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Checkliste: So gibt´s optimale Rundballen bei der Silage- und Strohernte

Schöne und feste Rundballen bei der Silage- und Strohernte, gut geformt und mit weichem Kern im Heu – das sind einige der Ansprüche an Rundballenpressen. 8 Tipps, um diese zu erfüllen.

Lesezeit: 7 Minuten

Woran muss ich bei der Ernte in Rundballen alles denken? Mit unserer Checkliste kommen Sie Schritt für Schritt zum perfekten Rundballen.

Punkt 1: Den Einsatz der Presse gut vorbereiten

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Eine ausreichende Schmierung der Ketten erkennen Sie daran, dass diese immer minimal feucht sind. Achten Sie bei der Auswahl des Öls auf die Empfehlung des Herstellers. Bei sehr staubigen Bedingungen, wie in der Stroh- und Heuernte, braucht es mehr Öl als in der nassen Herbstsilage.

Die Fördermenge können Sie an einer kleinen Ölpumpe mit einem Schraubendreher verändern. Einige Praktiker geben unter sehr trockenen Verhältnissen einmal täglich zusätzlich Öl mit der Kanne auf alle Ketten, um sie zu Beginn bereits richtig zu durchfeuchten.

Kontrollieren Sie variablen Pressen auch die Gummiriemen auf Verschleiß. Sind die Laufflächen stark abgenutzt, können eine zu geringe Riemenspannung oder beschädigte Antriebsrollen die Ursache sein. Seitlich ausgefranste Riemen entstehen häufig durch schiefstehende Riemenwalzen. Schauen Sie sich dazu die Lagerungen der Walzen an und justieren entsprechend (sofern möglich) nach.

Gibt es Probleme beim Pressen, weil das Futter überrutscht, müssen aufgrund einer zu glatten Oberfläche eventuell neue Riemen her. Eingerissene Riemen sind oft die Folge von Fremdkörpern. Damit Sie in der Saison keine bösen Überraschungen erleben, ersetzen Sie diese direkt. Achten Sie dabei auf eine gleiche Länge aller Bänder.

Nehmen Sie auch regelmäßig die Starter- und weitere Walzen unter die Lupe. Gelangen z.B. Steine in die Presse, können kleine Macken auf den Walzen bereits zu Problemen mit der Netz-/Folienbindung führen. Reinigen Sie die Technik täglich mit Luft. Gerade Press-Wickelkombinationen sind komplexere Maschinen. Hier lohnt es sich, z.B. bei jedem Folienwechsel einmal Futterreste an der Wickeleinheit und der Ballenübergabe zu entfernen, um z.B. Sensorfehler zu vermeiden.

Punkt 2: Das Schwad formt den Ballen

Ein kastenförmiges Schwad füllt die Ballenkammer gleichmäßig, vor allem dann, wenn es etwa 10 cm breiter als die Kammer ist. Dann muss der Fahrer auch weniger übers Schwad pendeln. Liegt wenig Futter auf den Flächen, sind schmalere Schwade ratsam. Über das Pendeln lässt sich dann die Kammer gleichmäßig füllen.

Die Folge von ungleichmäßigen Schwaden sind vor allem trapezförmige Ballen. Achten Sie auch darauf, dass das Futter nicht verzopft. Ansonsten kann die Presse nicht an der Leistungsgrenze gefahren werden. Bei sehr großen Schwaden, wie man sie im Heu oder Stroh oft findet, kann der Einsatz eines Reifenpackers in der Fronthydraulik das Futter unter den Schlepper lenken.

Punkt 3: Pick-up richtig einstellen

Passen Sie die Rechhöhe der Pick-up unbedingt auf die Erntebedingungen an. Grundsätzlich sollten die Zinken den Boden nicht berühren. Andernfalls kann Schmutz ins Futter gelangen und der Verschleiß steigt. Einige Pressen bieten die Möglichkeit, die Pick-up „aufgehängt“ zu fahren, das heißt, dass der Weg nach unten begrenzt ist. Nutzen Sie diese Einstellung im Stroh. Damit sinkt der Verschleiß an Tasträdern und Lagerungen und weniger Fremdkörper gelangen in die Presse.

Punkt 4: Messer täglich kontrollieren

Für einen möglichst kurzen und sauberen Schnitt sollten die Messer scharf sein. Kontrollieren Sie in der Ernte täglich die Messer und schleifen Sie lieber öfter und dafür weniger intensiv. Stumpfe oder falsch geschliffene Messer erhöhen letztlich den Kraftstoffbedarf. Der Schliff sollte immer über den gesamten Messerrücken der glatten Seite erfolgen. Niemals an der Wellenform schleifen. Damit behalten Sie den Winkel der Schneide bei und verlängern die Lebensdauer der Messer. Schleifen Sie deshalb mit einem geeigneten Schleiftisch, nicht mit einem Winkelschleifer. Schleifvorrichtungen gibt es teils bereits ab ca. 1.500 €. Alternativ bieten auch einige Werkstätten oder Lohnbetriebe diese Arbeit an.

