unterstützen die Initiative zur CO2-neutralen Schweinefleischerzeugung der Fa Müller. ​

Lesezeit: 5 Minuten

Die Müller Gruppe will gemeinsam mit allen Partnern der Wertschöpfungskette und der Politik eine nachhaltige Schweinefleischproduktion in Süddeutschland bis 2030 umsetzen. Auf der Fachtagung „Der Weg zu einer nachhaltigen, wirtschaftlichen Schweinefleischproduktion in Süddeutschland!“ in Ulm stellte die Geschäftsleitung am Dienstag ihre Ideen vor. Im Beisein der bayerischen Staatsministerin Michaela Kaniber und Peter Hauk, Landwirtschaftsminister aus Baden-Württemberg richtete der Gastgeber Stefan Müller den Blick vor allem nach vorn.

Das Unternehmen, dass nach eigenen Angaben etwa 40 % der Schweineschlachtungen im Süden abdeckt, will bis 2030 in Baden-Württemberg und Bayern flächendeckend CO2 -neutrales Schweinefleisch anbieten. „Die Produktionskette soll dabei vom Ferkelerzeuger über den Mäster, unsere Schlachtbetriebe bis hin zur Ladentheke reichen,“ erklärte Müller vor den mehr als 100 Anwesenden.

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„Dies soll nicht nur unserem heimischen Schweinefleisch ein positives Image verleihen und den Marktzugang sichern, sondern vor allem auch zukunftsorientierte Impulse für die in den vergangenen Jahren die gebeutelten Schweinehalter geben“, so Müller weiter.

Kaniber: „Wir müssen weg von der Standardware!“

Staatsministerin Michaela Kaniber sicherte der Branche die volle Unterstützung bei dieser Initiative zu: „Der gemeinsame Austausch innerhalb der Agrar-Branche für die Entwicklung eines Zukunftskonzeptes, das für alle Seiten tragbar ist, ist für mich der richtige Weg.“

Sie machte deutlich, dass sich die süddeutschen Betriebe mit Qualitäts- und Herkunftsprogrammen endlich von der Abhängigkeit des Marktes für Standardware abkoppeln müssten. „Die Voraussetzungen dafür sind gut, betonte sie. Der Süden habe die Blaupause für die Betriebe der Zukunft.

„Berlin ist untätig“

Die bayerische Landwirtschaftsministerin nutze die Gelegenheit für ein paar „Giftpfeile“ Richtung Berlin. „Mich ärgert die Untätigkeit in Berlin“, erklärte sie. Die Regierung erkenne die Not der Betriebe zwar, sehe darin aber vor allem eine Chance, die Tierhaltung loszuwerden“, warf sie dem BMEL vor. Die vom Kabinett beschlossene staatliche Haltungskennzeichnung halte sie für eine Benachteiligung des Standorts Deutschland.

Minister Hauk lobte das Konzept der Müller Gruppe. In seiner Rede machte er deutlich, dass alle Partner der Lieferkette in Baden-Württemberg von ihm unterstützt würden: „Wir haben in Baden-Württemberg den Strategiedialog Landwirtschaft gestartet, um die kleinstrukturierten, bäuerliche Landwirtschaft im Land zu erhalten, ihr eine Zukunft zugeben und die biologische Vielfalt in der Kulturlandschaft zu stärken“, erinnerte er. Man müsse noch viel stärker das Bewusstsein der Verbraucher für den Wert heimische landwirtschaftliche Produkte schärfen.

Hauk: „Wir brauchen mehr Vieh im Land, nicht weniger!“

Neben der Stärkung des regionalen Profils sieht Hauk aber auch in dem Borchert-Plan einen wichtige Baustein für die Zukunft der süddeutschen Tierhaltung. Er ärgerte sich, dass die FDP die Finanzierung blockiere. „Lindner macht Milliarden an Sonderschulden, aber für die Tierhaltung ist kein Geld übrig.“ Hauks Ziel ist es, den Selbstversorgungsgrad im Süden, der beim Schweinefleisch nur bei 40 % liegt, auszubauen. „Wir brauchen mehr Vieh im Land!“ stellte er klar.

Die Müller Gruppe will nach eigener Aussage Vorreiter bei nachhaltigen Produktions- und Lieferketten sein. Die Nachhaltigkeitsstrategie basiert daher auch auf den in den süddeutschen familiengeführten bäuerlichen Schweinehaltungsbetrieben vorhandenen nutzbaren Futteranbauflächen, kombiniert mit einer technologischen Separierung und Aufwertung der hofeigenen Gülle zur besseren Nährstoffverfügbarkeit und Humusbildung.

Kein Importsoja mehr

Der Verzicht auf importiertes Soja aus Übersee als Futtermittel und dessen Ersatz durch regionalen Anbau alternativer eiweißhaltiger Pflanzen und regional verfügbarer Alternativen tierischen Eiweißen sind weitere Bausteine. „Wir wollen durch die heimische Eiweißstrategien zu 100 % regionale Futtermittel haben“, sagte Müller.

Müller: „Wir wollen keine neue Nische!“

Er wolle aber keine weitere Nische schaffen, sondern eine breite Bewegung über alle Haltungsformen, alle Mehrwertprogramme bis hin zum Bio-Segment. Neben kurzen Transportwegen und einer modernen Anlieferung und Schlachtung in Ulm, wird auch die Absicherung der tierschutzrelevanten Prozesse demnach stetig weiterentwickelt.

„Nachhaltiges Schweinefleisch aus Süddeutschland wird schon heute in geschlossenen Wertschöpfungsketten erzeugt und erfüllt die Erwartungen der Gesellschaft“, erklärte Müller. Langfristige Lieferverträge sollen demnach die landwirtschaftlichen Erzeuger auch finanziell absichern und ihnen wirtschaftliche Zukunftsperspektiven geben.

Wertschöpfung: Fleisch plus Energie

Ein weiterer Beitrag zur Kreislaufwirtschaft sei, die in der Schweinehaltung anfallende Gülle über eine Biogasanlage zu Strom, Gas oder Wärme zu veredeln. Somit würden auf dem Acker nicht nur hochwertige Lebensmittel, sondern auch Energie erzeugt, was über den vorhandenen organischen Düngerkreislauf hinaus die CO2 Bilanz optimiert.

Die Müller Gruppe sei bereits in Gesprächen mit dem Lebensmitteleinzelhandel und süddeutschen Verarbeitern, um tragfähige Modelle für dieses komplexe Vorhaben zu entwickeln. Stefan Müller: „Wir brauchen für unsere „Vision 2030“, aber nicht nur die Unterstützung der bisher für die Stabilisierung der süddeutschen Schweinehaltung positiv eingestellten Agrarministerien in Stuttgart und München, sondern einen klaren Fahrplan der Bundespolitik.“

„Gemeinsam mit unseren Partnern aus der Lieferkette, den Erzeugergemeinschaften und dem privaten Handel, sowie auch unter wissenschaftlicher Begleitung der Landesanstalten und Hochschulen in Bayern und Baden-Württemberg, wollen wir dieses Gesamtkonzept schnellstmöglich auf den Weg bringen“, so Müller weiter.

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