12.300 Unterschriften gegen weitere Flutpolder im Donauried

Vertreter der Bürgerinitiative „Rettet das Donauried“ und der Interessenvertretung „Kein Flutpolder in Leipheim“ übergaben letzte Woche eine Petition mit mehr 12.300 Unterschriften an Bayerns Umweltminister Marcel Huber (CSU) gegen den geplanten Bau der Flutpolder im Donauried.

Vertreter der Bürgerinitiative „Rettet das Donauried“ und der Interessenvertretung „Kein Flutpolder in Leipheim“ übergaben letzte Woche eine Petition mit mehr 12.300 Unterschriften an Bayerns Umweltminister Marcel Huber (CSU) gegen den geplanten Bau der Flutpolder im Donauried. Organisiert hatte den Termin der nordschwäbische Landtagsabgeordnete Johann Häusler (Freie Wähler).
 
Laut Häusler sind durch den Polderstandort Neugeschüttwörth mit rund 1.800 ha ca. 5 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche im Landkreis Dillingen bedroht. Auch die großräumigen Ortsumfahrungen durch die B 16 trügen ihren Teil zum Flächenverbrauch in der Region bei. „Die Landwirte sehen sich Stück für Stück um ihre Existenzgrundlage gebracht“, so Häusler. Auf Grund der knappen Flächensituation dieser Veredelungsregion werde der Pachtpreis unnötig angeheizt und vor allem die kleineren Veredelungsbetriebe in Ihrer Existenz gefährdet.
 
Mit dem Riedstrom würden die Bewohner der Region bereits seit Jahren in Vorleistung gehen. Beim letzten Hochwasser 2016 seien nicht einmal die vorhandenen Auwaldflächen geschwemmt worden. Auch Minister Huber erkenne an, dass die Polder in Nordschwaben keine Auswirkungen auf das Hochwassergeschehen in Deggendorf und Passau haben und vorrangig dem Grundschutz vor Ort dienen sollten.

Die Vertreter der Bürgerinitiativen lobten zwar die zur Zeit stattfindende Modellierung bayernweiter Hochwasserschutzszenarien an einem Rechenzentrum. Damit sei eine Forderung der Bürger nach Untersuchung eines bayernweiten Gesamtkonzepts unter Nutzung aller Möglichkeiten zumindest formell umgesetzt worden.

Allerdings sei das Polderkonzept weiter Teil der Strategie der Regierung. Es werde auf die Kappung der Hochwasserspitzen gesetzt, statt diese Spitzen zu entschärfen oder besser zu verhindern, was mit flächendeckenden Retentionsprojekten an allen Zubringern möglich wäre. Gleichzeitig könnte man bei Maßnahmen bis in die kleinen Gewässer auch Sturzfluten vorbeugen. Ein Gesamtkonzept müsse aber auch Baurecht und Bautätigkeit in den hochwassergefährdeten Bereichen der Städte umfassen.

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Artikel geschrieben von

Klaus Dorsch

Redaktionsleiter SÜDPLUS

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