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Getreideernte: Neun Tipps für eine erfolgreiche Strohbergung

Das Getreide ist gedroschen, nun gilt es, das Stroh mit der bestmöglichen Qualität zu ernten – neun Lehren aus den Maschinentests der letzten Jahre.

Lesezeit: 9 Minuten

SCHNELL GELESEN
Stroh hat nicht nur als Einstreu, sondern auch in der Fütterung eine wichtige Bedeutung. Unsere Tipps helfen bei einer erfolgreichen Ernte.
Das Material muss trocken sein. Messgeräte geben Aufschluss darüber.
Die Ballenform muss zum Betrieb passen. Quaderballen nutzen den Platz in Hallen besser aus, Rundballen lassen sich draußen unter Vlies gut lagern.

Gerade bei wechselhaftem Wetter kann die Strohernte zum echten Nervenkitzel werden. Wer Stroh als Futtermittel einsetzen will, der braucht zudem eine Topqualität. Letztlich gilt es, die Ballen sicher zu transportieren und zu lagern. Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie die Ernte zum Erfolg wird.

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Tipp 1: Bei der Bestandsführung an die Ballenpresse denken

Eine gute Strohernte fängt bereits bei der Bestandsführung an. Ebene Flächen ohne tiefe Fahrspuren lassen Presse und Co. flott fahren. Damit sind hohe Bergeleistungen möglich.

Tiefere Spuren, z.B. vom Gülle ausbringen, ziehen die Technik stärker in Mitleidenschaft. Drischt man das Getreide so, dass das Schneidwerk die Pflanzen in der Fahrgasse außen schneidet, liegt das Stroh neben den Spuren.

Tipp 2: Den Mähdrescher für die Strohernte optimieren

Beim Druschsystem gibt es in der Praxis unterschiedliche Meinungen. Schüttler-Drescher sollen das Stroh weniger beanspruchen als Rotor-Maschinen. Wichtig ist vor allem die Einstellung des Dreschers. Langsamer drehende Rotoren und weniger aggressives Dreschen schonen das Stroh, auch wenn es teils etwas zu Lasten der Druschleistung geht.

Ein Spreuverteiler am Mähdrescher ist für eine hohe Strohqualität entscheidend. Die Spreu wird so auf breiter Fläche verteilt und landet nicht komplett unter bzw. im Schwad.

Für Mähdrescher mit großen Arbeitsbreiten gibt es Lösungen aus der Praxis, bei denen z.B. ein zweigeteiltes Förderband hinten am Drescher das Stroh in zwei Schwade aufteilt. Diese kleineren Schwade können dann besser abtrocknen.

Eine andere Lösung aus der Praxis sind hydraulisch angetriebene Wurfflügel. Dabei fällt das Stroh von oben auf die horizontal rotierenden Flügel, die es breit verteilen. Anschließend muss dann aber der Schwader kommen.

Tipp 3: Den Trocknungsprozess steuern

Bei sehr voluminösen Schwaden, teils grünem Stroh und gerade bei einer unsicheren Wetterlage ist der Einsatz von Schwader, Wender oder Schwadlüfter unverzichtbar.

Ist das Stroh nicht nur oberflächlich nass geworden, muss zuerst der Wender ran. Achten Sie auf eine hohe Einstellung der Zinken. Kommt man gerade vom Grünland, sind die Geräte für den Einsatz auf dem Stoppelfeld zu tief eingestellt. Die Zinken sollten nur etwa eine Daumenbreite unterhalb der Stoppeln laufen.

Vorsicht bei großen Schwaden mit schwerem Stroh: hier ist der Wender schnell an seiner Leistungsgrenze. Die Breite des Wenders sollte auf die Schneidwerksbreite des Dreschers abgestimmt sein, sodass immer genau zwei Kreisel ein Schwad streuen. Bei großen Strohmassen sollten Sie langsam fahren.

Eine niedrige Zapfwellendrehzahl sorgt dafür, dass das Stroh auseinander gelegt und nicht gestreut wird. Streut man es zu breit, sind höhere Verluste vorprogrammiert. Arbeiten Sie am besten mit dem Wender so, dass ihr Schwader das Stroh anschließend in einer Überfahrt wieder zusammenlegen kann.

Mit dem Schwader lässt sich das Stroh auch „nur“ umdrehen. Damit bewegt man es vom eigentlichen Ablageort zur Seite, auf einen trockenen Untergrund und lockert es zudem etwas auf. Passen Sie die Schwadgröße auf die Presse an.

