Bodenzustandsbericht: Wie humusreich sind deutsche Äcker? Premium

Das Thünen Institut hat diese Woche den ersten umfassenden Bodenzustandsbericht an das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) übergeben. Er zeigt, dass die Gefahr besteht, dass der Humusgehalt in Ackerböden in den kommenden 10 Jahren abnimmt. Und er listet auf, was Landwirte dagegen tun können.

Die Daten aus dem Bodenzustandsbericht sind für die Landwirtschaft zunächst erfreulich. Die landwirtschaftlich genutzten Böden speichern in Deutschland aktuell rund 2,4 Mrd. t Kohlenstoff. Deutliche Unterschiede gibt es nach Nutzungsart. Unter Ackerböden fanden die Bodenkundler bis zu einem Meter Tiefe mit 96 t/ha im Durchschnitt am wenigsten Kohlenstoff. Unter Grünland waren es 135 t/ha. In den Moorböden Deutschlands steigt der Vorrat an organischem Kohlenstoff auf 507 t/ha im oberen Meter an. Die Kohlenstoffbindung in landwirtschaftlich genutzten Böden in Deutschland ist somit vor allem deshalb so hoch, weil Moorböden und grundwasserbeeinflusste Böden den Schnitt hoch ziehen. Wie sieht es regional aus? Regional variieren die Kohlenstoffgehalte der Böden nicht nur wegen der Nutzung sondern auch wegen der unterschiedlichen Bodenarten und Eigenschaften. Hohe Kohlenstoffvorräte von mehr als 90 t/ha kommen laut den Daten vor allem in Regionen mit Moorböden, Auenböden und Marschen wie zum Beispiel in den Grünlandregionen in Nordwestdeutschland und im Voralpenland vor. Sandige oder flachgründige Böden wie zum Beispiel in der Jungmoränenlandschaft in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern enthalten laut den Daten im oberen Meter oft nur 30 t Kohlenstoff pro ha. Nehmen die Humusvorräte zu oder ab? Beim Klimaschutz und beim Humusaufbau kommt es auf die Veränderung des Bodenkohlenstoffgehaltes über die Zeit an. Der jetzige Bodenzustandsbericht umschreibt nur den Status Quo. Die wichtigsten Informationen wird wohl erst der ...

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Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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Diskussionen zum Artikel

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von Eugen Sauter

Organische Düngung

Tja ob die Begrenzung Organischer Düngung so sinnvoll ist??? Humusaufbau benötigt nun mal Unmengen an Stickstoff , aber wenn nichtmal die 230N auf Grünland in Aussicht sind..... die Wasserwirtschaftler wissen eben besser wie man Böden auslaugt???

von Gerhard Steffek

Wollten die das Rad neu erfinden?

Was ist neu daran? Nicht einmal der Tiefumbruch, der humusreiches Material in den Unterboden bringen soll. Doch da bin ich skeptisch. Wie tief? Bei welchen Böden? Haben sie da berücksichtigt das dabei die gewachsene Struktur des Bodens, die die Tragfähigkeit des Bodens sichert, zerstört werden kann? Ich sehe nach wie vor den Grundsatz "Tief lockern, flach wenden" als einen der Besten an. Wobei vorher der Satz: "Um der Natur befehlen zu können, muß man ihr gehorchen" von Francis Bacon (1561 – 1626) zu kommen hat. Denn gegen die Natur zu arbeiten war noch nie gut. Irgendwann kommt deren Rache. Das Fatale heutzutage ist doch aber oft genug der Umstand das unsere "hochgebildeten Wissenschaftler" von der Praxis keinerlei Ahnung mehr haben. Wenn dann in Form von Theorie und Praxis zwei Welten aufeinanderprallen, falls sie es überhaupt tun, ist es auch nie gut.

von Hubertus Berges

Konträr

Die neue Düngeverordnung lässt leider deutlich weniger Spielraum für den wichtigen Humusaufbau: Mit einer positiven Humusbilanz zerschießt man seine Nährstoffbilanz, denn im Humus werden ja auch Nährstoffe gebunden. Also aus DVO Sicht besser: Silomais statt Körnermais und Strohverkauf statt Strohdüngung... aus Sicht des Humusaufbaus extrem kontraproduktiv...

von Heinrich Albo

Ackerbau in Kombination mit

Gülle/Mist verbessert die Böden ganz enorm .Auf unseren Sandböden ist in den letzten 40 Jahren die Mutterboden Auflage von 25cm auf fast 35 cm angewachsen. Auch bedingt durch durch den hohen CCM Mais Anteil(Stroh bleibt auf dem Acker) in der Fruchtfolge. Zwischenfrüchte sorgen fast schon für zu viel organisches Material.. ..Sind trotzdem aber sehr sinnvoll.

von Bernd Müller

Steuern auf Mineraldünger

Ein super Ansatz wäre Steuern auf Mineraldünger zu erheben. Organische Düngerformen steigern den Humusgehalt! Die reinen Ackerbaubetriebe müssen endlich mal von den Vorzügen der organischen Düngung überzeugt werden. In meinem Betrieb setze ich seit Jahren nur noch geringe Mengen Mineraldünger ein und das auch nur, weil das Verhältnis der Nährstoffe im Gärrest nicht dem der von der Pflanze benötigtem entspricht. Aber hierfür wird es in Zukunft Lösungen geben und gibt es teilweise auch schon. Diese Ansätze würden auch die Überschussproblematik in einigen Gebieten entschärfen.

von Christian Bothe

Literaturhinweis

http://files.agrarfakten.webnode.com/200000029-4f444503d5/AF_Humus_44_GB_MK_090613.pdf

von Hans Nagl

Wann???

Kommt eine stärkere Förderung von Grünland, den Grünland ist auch bei Erosion besser . Aber das Problem für das Grünland ist, es ist dabei nichts verdient kein Saatgut fast kein Pflanzenschutz.

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