Green Deal

Mehrere Verbände fordern Neustart der GAP-Verhandlungen

Zum Start der deutschen EU-Ratspräsidentschaft haben mehrere Bauern- und Umweltverbände für eine Kurskorrektur bei den Verhandlungen zur Gemeinsamen Agrarpolitk demonstriert.

Mit einer Protestaktion vor der Staatskanzlei München haben sich heute mehrere bayerische Bauern-, Umwelt- und Tierschutzverbände an Ministerpräsident Markus Söder gewandt:

  • Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Landesverband Bayern (AbL)
  • BUND Naturschutz in Bayern (BN)
  • Fridays4future
  • Genussgemeinschaft Städter und Bauern e.V.
  • Greenpeace München
  • Landesbund für Vogelschutz (LBV)
  • Landesvereinigung für den ökologischen Landbau (LVÖ)
  • Netzwerk Klimaherbst e.V.
  • Parents4future
  • PROVIEH e.V.
  • Slow Food München
  • Umweltinstitut München (UIM)

Nach Ansicht der teilnehmenden Verbände dürfe die Zukunft der EU-Agrarpolitik nicht länger hauptsächlich von in ihren Augen agrarindustriell ausgerichteten Verbänden und Konzernen bestimmt werden. Vielmehr müsse sie aufgrund ihrer Bedeutung für Umwelt, Klima und Arbeitplatzsicherung im ländlichen Raum gesamtgesellschaftliche Anlegen wesentlich stärker als bisher berücksichtigen.

Regionale Erzeugung und Vermarktung in den Vordergrund

In ihrer gemeinsamen Erklärung fordern die Verbände, dass die Bäuerinnen und Bauern dabei unterstützt werden müssen, umweltfreundlich und klimaschonend zu wirtschaften und tiergerechte Haltungssysteme aufzubauen. Anstatt Agrarrohstoffe für den Weltmarkt zu produzieren, müsse die regionale Erzeugung und Vermarktung im Vordergrund stehen und faire Erzeugerpreise garantieren. Von der Gesellschaft gewollte Leistungen für Umwelt und Tierschutz müssten dementsprechend angemessen honoriert werden.

Umwidmung der Flächenprämien gefordert

Um diese Ziele zu erreichen, fordern die Verbände eine schrittweise Umwidmung der 5 Mrd. €, die momentan als Flächenprämie ausgezahlt werden. Mit dem durch sinkende Flächenprämien eingesparten Geld müsse die Landwirtschaft dabei unterstützt werden, Pflanzenschutzmittel einzusparen, weiter auf Ökolandbau umzustellen, Geflügel, Schweine und Rinder tiergerecht zu halten und über vielfältigen Kulturwechsel Bodenhumus aufzubauen.

GAP-Verhandlungen im Fokus

All diese Forderungen finden sich den Verbänden zufolge im Green Deel beziehungsweise in der Farm-to-Fork-Strategie der EU-Kommission wieder. Die bisherigen Beratungen im Agrarministerrat und im Europäischen Parlament laufen nach Ansicht der protestierenden Verbände aber auf eine Gemeinsame Agrarpolitik hinaus, die den Vorgaben des Europäischen Green Deal nicht gerecht werde. Deshalb erwarten sie von der bayerischen Staatsregierung, dass sie sich aktiv für einen Neustart der GAP-Verhandlung einsetzt.

Einige der unterzeichnenden Verbände haben bereits differenzierte Stellungnahmen zu Detailregelungen erarbeitet, die Sie unter folgenden Links nachlesen können:

Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft

BUND Naturschutz

Landesvereinigung für den ökologischen Landbau


Diskussionen zum Artikel

von Phillip Brändle

Inhalte zählen!

Guten Morgen, mein Intresse wäre vorallem eine Inhaltliche Diskussion. Haben Sie das Papier der AbL zur grünen Architektur der GAP den gelesen und haben Sie Anmerkungen, Vorschläge oder konkrete Kritik? Beste Grüße, Phillip Brändle

von Wilhelm Grimm

....rational diskutieren ? Mit wem denn, jörg Meyer ?

Mit dem Abl, dem BUND und all den anderen auf der Liste stehenden ? Die wollen alle einen Deal machen und zimmern sich ihre eigene Traumwelt, Aber Träume sind nicht rational zu diskutieren und der Kater kommt danach.

von jörg Meyer

ja Rationalität auch im Umgang mit den Andersdenkenden!

Die Damen und Herren der AbL finanzieren sich zum Beispiel aus dem Verein FANAL ev der die gleiche Adresse hat wie die ABL Bundesgeschäftsstelle. Vorsitzende von FANAL sind Frau Ostendorf, deren Mann Abgeordneter der Grünen ist Herr Jacoby, der ehemalige vorsitzende der Upländer ... mehr anzeigen

von jörg Meyer

endlich rational diskutieren!

In der Coronakrise wird deutlich, dass endlich der Focus auf eine langfristige, nachhaltige Lösung der Agrarpolitik hingearbeitet werden muss, damit endlich wieder Planungssicherheit für die Landwirte und ihre Familien möglich ist. Die Politikänderungsrisiken, die von den hier ... mehr anzeigen

von Kirsten Wosnitza

Am Markt müssen auch die wahren Kosten bezahlt werden

Nur dann macht die Abschaffung von Prämien Sinn.

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