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Lieferverträge: Bioferkel preisgerecht vermarkten

Neueinsteiger in die Bioschweinehaltung sollten vor der Umstellung Lieferverträge mit ihrem Abnehmer abschließen. Die Betriebe Nutt aus Willebadessen und Weber aus Kaichen zeigen, wie es geht.

Lesezeit: 3 Minuten

Mäster und Ferkelerzeuger müssen fair und wertschätzend miteinander umgehen. Das ist die Überzeugung der Bioschweinehalter Christian Weber sowie Matthäus und Harald Nutt. Das Betriebsleiterduo Nutt aus Willebadessen (Kreis Höxter, Nordrhein-Westfalen) hält rund 170 Biosauen und bewirtschaftet 70 ha Ackerbau.

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Seit 2009 vermarkten sie jährlich rund 700 Bioferkel an Biomäster Christian Weber, der in Kaichen im hessischen Wetteraukreis einen Betrieb mit 240 Mastplätzen und 70 ha Ackerbau bewirtschaftet. Weber holt die Tiere in einem festen Rhythmus ab. Ihren Ferkelliefervertrag haben die beiden Naturlandbetriebe mündlich vereinbart – feste Laufzeiten oder Kündigungsfristen gibt es nicht. „Wir pflegen ein freundschaftliches Verhältnis“, beschreibt Ferkelerzeuger Matthäus Nutt.

„Für Kollegen, die gerade umgestellt oder neu gebaut haben, bietet es jedoch Sicherheit, mit den abnehmenden Mästern feste Laufzeiten und Preise schriftlich zu vereinbaren“, rät Nutt. Denn in der Bioferkelerzeugung schlagen die Investitionskosten beim Neubau mit rund 12000 € pro Sauenplatz zu Buche.

Zuschläge fest vereinbart

Da es keine amtliche Notierung für Bioschweine gibt, berechnen die Landwirte den Preis für die Bioferkel nach einem vorab festgelegten Faktor. Dieser ist an den Mastschweinepreis gekoppelt, den Christian Weber für seine Tiere erzielt. „Unser gemeinsames Ziel ist es, dass der Mäster einen möglichst hohen Preis für seine Tiere erhält“, erklärt Harald Nutt.

Dadurch profitiert der Ferkelerzeuger automatisch von Preiserhöhungen, wird aber auch an Preissenkungen gleichermaßen beteiligt. Mäster Christian Weber wiederum kann dadurch gerade bei Preissenkungen einen Teil seiner Erzeugungskosten abpuffern. „Wenn die Getreidepreise und damit die Futterkosten für die Mäster steigen, setzen wir den Faktor herunter“, erklärt Harald Nutt. „Wenn sich die Preise wieder eingependelt haben, erhöhen wir den Faktor wieder und damit auch den Ferkelpreis“, betont Christian Weber.

Seit Jahren rechnen Familie Nutt und Weber mit einem nahezu unveränderten Faktor, der sich aus unterschiedlichen Leistungsdaten ableitet. Auch aktuelle Futter- und Baukosten sowie eine gleiche Stundenentlohnung für Sauenhalter und Mäster fließen in die Kalkulation ein. Familie Nutt vermarktet ihre Bioferkel noch an drei weitere Mäster. Da alle Mäster unterschiedliche Abnehmer haben und unterschiedliche Preise erzielen, vermarkten sie die Tiere nach einer Mischkalkulation.

Der Faktor liegt aktuell bei 38 und wird mit dem Mastschweinepreis multipliziert, den Weber erzielt. Bei einem Mastschweinepreis von 4,10 € ergibt sich demnach ein Basispreis von circa 156 € für ein 25 kg schweres Bioferkel. „Demgegenüber stehen aber auch hohe Futter- und Baukosten sowie größere Platzansprüche und ein gestiegener Arbeitszeitbedarf“, so Mäster Weber. Für die Impfungen gegen Mykoplasmen, Circoviren und Ileitis haben die Schweinehalter Zuschläge vereinbart. Auch ein Kastrationszuschlag von 2,50 € pro Ferkel sowie Gewichtszuschläge sind geregelt. Die Transportkosten teilen sich Ferkelerzeuger und Mäster.

Mit seinem Vermarkter, der Naturland Marktgesellschaft, hat Christian Weber einen schriftlichen Abnahmevertrag für seine Biomastschweine geschlossen. In dem Vertrag ist auch geregelt, dass Weber in Absprache mit der Organisation zusätzlich noch kleinere Stückzahlen seiner Biotiere an regionale Metzger liefern kann.

Mit ihrer Vermarktung fühlen sich die drei Bioschweinehalter gut aufgestellt. „Unsere Zusammenarbeit funktioniert super. Wir reden über alles Mögliche, aber selten über Preise“, sind sie sich einig.

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