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Rundballensilage: Auf diese Verfahren setzen die Landwirte

Welches System hat die Nase vorn, wenn es um die Rundballensilage geht? Sologeräte oder Kombimaschine? Wir haben uns bei Praktikern umgehört.

Lesezeit: 7 Minuten

Dieser Beitrag ist der zweite Teil unseres Vergleichs verschiedener Verfahren zur Erzeugung von Silage-Rundballen. Im ersten Teil lesen Sie die Ergebnisse unseres Praxistests inklusive detaillierter Kostenkalkulation.

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Solopresse & Anbauwickler: Erfahrungen von Lohnunternehmer Patrick Henke

Am Hang setzt Patrick Henke auf einen Anbauwickler. Auch unter beengten Verhältnissen sieht er diese Technik im Vorteil.

Enge Gassen, steile Hänge und Straßen und eine sehr kleinstrukturierte Landwirtschaft prägen die Region rund um Schopfheim (BW). Hier bietet der gelernte Landmaschinenmechaniker Patrick Henke das Pressen und Wickeln von Rundballen als Dienstleistung an.

„Wir arbeiten hier in der Region fast ausschließlich an Hängen. Diese sind mit dem Schlepper befahrbar, allerdings braucht es leichte Maschinen, denn der Boden ist oft sehr weich und nass“, erklärt uns Patrick zu Beginn unseres Gespräches. Bei der Presse setzt er auf eine Solo-Maschine mit variabler Ballenkammer. Vor dem Easy Wrap-Anbauwickler kommen wahlweise ein Valtra N104 oder N114 zum Einsatz. „Das angebaute Gerät ist hier die gängige Maschine, wenn es um das Wickeln von Silageballen geht. Vor dem Krone Easy Wrap 150 reicht die Schleppergröße aus“, fügt Henke an. Sie hilft ihm auch auf engen Hofstellen, wenn er die Ballen erst auf den Betrieben wickelt.

Im Feld legt Henke die Ballen immer auf der Mantelseite ab. So muss er den Wickler für die Ablage nicht anheben und die Maschine kann sich auf der Bodenrolle abstützen. Das bringt Standsicherheit am Hang. Außerdem war die Ballenaufnahme mit den untergreifenden Walzen für ihn eine der Gründe zum Kauf des angebauten Geräts. Auch schwere Ballen bis 1,40 m Durchmesser kann er damit noch sicher aufnehmen.

Henke packt mit seinem Easy Wrap ca. 1.500 Ballen im Jahr in Folie. „Etwa zwei Drittel der Ballen wickeln wir aber nicht im Feld, sondern auf den Höfen“, beschreibt er das Ernteverfahren in der Region. „Viele Landwirte pressen die Ballen auch selbst und lassen sie dann im Lohn wickeln“, so der Jungunternehmer weiter. Dazu werden die Ballen gesammelt und auf den Hofstellen auf der Mantelseite abgelegt. Anschließend nimmt er sie mit dem Easy Wrap 150 auf und stellt sie dann auf der Stirnseite wieder ab. „Wir kommen hier mit unserem kompakten Gespann super zurecht“, ist Henke überzeugt.

„Wir erledigen auch kleine Aufträge. Ist die Entfernung groß und sind weniger als 15 Ballen zu wickeln, gleichen wir unsere Mehrkosten aber durch Anfahrtskosten aus,“ sagt Patrick.

Die Schlepper sind bei Henke mit Frontladern ausgestattet. Soll das Futter am Hof mit Folie eingepackt werden, nimmt er bei Bedarf auch eine Ballenzange mit zum Kunden. Denn so kann er die Ballen anschließend direkt stapeln, weil gerade kleinere Betriebe oft nicht über eine eigene Ballenzange verfügen. Einen weiteren Vorteil sieht er beim Wickeln auf den Höfen darin, dass man die fertigen Ballen nur einmal greifen muss. „6 Lagen Folie reichen für ein sicheres Konservieren des Futters aus, denn man beansprucht die Stretchfolie lediglich einmal beim Stapeln,“ meint Henke.




Solopresse & gezogener Wickler: Erfahrungen von Lohnunternehmer Aage Drebelow

Im Norden bieten Drebelows das Pressen von Ballensilage an. Sie nutzen dazu gezogene Wickler.

Im Jahr pressen Aage und Daniela Drebelow rund 12.000 Ballen im Lohn. „Bei etwa 5.000 Ballen kommen auch die Wickler zum Einsatz“, erklärt uns Aage die Arbeitssituation. Die Lohnunternehmer sind hauptsächlich auf Rundballenpressen und Wickeln spezialisiert. Seine Frau Daniela und er führen hauptberuflich einen Industriebetrieb mit zwölf Mitarbeitern.

Heu und Stroh presst das Ehepaar bereits seit rund 15 Jahren im Lohn. Als nach und nach mehrere Anfragen für Silageballen kamen, startete man 2014 damit, auch Silage- und Heulage zu pressen und zu wickeln. Dabei setzen sie auf gezogene Maschinen. Neben einem Gerät von Kuhn ist mittlerweile auch der gezogene Wickler Easy Wrap 165T von Krone im Einsatz. Den Easy Wrap konnten Drebelows 2021 als Prototypen ausgiebig testen, nun ist eine Serienmaschine im Einsatz.

