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Amazone Sämaschine Cataya Special mit Doppelscheibenscharen

Vor fünf Jahren stellte Amazone erstmals eine Sämaschine mit Doppelscheibenscharen vor. Nun gibt es für die mechanische Sämaschine Cataya Special auch eine Einstiegsvariante dieser Schare.

Lesezeit: 8 Minuten

Vor zwei Jahren stellten wir die Amazone Cataya Special vor. Damals gab es die Sämaschine nur mit RoTec-Einscheibenschar sowie Isobus-Steuerung inklusive elektrischem Antrieb. Dementsprechend komplex und teuer war die Maschine.

Hier das Video aus 2018:

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Es sollte auch einfacher gehen. Häufig reicht ein mechanischer Antrieb, kombiniert mit Doppelscheibenscharen. Das hat Amazone erkannt und stellt die Cataya Special mit dem TwinTeC Special-Schar vor. Wir konnten die mechanische Sämaschine mit 3 m Arbeitsbreite bereits vor Markteinführung fahren.

Boden vorbereiten

In unserer Kombi sorgte die KE 3001 Super für die entsprechende Bodenbearbeitung. Der Anbau erfolgt über die Kategorie 2 oder 3N. Gelenkwelle und Hydraulikschläuche haben jeweils Parkpositionen. Die Kreiselegge ist für Traktoren bis 135 kW/180 PS Leistung zugelassen.

Die Seitenschilde sind zweifach aufgehängt. Ihre Höhe lässt sich schnell mit dem Universalwerkzeug anpassen. An unserer Testkombi war die „kleine“ Trapezringwalze mit 500 mm Durchmesser montiert. Bei den Walzen mit geringem Durchmesser ist die Planierschiene links und rechts über je ein Lochraster einzustellen. Das geht mit dem 19er-Universalschlüssel sehr zügig.

Bei den großen Walzen mit 580 bzw. 600 mm Durchmesser lässt sich diese Einstellung zentral von der linken Seite aus vornehmen. Da der Planierbalken bei allen Modellen an der Walze befestigt ist, muss man die Höhe aber nur selten verstellen.

Die Zinken sind auf Schlepp angeordnet. Je ein Exenterbolzen links und rechts geben die Arbeitstiefe der Kreiselegge vor. Wer eine hydraulische Tiefenverstellung haben möchte, muss leider einen schwereren Kreiselgrubber mit Zinken auf Griff ordern. Für kleinere Schlepper gibt es die KE 3001 Special für bis zu 102 kW/140 PS. Alle Varianten haben ein Schnellwechselsystem der Zinken. Die Spuranreißer sind immer auf dem Bodenbearbeitungsgerät montiert. Eine Scherschraube dient als Anfahrsicherung. Auf der Straße muss man die Anreißer feststellen.

Aufgebaut

Die Cataya Special ist mit den Aufnahmen Quick-Link ausgestattet. Damit lässt sich die Sämaschine in nur ca. 5 Minuten aufbauen. Der serienmäßige mechanische Oberlenker sorgt für die passende Neigung zwischen Kreiselegge und aufgebautem Gerät. Optional gibt es einen hydraulischen Oberlenker, mit dem sich die Schare auch ausheben lassen, um z.B. das Vorgewende vorzukreiseln.

Das Spornrad hebt dabei aber nicht immer weit genug aus. Das möchte Amazone noch ändern. Beim Zusammenbau der beiden Maschinen muss man zudem noch mehrere Steckverbindungen an verschiedenen Stellen für die Beleuchtung und Sensoren miteinander verbinden.

Mechanisch stufenlos

Gab es die Cataya zu Anfang nur mit elektrisch angetriebener Dosierwelle, so ist jetzt auch das bekannte stufenlose Getriebe erhältlich. Anders als bei der AD ist das Getriebe aber nun auf der linken Seite montiert und hat einen integrierten Freilauf.

Das Spornrad ist leicht in der Größe gewachsen und bleibt weiterhin auf der rechten Maschinenseite. Hier hat man es gut vom Schlepper aus im Blick.

