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Organisches Beschäftigungsmaterial für Schweine in Hülle und Fülle

Organisches Material sollte zu den Bedürfnissen von Ferkeln, Mastschweinen und Sauen passen. Wir zeigen in unserer Marktübersicht, worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.

Lesezeit: 5 Minuten

Unsere Experten: Eckhard Meyer, LVG Köllitsch; Jakob Lechner, Hofra GmbH

Seit August 2021 ist organisches Beschäftigungsmaterial für alle Schweine Pflicht. Schweinehalter haben seitdem die Qual der Wahl, was sie ihren Tieren anbieten wollen. Eine Übersicht von organischen Materialien, die laut Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung, QS und der Initiative Tierwohl zugelassen sind, finden Sie in diesem Artikel.

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Fressbares kommt gut an

Beim Raufutterangebot geht es nicht nur um „Beschäftigung“, sondern viel mehr um einen ernährungsphysiologischen Nutzen für die Schweine. Die Materialien sollen also die Magen-Darm-Gesundheit fördern.Die Faser im Beschäftigungsfutter sorgt dafür, dass der pH-Wert im Magen nicht so schnell abfällt und senkt so das Risiko für Magengeschwüre. Aber nur verdauliche Faser, die in den hinteren Darmabschnitten ankommt, ist gesundheitsfördernd. Stroh oder verholztes Material sind nahezu unverdaulich.

Damit die Schweine das Beschäftigungsmaterial annehmen, muss es nicht nur ernährungsphysiologisch wertvoll, sondern auch attraktiv sein. Besonders gut kommen Materialien an, die schmackhaft und fressbar sind. Gleichzeitig wollen die Tiere ihren Wühltrieb ausleben. Denn in freier Natur verbringen Schweine einen Großteil ihrer Tageszeit mit der Futtersuche im Boden.

Sauen, Ferkel und Mastschweine haben dabei unterschiedliche Ansprüche an das Beschäftigungsmaterial. Es gilt: Je jünger die Tiere sind, desto qualitativ hochwertiger sollte es sein.Sauen bevorzugen lange, grobe Halme, die sie lange kauen müssen. Ebenso ist ein hohes Quellvermögen wichtig, damit die Tiere schneller satt werden. Für Sauen eignen sich deshalb besonders Langstroh und Silagen.

Ferkel mögen es süß

Ferkel mögen besonders gerne Beschäftigungsfutter, das süße Komponenten wie Melasse enthält. Die Mischung bereitet die Saugferkel auf das Absetzen und die Futterumstellung im Flatdeck vor. Sie sollte faserreich (> 20 % Rohfaser) und an den Nährstoffgehalt des Hauptfutters angepasst sein.

Besonders in pelletierter Form nehmen die Tiere davon zwei- bis dreimal mehr auf als z. B. von Stroh. Versuche bei Absatzferkeln haben gezeigt, dass die Fasern die Tageszunahmen verbessern und Verluste senken können.Den Verbrauch der Beschäftigungsfutter können Landwirte über die Häufigkeit der Vorlage steuern. Denn Ferkel sind darauf trainiert, in der Natur von ihren Müttern zum Fressen aufgefordert zu werden. Bekommen Sie häufig kleine Mengen frisch vorgelegt, beschäftigen sie sich länger damit.

Darüber hinaus kann Wühlerde bei Aufzuchtferkeln positive Effekte haben. Die Konsistenz erinnert die Schweine an Waldboden. Allerdings ist die Faser in Wühlerde nicht sehr wertvoll, da sie im Boden bereits fermentiert wurde. Bei Futtertorfen gilt besondere hygienische Achtsamkeit: Sie schimmeln schnell und es können gefährliche Mykobakterien darin enthalten sein. Düngetorf aus dem Baumarkt ist meist stark verkeimt und darf nicht verwendet werden.

Mastschweine verbrauchen vergleichsweise viel Material, was mit hohen Futterkosten zu Buche schlägt. Gleichzeitig ist ihr Magen weniger empfindlich als der von Ferkeln. Deshalb können Landwirte im Mastbereich ein eher günstiges Beschäftigungsmaterial wählen, wie z. B. Stroh.

Was passt zum Stall?

Knackpunkt für die Auswahl eines geeigneten Beschäftigungsmaterials ist häufig das Güllesystem im Stall. Je kürzer das Material ist, desto besser wird die Entmistung mit Restmengen fertig. Langstroh oder Heu kann in Schlitzen, Pumpen und Rührwerken Probleme verursachen. Dabei ist das Risiko für Pumpen und andere drehende Bauteile umso höher, je grüner und zäher das Material ist. Vor allem Heu wickelt!Um das Entmistungssystem zu entlasten, sollte der Boden unter Raufen generell geschlossen sein, damit weniger Halme in die Gülle fallen. Ist kein planbefestigter Boden verbaut, lassen sich die Schlitze durch Spaltenclicks schließen. Alternativ kann das Material auch über dem Trog angeboten werden.

Darüber hinaus müssen organische Beschäftigungsmaterialien gesundheitlich unbedenklich für die Schweine sein. Es gelten die gleichen Qualitätsanforderungen wie bei Futtermitteln.Vor allem Produkte aus Weizen und Mais sollten vor dem Verfüttern auf Mykotoxine untersucht werden. Belastete Materialien, dürfen in keiner Altersstufe eingesetzt werden. Denn die Pilzgifte lösen enorme Schäden bei den Tieren aus. Vor allem bei Weizenstroh gilt besondere Vorsicht. Es sollte deshalb aufgearbeitet und entstaubt sein. Darüber hi­naus sind auch mikrobielle Belastungen, Lagerschimmel und Endotoxine gesundheitsgefährdend für die Schweine.

In Gebieten, in denen Fälle der Afrikanischen Schweinepest aufgetreten sind, müssen alle Materialien auf über 80 °C erhitzt werden. Getrocknete Beschäftigungsmaterialien, wie Knabberstangen und Pellets gelten dagegen als sicherer. Andere Materialien müssen vor dem Verbrauch mindestens sechs Monate wildschweinsicher gelagert werden.

Sparen wegen teurem Futter?

In den letzten Monaten sind auch die Preise für Beschäftigungsmaterialien gestiegen. Stroh kostet etwa 5 bis 15 % mehr im Vergleich zum Vorjahr. Gutes und ausreichendes Beschäftigungsmaterial stabilisiert das Immunsystem und schützt vor Magen-Darm-Erkrankungen sowie vor Verhaltensstörungen. Ebenso verbessert es die Futtereffizienz. Eine gute Qualität ist deshalb durchaus ihr Geld wert.

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