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Schweinehaltung im Duett

Simon und Josef Donhauser übernehmen zusammen den Schweinezucht- und Mastbetrieb ihrer Eltern. Angst vor der Zukunft haben die Brüder aus Amberg nicht. Südplus berichten sie, über das gemeinsame Betriebsmanagement und ihre Pläne.

Lesezeit: 4 Minuten

Man merkt schnell, dass die Chemie zwischen Simon (25) und Josef (23) Donhauser stimmt. Beim Gespräch am Kaffeetisch vor dem Haus ist die Stimmung zwischen den zwei Brüdern aus Kümmersbruck bei Amberg ausgelassen und fröhlich.

„Wir passen gut zusammen, weil wir ganz unterschiedliche Charaktere haben“, sagt Simon, der für die 380 Sauen im Betrieb verantwortlich ist. Er sei ruhig und gelassen und arbeite gern im Stall. „Schlepperfahren ist weniger meine Sache.“ Sein Arbeitstag sei durchgeplant und dauere in der Regel von 7.30 Uhr bis 18.00 Uhr.

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Josef, der die Außenwirtschaft und den ausgesiedelten Aufzucht- und Maststall mit insgesamt 2 200 Plätzen betreut, beschreibt sich selbst als temperamentvoll und auch „leicht reizbar". „Ich arbeite abends gerne länger, weil ich da für mich bin“, sagt er über sich.

Beide wollten Landwirt bleiben.

Gemeinsam ist beiden, dass sie Landwirt gelernt haben und sehr gerne in der Landwirtschaft bleiben wollten. Weil sie gut harmonieren, haben sie beschlossen, gemeinsam den elterlichen Schweinebetrieb zu übernehmen: Simon bekommt den landwirtschaftlichen Betrieb mit Sauenstall in Ortslage, Josef den Aussiedlungsstandort mit Aufzucht und Mast, der gewerblich läuft. „Alles ist steuerlich sauber getrennt und jeder ist in seinem Bereich der Chef“, erläutert Simon.

Beide Jungunternehmer können sich gleich von Anfang voll entfalten, weil ihr Vater Jürgen (51) seinen Platz als Betriebsleiter räumt. Er hat den Hof mit nur wenigen Hektar Eigentumsfläche mit seiner Frau Lucia aufgebaut und arbeitet jetzt hauptberuflich als Fachspezialist Schwein bei der BayWa.

„Es macht mir nichts aus, etwas zurückzutreten, weil ich sehe, mit welcher Freude meine Söhne den Betrieb weiterführen“, erläutert Jürgen Donhauser. „Ich konnte mich schließlich lange genug als Betriebsleiter austoben, und kann meiner jetzigen Tätigkeit auch viel Positives abgewinnen." Die beiden Hofnachfolger sind sich der Leistung ihrer Eltern sehr wohl bewusst. „Wäre der Betrieb nicht schon so entwickelt gewesen, wäre ich vermutlich nicht zu Hause eingestiegen“, gibt Simon offen zu.

Viele Erfahrungen gesammelt

Er und sein Bruder haben ihre Lehre und das Praxisjahr vor der Meisterprüfung auf unterschiedlichen Betrieben gearbeitet. So konnten sie sich mit unterschiedlichen Betriebsstrategien auseinandersetzen und bekamen viele Impulse für das Führen des eigenen Betriebes.

„Unser vorrangiges Ziel ist nicht weiteres Wachstum, weil das fast immer zulasten der Arbeitsbelastung geht“, erläutert Simon. „Wir wollen vielmehr die Arbeit durch eine bessere Technisierung vereinfachen und die Biosicherheit erhöhen“, erläutert Simon. Die Maxime von ihm und seinem Bruder lautet: „Der Betrieb muss für die Familie da sein, und nicht die Familie für den Betrieb.“ Zurzeit investiert er in neue Abferkelbuchten mit aufklappbaren Schutzkörben. „Wenn die freie Abferkelung kommen sollte, wären wir gewappnet“, so der Ferkelerzeuger.



Über 30 abgesetzte Ferkel

2019 will er eine automatische Saugferkelbeifütterung einbauen. Die lohnt sich, weil seine Sauen mit über 30 abgesetzten Ferkeln eine sehr hohe Leistung haben. Trotzdem stellt Simon seine Genetik um. Er wechselt von Danzucht zu Topigs-Sauen, die norwegische Genetik enthalten. Er verspricht sich davon weniger Ferkelverluste und eine bessere Eignung für die freie Abferkelung. Die Eigenremontierung, die er jetzt praktiziert, will er aber beibehalten.

Zudem baut er im Sauenstall eine neue Lüftung mit Zentralabsaugung und Wärmetauscher sowie zwei CoolPads ein. Damit kann er im Winter die Abwärme der Wartesauen für den Abferkelstall nutzen und im Sommer den Stall besser kühlen. Josef erneuert die Fütterungsanlage in der Aufzucht und Mast und stellt auf Flüssigfütterung um.

Nicht bange vor der Zukunft

Trotz der unsicheren Perspektiven in der Schweinehaltung ist den beiden Jungunternehmern nicht bange vor der Zukunft. „Wenn wir mit der Leistung immer vorne dabei sind, können wir auch künftig Geld mit der Schweinehaltung verdienen“, sind beide überzeugt. Tierwohlprogrammen stehen sie kritisch gegenüber. „Der zuätzliche Arbeitsaufwand ist oft höher als der Zuschlag, und vor allem sind die Zuschläge in den meisten Fällen nicht langfristig verlässlich“, geben sie zu bedenken.

Die Konstellation als Zweierteam sehen sie als Vorteil. „Zusammen sind wir arbeitswirtschaftlich flexibler als allein“, sagt Josef. Zudem können sie sich auch ihre Mitarbeiter teilen. Aktuell beschäftigen sie zwei Praktikanten aus Usbekistan und einen Minijobber.So müssen ihre Partnerinnen nicht im Betrieb mitarbeiten, sondern können sich auf ihren eigenen Beruf und die Kinder konzentrieren.

Damit kein Sand ins Getriebe kommt, legen Simon und Josef viel Wert auf Kommunikation. Sie treffen sich einmal täglich am Nachmittag zum Kaffeetrinken und tauschen sich dabei aus, ihre Termine stimmen sie über einen Google-Kalender miteinander ab.Das Grundvertrauen zwischen den beiden Brüdern ist ohnehin vorhanden. Insgeheim sehen beide die Einzelbetriebe als großes Ganzes.

Kontakt: klaus.dorsch@topagrar.com

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