Laut Amazone soll es aufgrund des großen Durchmessers von 128 cm und dem aktiven Druck per Feder auf das Rad keine Unterschiede in der Ausbringmenge geben, auch wenn das Rad abwechselnd auf bearbeiteten und nicht bearbeiteten Boden läuft. Zum Transport muss man das 13,5 kg schwere Rad hinten in eine Parkposition stecken. Das lässt sich recht bequem machen, wenn man die Maschine auf die passende Höhe senkt.

Die mechanische Saatgutdosierung Precis ist aus der Cataya schon bekannt. Über zwei Schieber an jedem Särad stellt man von Fein- auf Normalsaat um. Das dauert weniger als zwei Minuten – gut. Die Dosiereinheiten aus Kunststoff sind von unten an den Metallbehälter geschraubt. Kleine Trichter leiten das Saatgut direkt vor die Säräder. So lässt sich der Behälter komplett leerdrillen – schön.

Das Rührwerk kann man mit einem Splint zu- oder abschalten. Es hat keine Finger, sondern Kunststoffscheiben. Dadurch arbeitet es nicht so aggressiv – ein Schutzgitter benötigt man deshalb nicht mehr. Die Saatgutrohre sind sehr steil angeordnet – das beugt Verstopfungen vor.

Vor dem Abdrehen bringt man die Kunststoffwannen in Position und stellt die Kalibrierklappen um. Schönes Detail: Dabei klappt ein kleines rotes Schild an der Seite des Einstellcenters aus. Damit kann man die Stellung auch vom Sitz kontrollieren.

Zum Abdrehen nutzt man ganz klassisch eine Kurbel, bzw. den Universalschlüssel. Hier sind 18,5 Umdrehungen nötig. Dreht man „normal“ schnell, simuliert man schon eine Fahrgeschwindigkeit von etwa 20 km/h. Man kann also ruhig etwas langsamer drehen, um die spätere Drehgeschwindigkeit besser darzustellen. Die abgedrehte Menge lässt sich nun mit der mitgelieferten Digitalwaage und dem Falteimer auswiegen. Beide Utensilien haben ihren Platz im Saatgutbehälterdeckel aus Kunststoff. Mit einer Rechenscheibe lässt sich anschließend die korrekte Getriebeeinstellung finden. Zur Sicherheit dreht man dann noch einmal ab.

Scheiben neu kombiniert

Wirklich neu sind die Doppelscheibenschare TwinTeC Special, die es mit 12,5 und 15 cm Reihenabstand gibt. Die Walze der Kreiselegge ist auf den jeweiligen Abstand angepasst. Jedes einzelne Schar ist über ein Gummielement auf ein Vierkantrohr geklemmt.

Die Schare sind in zwei Reihen mit einem Versatz von 19,5 cm angeordnet. Die längeren Scharhalter haben ein um 3,5 cm breiteres Gummielement. Dadurch soll der Druck nahezu auf beiden Scharreihen gleich sein. Über die zentrale Schardruckverstellung lässt sich per Kurbel ein Druck von maximal 40 kg pro Schar einstellen.

Zum Vergleich: Bei der Cataya Super sind es bis zu 60 kg. Deshalb empfiehlt Amazone eine Fahrgeschwindigkeit, je nach Bodenbedingungen, von höchstens 10 km/h. Bei unserer Vorserienmaschine zitterten die Schare noch etwas in dem leichten Sandboden. Die Konstrukteure möchten deshalb zum Serienstart die Gummipuffer noch optimieren.

Direkt hinter den Scharen montierte Andruckrollen führen diese in der Tiefe. Auf Wunsch halten Abstreifer die Rollen sauber. Anders als bei der Cataya Super sind die Schare nicht von einem Parallelogramm geführt. Das Scheibenschar selbst ist jedoch identisch. Abstreifer aus Hartmetall halten die Scheibeninnenseiten sauber.

