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Neue Haltungsverordnung für Schweine: So bauen Sie Ihr Deckzentrum um

Durch die neue Haltungs-VO wird die Arbeit im Deckzentrum auf den Kopf gestellt. Bereits in der Übergangszeit sollten Ferkelerzeuger überlegen, wie sie die Besamung durchführen können.

Unser Experte: Gerd Vahrenhorst, GFS Ascheberg, Nordrhein-Westfalen

Für Sauenhalter wird sich die Arbeit im Deckzentrum durch die neue Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung künftig grundlegend ver­ändern. Denn die abgesetzten Sauen sollen im Deckzentrum mehr Bewegungsfreiheit bekommen.

Für das Zeitfenster vom Absetzen bis zur ersten Besamung schreibt die neue Haltungs-VO eine uneingeschränkt nutzbare Bodenfläche von 5 m² pro Sau vor. Nach dem Ablauf der achtjährigen Übergangsfrist am 9. Februar 2029 dürfen die Sauen nur noch kurzfristig für die Rauschekontrolle, den Besamungsvorgang oder für medizinische Behandlungen fixiert werden – ansonsten wird die Gruppenhaltung direkt nach dem Absetzen zur Pflicht.

Das führt dazu, dass die Arbeit im Deckzentrum völlig neu organisiert werden muss. Sauenhalter sollten deshalb bereits in der Übergangszeit überlegen, wie sie die Besamung auch unter diesen Umständen sicher und erfolgreich durchführen können. Gleichzeitig muss der Arbeitsschutz für die Tierbetreuer gegeben sein und die Sauen vor Verletzungen geschützt werden.

Hier kommen einige Tipps, was Sie rund ums Besamen künftig bedenken sollten.

Klauenfreundlicher ­Boden wichtig

Jede Gruppenhaltung beginnt mit der Gruppenbildung. Direkt nach dem Absetzen ist der beste Zeitpunkt, um die Sauen zu gruppieren. So werden die mitunter ruppig verlaufenden Rangordnungskämpfe auf eine Zeit gelenkt, in der es noch keine Fruchtverluste geben kann. Bei einer erneuten Gruppierung fallen die Rangkämpfe zudem weniger intensiv aus.

Unabhängig von der Gruppengröße und dem Alter der Sauen gelten vom Absetzen bis zur Besamung künftig 5 m² pro Tier. Wichtig: Nach der ersten Besamung gilt die Sau als tragend. Für eine Gruppengröße von sechs bis 39 Tiere gelten ab diesem Zeitpunkt dann 2,25 m² Platz pro Sau bzw. 1,65 m² pro Jungsau.

Eine Möglichkeit, die 5 m²-Platzvorgabe zu realisieren, ist beispielsweise die Nutzung einer eingestreuten Arena oder die Anschleppung an ein Gebäude. Die heutigen hochfruchtbaren Sauen rauschen oft schon ab dem dritten Tag nach dem Absetzen, manchmal noch früher. Die Arena kann deshalb ganz einfach gestaltet sein, weil der Aufenthalt dementsprechend kurz ist.

Auch eine Arena in Kombination mit Fressliegebuchten kann eine Alternative sein. Hier haben Sauenhalter die Möglichkeit, bereits duldende Sauen kurzfristig zu belegen. Denn unter Umständen können Sauen auch bereits ab dem ­Absetztag rauschen. Dies ist bedingt durch künftig mehr Bewegungsfreiheit im Abferkelstall. Die Sauen können in den Fressliegebuchten zudem Zuflucht und Ruhe finden.

Die größte Herausforderung im Bereich der Gruppenbildung wird jedoch sein, den Boden möglichst klauenfreundlich, trocken und trittsicher zu gestalten, um Fundamentschäden bei den Sauen vorzubeugen. Ein weiches Einstreubett lässt sich aktuell nur mit Stroh bzw. Sägespänen realisieren.

Struktur in Bucht bringen

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