Tipp 4: Bei hohen Schwaden einen Reifenpacker nutzen

Große Quaderballenpressen haben hohe Durchsatzleistungen, das funktioniert aber nur bei vollen, größeren Schwaden. Lockere Schwaden trocknen zudem besser. Viele Praktiker bauen diese deshalb hoch auf. In der Front des Pressenschleppers sorgt ein Reifenpacker oder ähnliches dann dafür, dass es sich nicht unter dem Schlepper aufschiebt.

Zudem füllen breitere Schwade den Schneidrotor und die oft 1,20 m breite Presskammer gleichmäßiger. Messen Sie die Schlepperinnenspur und richten die Schwade darauf aus.

Tipp 5: Schwadlüfter nutzen

Schwadlüfter bewegen das Stroh anders als Schwader nicht über den Boden. Sie heben es durch den mit Federzinken bestückten Rotor an und legen es je nach Ausführung hinten seitlich wieder ab. Das soll bei entsprechender Einstellung weniger Schmutz und Steine ins Schwad bringen. Außerdem wird das Futter durch das Anheben und wieder Ablegen aufgelockert und kann so gut durchlüften.

Mit Schwadlüftern kann man auch deutlich schneller fahren als mit Kreiselschwadern. Mit den speziellen Geräten sind teils Fahrgeschwindigkeiten bis zu 18 km/h möglich (top agrar Ausgabe 03/2016). Schwadlüfter gibt es unter anderem von Fransgard, Talex, Elho oder Briol.

Ähnlich hohe Geschwindigkeiten erzielen auch Bandschwader. Sie bewegen das Futter ebenfalls nicht über den Boden. Mit Frontbandschwadern und geteiltem Band ist auch das Aufteilen der Schwade möglich. Das kann bei großen Strohmassen interessant sein.

Tipp 6: Feuchtigkeit im Stroh prüfen

Das Futter liegt fertig im Schwad, doch ist es schon trocken genug? Eine Methode dazu: Nehmen Sie ein Büschel Stroh und drehen es mit beiden Händen gegeneinander. Lässt es sich leicht auseinanderdrehen, dürfte der Feuchtegehalt gering genug sein.

Wer nicht schätzen möchte, kann sich auch ein Feuchtemessgerät zulegen. Viele Pressen haben das serienmäßig an Bord, es gibt sie aber auch als Nachrüstlösungen, z.B. von Agreto. Im Netz findet man Angebote ab etwa 500 €. Wile bietet z.B. eine Tellersonde, die man mit einem klassischen Ballenmessgerät verbinden kann (www.wile.fi). Damit soll sich auch loses Material beproben lassen.

Ist das Stroh in Ballen, überprüft man es mit Lanzenmessgeräten. Diese gibt es unter anderem von Claas, Wile, Agreto oder Kerbl und kosten je nach Anbieter zwischen 180 und 450 €.

Tipp 7: Rundballen mit genügend Lagen wickeln

Am Hang sind die leichteren Rundballenpressen im Vorteil – auch wenn man bei der Ballenablage aufpassen muss. Wer eine Press-Wickelkombination einsetzt, kann für einen zügigeren Abtransport auch die Doppelballenablage nutzen. Der Wickeltisch dient dann als Zwischenlager. Zudem ist bei Rundballenpressen der Leistungsbedarf deutlich niedriger als bei Quaderballenpressen. Somit sind auch kleinere Schlepper für die Ernte möglich.

Variable Pressen erreichen höhere Ballendichten als Festkammermaschinen. So konnten wir in unserem Systemvergleich mit Vicon z.B. mit der variablen Presse in 1,25 m großen Rundballen 25 kg Stroh mehr pressen. Mehr dazu lesen Sie im nachfolgenden Beitrag aus der top agrar 02/2022.

Generell gilt: Je häufiger der Ballen angefasst wird, desto mehr Netz. Viele Empfehlungen liegen bei vier Umwicklungen. Besser sind aber eine Drittel oder halbe Umdrehung mehr, damit auch im Bereich der Netzenden vier Lagen sicher übereinander liegen.

Wer Stroh unter Vlies lagert ist mit Rundballen ebenfalls besser beraten. Achten Sie dabei auf eine passende Netzbreite, sodass die Ecken der Ballen sicher umwickelt sind. Dann zieht von den Seiten deutlich weniger Feuchtigkeit in die Ballen. Gestapelt als Pyramide ist das Stroh unter Vlies gut belüftet und Regenwasser kann trotzdem abfließen.

