Bayern

Scharfe Kritik an PETA-Forderung

Der Bayerische Vieh- und Fleischhandelsverband kritisiert PETA für die Forderung, den Schlachtbetrieb von VION in Furth im Wald dauerhaft einzustellen.

Die Tierschutz-Organisation PETA forderte im November eine endgültige Schließung des Schlachtbetriebs in Furth im Wald. PETA hatte versucht, einen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Fleisch und Pandemien herzustellen. Der stellvertretende Vorsitzende des bayerischen Vieh- und Fleischhandelsverband, Reinhold Koller, hat dies als verantwortungslos im Hinblick auf Tierschutz und regionale Erzeugung kritisiert.

Schließung wäre kontraproduktiv

„Durch eine dauerhafte Schließung des Schlachthofs in Furth im Wald hätten wir im gesamten Regierungsbezirk Oberpfalz keine Möglichkeit mehr, Rinder zu schlachten. Das führt nicht nur dazu, dass wir Schlachttiere dann über erheblich weitere Strecken transportieren müssten, sondern auch dazu, dass die allseits gewünschte regionale Erzeugung von gesunden Lebensmitteln konterkariert wird. Vor dem Hintergrund der guten Viehhaltung in der Oberpfalz ist die Schließung des letzten Rinderschlachthofs im Regierungsbezirk genau der falsche Weg.“

Kein Verbot von Fleischkonsum

Koller bezeichnet die Behauptung von PETA, dass 75 % aller neu auftretenden Infektionskrankheiten vom Tier auf den Menschen beim Fleischkonsum übertragen werden, als Fake News.

Er fordert PETA auf, das Recht des Verbrauchers auf Fleischkonsum anzuerkennen. Dieses Recht gehöre zu den freiheitlich-demokratischen Grundwerten der Gesellschaft genauso wie das Recht, auf Fleisch in der Ernährung zu verzichten. Wenn PETA den Verbrauchern den Fleischkonsum verbieten möchte, könne man den Verbraucher nur aufrufen, PETA zu boykottieren, so Koller.

„PETA verkennt, dass die ganz große Mehrheit der Gesellschaft Fleisch als gesundes, hochwertiges und vor allem äußerst schmackhaftes Lebensmittel schätzt und nicht gewillt ist, die ideologisch verbrämten Verbote vermeintlicher Tierschützer zu akzeptieren“, meint der Vorsitzende.

Anstatt fehlenden Tierschutz außerhalb europäischer Grenzen ins Visier zu nehmen, habe PETA es sich offensichtlich zum Ziel gemacht, die heimische Fleischwirtschaft ohne Grund an den Pranger zu stellen, kritisiert Koller. Er beurteilt das Vorgehen von PETA als verwerflich und verantwortungslos gegenüber den Beschäftigten in der Landwirtschaft.

Die Redaktion empfiehlt

Das Wichtigste aus Agrarwirtschaft und -politik montags und donnerstags per Mail!

Mit Eintragung zum Newsletter stimme ich der Nutzung meiner E-Mail-Adresse im Rahmen des gewählten Newsletters und zugehörigen Angeboten gemäß den Datenschutzbestimmungen zu.