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Penny´s "wahre Preise": „Wir wollen den Verbraucher wachrütteln"

In einem Projekt weist der Discounter Penny die "wahren Preise" von Lebensmitteln aus und testet die Kundenreaktionen. Wir sprachen mit Stefan Magel, Bereichsvorstand Handel Deutschland und COO Penny

Lesezeit: 2 Minuten

In Ihrer neuen Penny-Filiale in Berlin-Spandau weisen Sie neben dem Verkaufspreis jetzt auch den „wahren“ Preis auf der Verpackung einiger Eigenmarkenprodukte aus. Was berücksichtigt der „wahre“ Preis?

Magel: In die sogenannten „wahren Kosten“ haben Wissenschaftler der Universitäten Augsburg und Greifswald für acht ausgewählte, konventionelle und ökologische Eigenmarkenprodukte die über die Lieferketten anfallenden Auswirkungen von Stickstoff, Klimagasen, Energie und Landnutzungsänderungen in den Verkaufspreis eingerechnet. Demnach müsste beispielsweise der Preis für gemischtes Fleisch aus konventioneller Aufzucht unter Berücksichtigung der versteckten Kosten um 173 % höher sein. Und Biofleisch müsste danach 126 % teurer sein.

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Was wollen Sie mit Ihrem Vorstoß erreichen?

Magel: Wir wollen zur Diskussion anregen und zeigen, dass unser Konsum Folgen hat, die sich im Verkaufspreis nicht niederschlagen. Diese Kosten fallen aber an. Uns geht es nicht darum, Schuldzuweisungen auszusprechen. Wir alle sind Teil des Problems und können es nur gemeinsam lösen. Bei vielen Produkten fehlt jedoch eine fundierte wissenschaftliche Basis, um die wahren Kosten zu berechnen. Zudem gibt es noch keine Strukturen, mit denen man die wahren Kosten in die Lieferkette zurückspielen könnte.

Wo liegen die „wahren Kosten“ für ein Kilogramm gemischtes Hackfleisch?

Magel: Der Preis für konventionelles, gemischtes Hackfleisch müsste 15,25 € pro kg statt wie derzeit 5,58 € kosten. Bei Biohackfleisch müsste der Preis von 9 € auf 20,38 € pro kg steigen.

Was müsste das Fleisch kosten, wenn man auch den höheren Aufwand durch Tierwohlauflagen mit einrechnet?

Magel: Das können wir derzeit nicht beantworten, weil die Folgekosten von den Wissenschaftlern noch nicht ausreichend durch Studien abgesichert worden sind.

Inwiefern können die Landwirte von Ihrem Vorstoß profitieren?

Magel: Die Aktion ist ein Denkanstoß: Wir haben die Umweltkosten noch nicht deutlich genug auf dem Schirm. Allerdings sind das externe Kosten, die – zumindest bislang – nicht von den Akteuren in der Wertschöpfungskette getragen werden. Daher sind sie auch nicht Teil der Erzeugerpreise der Landwirte. Erzeugerpreise stehen also hier gerade nicht im Fokus. Wir haben es hier mit zwei verschiedenen Themen zu tun, die nicht durcheinander gebracht werden sollten. Gleichwohl sollen die wahren Kosten den hohen Wert von Lebensmitteln noch besser aufzeigen.

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