Die Region in der Nähe von Bremerhaven ist von kleinstrukturierten landwirtschaftlichen Flächen geprägt, die zum Teil in moorigen Gebieten liegen. Gerade im Grünland findet man viele schmale Entwässerungsgräben. „Auf den moorigen Standorten sind die leichten Solopressen gegenüber den Press-Wickelkombinationen deutlich im Vorteil. Hinzu kommt, dass die die Entwässerungsgräben teilweise im Abstand von 10 m die Feldblöcke queren. Hier spielen die einfachen Pressen ihre Wendigkeit aus“, sind Drebelows von ihrem System überzeugt. „Ein angebauter Wickler kommt da für uns auch nicht infrage, weil wir sonst immer entgegengesetzt zur Pressrichtung die Ballen aufnehmen müssten.“

„Auf kleineren Flächen sind wir oft mit zwei Pressen und einem Wickler unterwegs. Hier ist die Leistung der Pressen aufgrund des vielen Rangierens deutlich geringer als auf größeren Wiesen. Der Easy Wrap schafft z.B. auch auf kleinen Schlägen bis zu 50 Ballen pro Stunde“, so der Unternehmer weiter. Damit können sie den Wickler besser auslasten. Auf großen Schlägen arbeiten hingegen meist nur eine Presse und ein Wickler zusammen.

Gerade bei kurzen Erntezeitfenstern schaffen die Solopressen laut Aage mehr Ballen pro Stunde, da sie Netz deutlich seltener wechseln müssen als Folie: „Ist die Folie bei der Kombi aufgebraucht, steht auch die Presse.“




Press-Wickelkombination: Erfahrungen von Landwirt Jan Schlamann

Im Münsterland setzt Jan Schlamann auf eine Press-Wickelkombi. Die rasche Ernte steht im Fokus.

Auf dem Rindermastbetrieb Schlamann im nordrhein-westfälischen Gronau-Epe organisiert man die Grasernte selbst – vom Mähen über das Wenden und Schwaden bis hin zum Pressen sowie dem professionellen Abtransport der Ballen ist alles durchgeplant. Wichtig ist Schlamann dabei, dass die Ballen nicht zu lange auf der Wiese liegen bleiben.

Auf 100 % Rundballensilage setzt man auf dem Betrieb Schlamann seit rund zehn Jahren. Hauptsächlich kommt die Grassilage in die Futterration der Mastfärsen. „Auf unseren kleinen Flächen war eine Häckselkolonne und auch der Ladewagen oft viel zu teuer. Um ein halbwegs großes Silo zu bekommen, mussten wir dann meist alle Flächen gleichzeitig ernten, vor allem bei den späteren Schnitten. Außerdem sind die verschiedenen Grünlandstandorte mit unterschiedlichen Schnittreifezeitpunkten hierbei ein großes Problem“, erklärt uns Jan Schlamann.

Durch die Ballensilage kann er das Futter sortieren und so passend für die verschiedenen Rationen auswählen. Außerdem muss er nicht zwangsläufig alle Flächen zeitgleich beernten. Das ist ein weiterer Vorteil, da er aufgrund der weit auseinander liegenden Flächen im Durchschnitt nicht über 35 Ballen pro Stunde pressen und wickeln kommt.

Einen Pluspunkt der Kombi im Gegensatz zu den Solomaschinen sieht der Landwirt zudem in der Ballenübergabe. „Die gepressten Ballen kommen direkt auf den Wickeltisch und berühren den Boden vor dem Wickeln nicht. Das ist gerade auf feuchteren Böden hinsichtlich der Futterqualität ein entscheidendes Kriterium für die Kombi“ ist der Praktiker von der Kombimaschine überzeugt.

„In der Grasernte kommen wir in der Regel mit drei Arbeitskräften aus. Unser Vater ist meistens mit dem Schwader unterwegs, die Presse fahre ich selbst. Den Ballentransport übernimmt unser Mitarbeiter“, erklärt uns Jan Schlamann. Den Transport kann dank des Ballenwagens mit hydraulischer Ballensicherung eine Person problemlos allein übernehmen. Wichtig ist ihm dabei der Ballenaufsteller an der Presse, denn damit sinkt seiner Meinung nach das Risiko von Folienschäden und der Transport geht schneller.

Die Presse kommt auf dem Betrieb auch bei der Heu- und Strohernte zum Einsatz. Bis zu 40 % der rund 4.000 gepressten Ballen im Jahr sind nicht eingewickelt. „Hier hilft uns die Möglichkeit der Doppelablage. Der Wickler arbeitet dann als Sammler und legt zwei Ballen direkt hintereinander ab. So sind wir beim Ballentransport zügiger unterwegs“, sagt Jan Schlamann. Die Comprima Plus ist bereits die dritte Kombipresse auf dem Betrieb. Die Nähe zum Hersteller und zum Händler sind ihm beim Kauf der Maschinen wichtig

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