WLV

Röring: Berliner Klage gegen Schweinehaltung ist ein Frontalangriff

Für den WLV ist die vom Land Berlin beim Bundesverfassungsgericht eingereichte Klage gegen die Mindeststandards in der Schweinehaltung ein Frontalangriff auf die Lebensgrundlage vieler Bauernfamilien. Dass Teile der Gesellschaft glauben, immer mehr Grundlagen des Wohlstands zerstören zu müssen, hält WLV-Präsident Röring für unverantwortlich.

Trotz einer uneinheitlichen Einkommensentwicklung in der Landwirtschaft und aktuell heftiger Attacken gegen die heimische Nutztierhaltung blicken die Bauern in Westfalen-Lippe mit verhaltenem Optimismus auf das neue Jahr. Diese Einschätzung gab Johannes Röring, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV), am Donnerstag anlässlich des Havichhorster Presseabends des Verbandes auf Gut Havichhorst bei Münster.

Seine wichtigste Aufgabe der kommenden Monate sieht der WLV darin, die Tierhaltung als Rückgrat des regionalen Wohlstands zu erhalten. Die am Donnerstag vom Land Berlin beim Bundesverfassungsgericht eingereichte Klage gegen die Mindeststandards in der Schweinehaltung stellt für den Verband einen Frontalangriff auf die Lebensgrundlage vieler Bauernfamilien und die von der Schweinehaltung abhängigen Wirtschaftsbereiche in Westfalen-Lippe insgesamt dar.

Dazu WLV-Präsident Röring: „Es ist verantwortungslos, dass Teile der Gesellschaft glauben, immer mehr Grundlagen unseres Wohlstands zerstören zu müssen. Nach der Energiewirtschaft und der Dieseltechnologie gerät nun die heimische Tierhaltung ins Visier. Wir müssen diese wichtige Säule des Wohlstands unserer Region erhalten. Ich kann nur sagen: Hände weg von der Tierhaltung!“

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband will 2019 eigene Vorschläge erarbeiten, um landwirtschaftliche Produktionsverfahren so zu verbessern, dass Wasser, Boden und Luft künftig besser geschützt werden. Der Verband setzte dabei vor allem auf eine bessere Kombination von Ordnungsrecht, freiwilligen Kooperationen, Beratungs- und Informationsmaßnahmen und spezifischen freiwilligen Maßnahmen, um Emissionen spürbar zu senken.

Unverändert mit großer Sorge verfolgen die Tierhalter in Westfalen-Lippe die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP), die im Jahr 2018 mit Belgien erstmals ein westeuropäisches Nachbarland erreicht hat. Durch die Schaffung einer „Wildtierseuchenvorsorgegesellschaft“ hat der WLV in dieser Woche gemeinsam mit anderen Verbänden und Unternehmen die Voraussetzungen geschaffen, um im Falle eines Ausbruchs der ASP in NRW den Erreger in heimischen Wildschweinbeständen entschlossen zu bekämpfen.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Fritz Ritterbusch

Grüner Minister

Wenn das die Aufgabe eines Ministers im berliner Senat ist, mit einem Schwein im Sand zu posieren, ist mir auch klar warum der B flughafen nicht fertig wird. Vieleicht sollte er mal ein paar von Tierchen mit in sein Arbeitszimmer mitnehmen, die Kollegen im berliner Senat würden über die frische Priese grüne Landluft sicher hoch erfreut sein.

von Hubert Dabbelt

Was in unserem Land abläuft ist Wahnsinn. Wo soll das noch enden?

von Hartmut Bock

Dekadent

Ich kann zu solchen Politikern nur sagen um die wirklich wichtigen Dinge kümmern Sie sich nicht,ich denke an den Zustand der Schulen in Berlin,den Flughafen oder den Sozialbetrug in Berlin. Man sucht sich Opfer die sich nicht so leicht wehren können um als Held der Sogenannten Tierschützer da zu stehen. Aber Ich bin guter Hoffnung ,alle dekadenten Völker {alte Griechen,alte Römer und Ägypter} sind an ihrem dekadenten lebensstil und ihrer herablassenden Art zugrundegegangen,das blüht uns auch.

von Josef Meier

Schuld ist nur der wählende Bürger.

Jeder Politiker wurde von Bürgern gewählt und viele Deutsche sind im inneren so gepolt: wirtschaftsfeindlich, sozialneidisch, besserwisserisch bis zur Selbstvernichtung. Viele Politiker leiden an massiver geistiger Wohlstandsverwahrlosung. Solange es ihnen zu gut geht setzen sie Moral und das vermeintlich Gute vor die Existenz. Zum Schluss dürfen wir dann diese Eliten über staatliche Zwangshypotheken auf Grund und Boden weiterfüttern und alimentieren.

von Wilhelm Grimm

Wenn ein Minister mit der Sau im Sand spielt.

hilft keine gut gemeinte "Offensive Nachhaltigkeit". Dann muss man diesen Kindskopf und die Berliner Regierung lächerlich machen.

von Gerhard Steffek

Eigene Vorschläge -

das kann sich Herr Röring eigentlich sparen. Letztendlich ist das ganze ein Hase und Igel Spiel. Selbst bei bester Anstrengung wird diesen Populisten immer wieder was aufstoßen, daß ihnen nicht paßt. Schließlich wollen sie ihr Dasein ja berechtigt sehen und gleichzeitig sich als Gutmensch präsentieren. All das geht natürlich am leichtesten bei jenen Sachen die selber nicht weh tun und von denen die angesprochene Klientel keine Ahnung hat. Nicht umsonst werden fast nur in den Städten die Grünen gewählt.

von Willy Toft

In Berlin hat man eine andere Sicht der Dinge!

Der Kuschelkurs in der Nutztierhaltung hat seine Grenzen, dafür das Baurecht und die Haltungsbedingungen mit Mindeststandards zu ändern, nur um die Tierhaltung unmöglich zu machen, grenzt schon an Wahnsinn in einer Wohlstandsgesellschaft! Auf das Ergebnis beim Bundesverfassungsgericht kann man gespannt sein.

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