Die Arbeitstiefe lässt sich von 0 bis ca. 40 mm (je nach Boden) einstellen. Mit dem Universalschlüssel verdreht man dazu je eine Spindel links und rechts, die die Aufhängung der Schare verdrehen. Das ist schnell gemacht. Für größere Arbeitstiefen schraubt man die Andruckrollen um. Möchte man eine zentrale Tiefeneinstellung, muss man wiederum die Super-Maschine wählen.

Hinter den Andruckrollen streicht ein optionaler Striegel die Saatrillen weiter zu. Die Zinken lassen sich einzeln in zwei Arbeits- und eine Parkposition einstellen. Der bekannte Exakt-Striegel ist für die Special-Variante mit TwinTec Special nicht verfügbar.

Verzichtbare Elektronik

Unsere Vorserienmaschine war mit dem einfachen Terminal AmaLog+ (943 €) ausgestattet. Dieses zeigt die aktuelle Fahrgeschwindigkeit und die Spurnummer des Fahrgassensystems an. Ein Sensor am Wechselventil der Spuranreißer gibt dazu die nötige Arbeitsstellung weiter.

Drückt man vor dem Abdrehen die Tasten C und Enter gleichzeitig, zählt das Terminal die Umdrehungen mit und gibt ein Signalton beim Erreichen der entsprechenden Umdrehungen. Um den richtigen Fahrgassenrhythmus im AmaLog+ auszuwählen, muss man in der Betriebsanleitung nachschlagen.

Eine Schlingfederkupplung schaltet die Vorgelegewelle ab, die bis zu 2x5 Reihen abschalten kann. Für die Halbseitenabschaltung muss man zwei Fingerkupplungen manuell verschieben. Leider sitzen diese unter einer Blechhaube, auf die Amazone aufgrund von Sicherheitsvorschriften nicht verzichten darf. Im Saatgutbehälter dient ein optionaler kapazitiver Näherungsschalter als Leermelder.

Das Terminal gibt dem Fahrer ein Signalton beim Erreichen des Mindestfüllstands. Über ein Langloch lässt sich der Sensor in der Höhe verschieben. Für die Cataya Special gibt es nur Rückleuchten mit Glühbirnen, die Tankinnenbeleuchtung ist dann aber mit zwei kleinen LED-Strahlern ausgeführt. Für die bei uns installierte Arbeitsbeleuchtung ist eine zweite dreipolige Steckdose nötig. Das Licht lässt sich dann mit einem Kippschalter bedienen.

Wer keine Fahrgassenschaltung benötigt, der kann die Cataya Special mit mechanischem Antrieb auch ohne jeglichen Elektronikanschluss fahren. Das bringt auf jeden Fall eine hohe Einsatzsicherheit – auch nach vielen Jahren.

Wer die Saatmenge während der Fahrt verstellen möchte, muss den elektrischen Antrieb wählen. Diesen gibt es mit dem maschinenspezifischen Terminal AmaDrill2 (2.409 €) oder auch als Isobus-fähige (ab 2.657 €) Version. Eine einfache Anpassung der Saatmenge mit einem Pneumatik- oder Hydraulikzylinder gibt es leider nicht. Dafür lassen sich in der Isobus-Variante aber Applikationskarten verwenden.

Uns konnte die Amazone Cataya Special mit TwinTec Special-Scharen und Spornradantrieb überzeugen. Die Maschine ist sehr einfach aufgebaut. Hier haben die Konstrukteure sich auf das Wesentliche konzentriert. Alle nötigen Einstellungen sind schnell manuell zu erledigen. Die Abdrehprobe lässt sich komplett von der linken Seite durchführen. Mit entsprechendem Frontballast ist die Kombination (leer: 2.690 kg) für mittlere Vierzylinder-Traktoren gut zu händeln.

Bleibt noch der Preis zu nennen: Die Kreiselegge KE3001 Super kostet in der getesteten Ausführung 18.668 €. Für die Cataya Special sind 24.093 € fällig. Das ist zwar einiges mehr, als von manch günstiger Konkurrenz. Dafür ist die Kombination auch in fast allen Punkten durchdacht konstruiert.

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