Fixieren Sie das Vlies sicher, sodass es sich nicht im Wind bewegt. Achten Sie bei der Miete darauf, dass Wasser abfließen kann. Legen Sie die Ballen nicht in eine Mulde. Paletten schützen vor Feuchtigkeit von unten. Auch loses Stroh unter den Ballen nimmt Feuchtigkeit auf, bevor es in die Ballen gelangt.

Tipp 8: Lagerplatz mit Quaderballen voll ausnutzen

In puncto Ballendichte haben die Quaderballenpressen die Nase vorn. Achtung: Der erste Ballen der Saison dient nicht als Referenz, da dieser beim Pressen kein Gegendruck im Kanal hat und deshalb nicht fest ist. Eine gute Garnqualität kann sich gerade bei hohen Pressdrücken rechnen, da die Garne oft besser halten und das Pressen damit weniger störanfälliger ist.

Noch deutlicher zeigt sich der Unterschied zwischen Rund- und Quaderballen beim Durchsatz, denn die Maschinen können durchgängig fahren und müssen für den Bindevorgang nicht anhalten – wie es bei den meisten Rundballenpressen der Fall ist.

Die Schneidwerke der Quaderballenpressen kommen mit mehr Messern, kürzere Schnittlängen sind möglich. So schaffen es z.B. Krone und Claas mit je 51 Klingen auf 22 mm theoretische Schnittlänge. Im Vergleich: Pöttinger bietet bei den Rundballenpressen das Schneidwerk mit der höchsten Messeranzahl und 32 mm theoretischer Länge.

Quaderballenpressen lassen sich zusätzlich auch mit Vorbauhäckslern ausstatten. Dabei arbeiten pendelnd angeordnete Messerklingen auf einer Rotorwelle und ziehen das Stroh zunächst an einer einstellbaren Gegenschneide entlang, ehe es in die Pick-up und somit in die Presskammer gelangt. Das soll für noch gleichmäßigere Schnittlängen mit weniger Überlängen und eine bessere Auffaserung sorgen.

Achten Sie bei der Strohgabel auf die Anzahl der Zinken. Je kürzer das Futter geschnitten ist, desto mehr Zinken sollte die Gabel haben. Aus verschiedenen Tests können wir z.B. sagen, dass bei einem 2,20 m langen Quaderballen, gepresst mit 51 Messern mindestens vier Zinken mit 1,1 m Länge an der Gabel sein sollten.

Die Ballen liegen meist in Fahrtrichtung. Zum Sammeln muss man quer dazu über die unebenen Flächen fahren. Eine Praktikerlösung kann eine Schleppstange mit Bügel hinter der Presse sein, die den Ballen an der Ecke packt und um 90° dreht.

Wer Stroh in der Halle lagert, der ist ebenfalls mit Quaderballen gut beraten. Der oft teure Platz wird deutlich effektiver ausgenutzt als bei Rundballen.

Tipp 9: Strohballen sicher transportieren

Quadratische Ballen haben Vorteile beim Transport und der Lagerung. Die raumausfüllenden Pakete sind gerade auf längerer Strecke interessant.

Schubböden sind innen z.B. zwischen 2,40 und 2,48 m breit. Zu einer Innenhöhe von 2,65 bis 2,70 m passen Ballen mit 90 cm Höhe besser als 70er. Achten Sie bei der Ballenlänge auf die Toleranz, die auch schon mal 10 cm betragen kann. Dann lässt sich Stroh formschlüssig ohne weitere Sicherung effektiv transportieren.

Auf offenen Plattformwagen, die bis zu 2,55 m breit sind, werden die Quader meist in Längsrichtung verladen. Verzurren Sie die Ladung sicher gegen verrutschen. Der Fokus liegt dabei vor allem auf der ersten und letzten Ballenreihe. Hier sollten mindestens zwei Gurte angelegt werden, vor allem wenn die Ladung etwas übersteht.

Übrigens: Spanngurte haben kein Ablaufdatum, müssen aber technisch in Ordnung sein und das Knoten und Aneinanderbinden zweier Gurte ist verboten. Plattformwagen mit automatischen Systemen bringen Sicherheit und Komfort. Allerdings kosten diese Systeme viel

Achten Sie bei Ihren Anhängern auf die Straßentauglichkeit – sind Bremsen, Federung, Beleuchtung, Rahmen in Ordnung? Sind sie zugelassen oder haben sie eine Betriebserlaubnis? Für Rundballen sind Rungen vorne und hinten am Wagen wichtig.

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