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topplus Vermarktungsverträge

Tipps: Darauf sollten Schweinemäster bei Vermarktungsverträgen achten

Viehhändler und Schlachthöfe bieten häufig Vermarktungsverträge für Schweine mit Durchschnittspreisen aus mehreren Wochen an. top agrar zeigt, was Mäster vor dem Vertragsabschluss beachten sollten.

Lesezeit: 6 Minuten

In Zeiten großer Preisschwankungen können Vermarktungsverträge mit Mehrwochenpreisen Schweinemästern Sicherheit bieten. Bevor sich ­Mäster vertraglich für oder gegen eine mehrwöchige Preisbindung entscheiden, sollten sie die Vertragsklauseln genau unter die Lupe nehmen.

Verschiedene Preiszeiträume

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Mittlerweile gibt es bei den Verträgen ­einen wahren Dschungel unterschiedlicher Basis-Preismodelle:

  • Tagespreis: Hier wird tagesaktuell nach der jeweils gültigen Notierung der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) abgerechnet. Diese gilt in der Regel von Donnerstag bis zum Mittwoch der Folgewoche.
  • Wochenpreis: Die neue VEZG-Notierung gilt rückwirkend für die gesamte Lieferwoche (Mo – Sa).
  • 2-Wochenpreis: Es wird ein Mittelwert aus der alten (Mo – Mi) und der neuen Notierung (Do – Sa) gebildet.
  • 3-Wochenpreis: Es wird ein Durchschnittswert aus der neuen Notierung der Lieferwoche und den Notierungen der zwei Vorwochen angesetzt.
  • 4-Wochenpreis: Es gilt ein Mittelwert aus der neuen Notierung der Lieferwoche sowie den Notierungen der zwei Vorwochen und der Folgewoche.
  • 6-Wochenpreis: Der Preis bildet sich aus der neuen Notierung der Lieferwoche und den fünf Notierungen davor.
  • 12-Wochenpreis: Es gilt ein Durchschnittspreis aus den Notierungen sechs Wochen vor und sechs Wochen nach dem Liefertag.

Häufig handelt es sich um Dreiecksverträge mit dem Viehhändler und dem Schlachthof. Je nach Vertragspartner stehen dem Mäster ein oder mehrere Preismodelle bei Vertragsabschluss zur Auswahl. Manche Viehhändler bzw. Schlachthöfe geben die Verkaufskonditionen aber auch vollständig vor.

Vor- und Nachteile abwägen

Durch Mehrwochenpreise wollen die Vermarkter für Ruhe am Markt und eine gleichmäßige Auslastung ihrer Schlachtkapazitäten sorgen. Bei Tagespreisen besteht die Gefahr, dass viele Mäster die Schweine bei steigenden Preisen zurückhalten bzw. bei fallenden Preisen schnellstmöglich verkaufen wollen. Das gilt vor allem bei großen Preissprüngen.Außerdem haben die Schlachthöfe einen Vorteil bezüglich ihrer Liquidität, denn sie müssen die Schweine erst später beim Viehhändler bezahlen, haben aber das Fleisch meist schon verkauft.

Aber auch die Mäster können von einem Vertrag profitieren. Wenn der Schlachthof z. B. einen Hauspreis festlegt, steht ihnen weiterhin der vertraglich vereinbarte Preis zu. Vorteilhaft sind Mehrwochenpreise vor allem für die Mäster, die nur in großen zeitlichen Abständen verkaufen, z. B. durch ein Stall- oder Betriebs-Rein-Raus. So können sie höhere Preise zumindest anteilig mitnehmen, auch wenn sie in Niedrigpreisphasen verkaufen.Teilweise ist die lange Preisbindung auch mit Bonuszahlungen verknüpft. So erhalten Mäster z. B. 1 ct je kg Schlachtgewicht oder je Indexpunkt Aufschlag beim 12-Wochenpreis.

Für Mäster, die regelmäßig verkaufen, bieten Mehrwochenpreise kaum Vorteile. Ein klarer Nachteil ist, dass der Mäster erst später sein Geld bekommt. Das kann unter Umständen eine Durststrecke für die Liquidität des Betriebs bedeuten. Liefert der Mäster regelmäßig Schweine ab, ist der Geldstrom jedoch nach einiger Zeit im Fluss.