Ist der gesamte Messersatz montiert, steigt zwar der Kraftbedarf, aber auch die Ballendichte. Bedenken Sie das. Will man beispielsweise Heu ohne Messer pressen, ist der Einsatz von Blindmessern zu empfehlen. Ansonsten setzen sich die Messerschlitze bei herausgeschwenkten Schneiden schnell zu und sie lassen sich anschließend nur schwer wieder in Arbeitsstellung bringen.

Punkt 5: Erntegut entscheidet über Pressdruck

Der Pressdruck lässt sich bei vielen variablen Maschinen für mehrere Zonen individuell anpassen. Die Größe der einzelnen Zonen ist meist ebenfalls einstellbar. Bei Festkammerpressen lässt sich systembedingt nur der Durck auf das Ballenäußere verändern. Vor allem Silage sollte man mit möglichst hohem Druck pressen, um für eine gute Silierung so viel Sauerstoff wie möglich zu verdrängen.

Zudem bringt ein hoher Pressdruck in Silage und Stroh einen ökonomischen Vorteil: Weniger Ballen, weniger Netz und bei Silage auch weniger (teure) Folie. Werden Strohballen im Stall per Hand verteilt, kann ein geringerer Pressdruck im Kern (bei variablen Pressen) das Auflösen allerdings deutlich vereinfachen.

Für Heu sollten variable Pressen mit angepasstem Druck im Kern gefahren werden, je nach Erntegut und Feuchtegehalt. Liegt der Trockensubstanzgehalt im Grenzbereich, reduzieren Sie unbedingt den Druck im Kern. Eine ausreichende Belüftung des Erntegutes verringert dann die Gefahr von Schimmelbildung.

Punkt 5: Ballengröße an Bedarf anpassen

Bei variablen Pressen lässt sich über die Ballengröße natürlich auch das Ballengewicht beeinflussen. Passen Sie die Größe an den Bedarf an. Es bringt nichts, 1,35 m große Silageballen mit Gewichten von bis zu einer Tonne zu pressen, wenn der tägliche Bedarf z.B. nur bei 200 kg liegt. Dann sind auch bei Ballensilage Nacherwärmung und Futterverluste die Folge, die man eigentlich durch das Ernteverfahren minimieren wollte.

Punkt 6: Netz oder Mantelfolie?

Die Netzbindung ist immer noch das Standardverfahren, um die Ballen zu binden und in Form zu halten. Wer Stroh unter Vlies lagert, sollte breitere Netze einsetzen, die die Kanten sicher umwickeln. Dadurch zieht weniger Feuchtigkeit in den Ballen. Achten Sie auf die richtige Vorstreckung des Netzes. Auch die Qualität des Netzes kann entscheidend sein, vor allem an heißen Sommertagen bei der Strohernte. Halten Sie sich bei der Anzahl der Netzlagen an die Vorgaben der Hersteller.

In Silage sind weniger Wicklungen als bei Stroh oder Heu möglich. Generell gilt aber, desto häufiger der Ballen bewegt wird, desto mehr Lagen Netz sollte man einplanen. Achten Sie immer auf eine ausreichende Überlappung der Netzlagen. Stellen Sie bei Ihrer Presse z.B. drei Lagen ein, birgt das die Gefahr, dass die Schnittstellen des Netzes direkt übereinander liegen. Eine drittel Umdrehung mehr gibt Sicherheit.

Mantelfolie ist pro Meter teurer als Netz. Die Rollen besitzen weniger Laufmeter und müssen häufiger gewechselt werden. Doch bei Wickelballen hat die Folie auch einige Vorteile. Netz und Folie müssen bei der Entsorgung nicht getrennt werden. Die Qualität der Silage ist meist höher. Wer vorher bei Netzbindung auf acht Lagen Folie gesetzt hat, kann bei Mantelfolie sicher auf sechs Lagen reduzieren.

Punkt 7: Richtig wickeln

Bei der Stretchfolie sind die Anzahl der Folienlagen entscheidend. Als Faustformel kann man sagen: Desto trockener das Futter und je länger man es lagert, desto mehr Folienlagen sollte man wählen. Lagert man die Ballen z.B. bis zu einem Jahr und länger und liegt der TS-Gehalt über 40 %, empfiehlt es sich, bei Netzbindung auf acht Folienlagen zu setzen. Achten Sie auch auf die richtige Vorstreckung (meist 70 %) und Überlappung (meist 50 %) der Folienlagen. Wie man das überprüfen kann, lesen Sie im nachfolgenden Ratgeber:

Wer mit einem Solowickler unterwegs ist, sollte möglichst zügig nach dem Pressen die Ballen einwickeln. In der Praxis sind maximal zwei Stunden nach dem Pressen eine gängige Empfehlung.

Punkt 8: Fehlerquellen vermeiden

Oft spielt auch die Auslastung der Presse bzw. des Rotors eine entscheidende Rolle. Dreht z.B. der Rotor sehr schnell und es liegt wenig Futter auf der Fläche, dann fahren Sie schneller und/oder reduzieren Sie die Drehzahl. Oft brauchen die Pressen genügend Futterfluss. Dadurch verbessert sich häufig auch die Schnittqualität. Vermeiden Sie es, die Presse vor allem im Stroh und Heu lange ohne Futterzufluss rotieren zu lassen. Ablagerungen sind ansonsten die Folge, was zu Problemen mit der Netzbindung führen kann.

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