Einige Mäster nutzen zur Kontrolle ihrer Lieferung ausschließlich die schriftliche Abrechnung. Diese kommt bei Mehrwochenpreisen aber erst spät nach dem Liefertermin. In diesem Fall sollten Sie Ihre Schlachtdaten vorher bereits im Internet, z. B. über das IQ-Agrar Portal, einsehen. Ansonsten können Sie auf unpassende Verkaufsgewichte etc. nicht zeitig reagieren.

Entscheidung ist Typ-Frage

Ob ein Vermarktungsvertrag für den Mäster interessant ist, hängt nicht nur vom Preiszeitraum ab. Auch die anderen Vertragsklauseln sollten Sie vor einer Unterschrift genau prüfen. Dazu gehören unter anderem die Preisgrenzen der Abrechnungsmaske, die Höhe der Vorkosten, mögliche Bonuszahlungen sowie die Abzüge für Teilschäden oder verworfene Schweine. Unsere Checkliste fasst die wichtigsten Punkte für Sie zusammen.

Letztendlich bleibt die Entscheidung für oder gegen einen Vertrag mit Mehrwochenpreisen auch eine Typ-Frage des Mästers: Sind Sie eher risikofreudig und möchten die Chance auf Spitzenpreise behalten? Oder gehen Sie lieber auf Nummer sicher? Bei der Entscheidung sollten Sie unbedingt auch die Liquidität des Gesamtbetriebs im Blick behalten.

Checkliste

Vor dem Vertragsabschluss klären

  • Wie hoch sind die Vorkosten?
  • Was gilt bei Hauspreisen?
  • Was ist das Zahlungsziel?
  • Abrechnungsmasken: Lassen Sie sich eine schriftliche Auflistung der Preiszusammensetzung mit ­Gewichtsgrenzen, Indexpunkten, Magerfleischanteilen usw. geben.
  • Wie viele Tage vor Liefertermin ­müssen Sie die Schweine zur Schlachtung anmelden?
  • Bonuszahlungen: Was sind die ­Kriterien? Wann wird gezahlt? Gibt der Viehhändler das Geld an den Landwirt weiter?
  • Wie hoch sind die Abzüge für ­Schäden an Teilstücken?
  • Wie hoch sind die Kosten für die Entsorgung von verworfenen Schlachtschweinen?
  • Haben Sie als Mäster die freie Wahl zwischen der Abrechnung nach Indexpunkten oder Magerfleischanteil?
  • Wer trägt die Abzüge, wenn die Schweine an einen anderen Schlachthof als den Vertragsschlachthof geliefert werden und dort andere Masken gelten?
  • Wer trägt die Kosten für Transportschäden oder Todesfälle auf der Fahrt zum Schlachthof? Lassen Sie sich die durchschnittlichen Erstattungssätze des Viehhändlers schriftlich geben.
  • Wie lang sind Laufzeit und ­Kündigungsfrist des Vertrags?

Verhandeln Sie nach!In der Regel weisen Verträge eine Laufzeit von einem Jahr ab dem Zeitpunkt der Unterschrift auf. Wenn Sie nicht kündigen (Frist beachten!), verlängert sich der Vertrag automatisch i. d. R. um ein weiteres Jahr.Mindestens alle zwei Jahre sollten Sie die Konditionen des Vertrags mit Ihrem Viehhändler neu verhandeln. So haben Sie die Chance, die Zahlungen ggf. an veränderte Marktbedingungen anzupassen. Die Höhe der Vorkosten und Bonuszahlungen sind oft verhandelbar. Um Ihre Verhandlungsposition zu stärken, sollten Sie das Gespräch gut vorbereiten. Sammeln Sie positive Argumente für sich als Lieferanten. Das können z. B. immer pünktliche Lieferungen oder schnelles Verladen sein. So können Sie Ihren Wert in der Verhandlung besser hervorheben.Notieren Sie gleichzeitig negative Aspekte, die Ihnen bei Ihrem Viehhändler auffallen. Vielleicht kommt der Fahrer öfters mit Verspätung und vergisst obendrein seinen Schutzoverall. Dies können Sie als Gegenargumente nutzen.Für das Gespräch sollten Sie außerdem einen günstigen Zeitpunkt wählen. Wenn Sie in der aktuellen Phase die Schweine oft schieben müssen, ist der Verhandlungszeitpunkt eher ungünstig.

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