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BayWa in Insolvenzgefahr Ernte 2024 GAP-Vereinfachungen

topplus Unkrautbekämpfung in Mais

Damit der Mais nicht in Bedrängnis kommt

Neben dem zu bekämpfenden Unkraut beeinflussen immer mehr Faktoren die Wahl des richtigen Herbizids. So gilt es z. B. auch, Anwendungspausen einiger Mittel zu berücksichtigen.

Lesezeit: 10 Minuten

Unser Autor: Günter Klingenhagen, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen

Mais wächst auf Feldern zwischen Passau und Flensburg, in den niederschlagsreichen Mittelgebirgen und in den Sandbüchsen Brandenburgs. Zudem steht er in Wassereinzugsgebieten, in denen der Einsatz von Herbiziden eingeschränkt ist und auf erosionsgefährdeten Flächen, auf denen sich mechanische Maßnahmen verbieten.

Mais dankt es, wenn man Unkräuter früh beseitigt. Wird auch später auflaufende Konkurrenz bekämpft, erleichtert dies den Anbau von Folgekulturen. Mit einer Einfachanwendung ist das auf Standorten mit hohem Unkrautdruck jedoch nicht zu erreichen.

Mehrfachmischungen sind besonders auf Grenzstandorten nicht immer gut verträglich. Daher ist es naheliegend, die Maßnahmen aufzuteilen. Besonders auf leichteren Standorten lässt sich der Ertrag so schnell um bis zu 10 % steigern.

Schnell gelesen

  • Beim Einsatz von Terbuthylazin und Nicosulfuron ist auf die Anwendungs­pausen zu achten – TBZ darf man nur einmal in drei Jahren und Nicosulfuron nur alle zwei Jahre einsetzen.

  • Die Kombination chemischer und ­mechanischer Maßnahmen kann vor ­allem auf leichten, humosen Standorten ihre Vorteile, wie z. B. eine bessere ­Verträglichkeit, ausspielen.

  • Doppelbehandlungen sind in der Regel schonender für den Mais. Die Unkräuter lassen sich dabei früh und nachhaltig ­bekämpfen.

  • Günstige Einsatztermine sind bei ­sonnigem Wetter am Vormittag. Aber Vorsicht, dann ist auch der Mais empfindlich.

Das ist neu in 2024 …

Was sich bei den Maisherbiziden künftig ändert, lesen Sie nachfolgend:

Produkte mit dem Wirkstoff S-Metolachlor (z. B. Dual Gold und Gardo Gold) kann man nur noch in 2024 einsetzen. Neu ist zudem, dass man entsprechende Mittel in Wasser-/Heilquellenschutzgebieten bereits in dieser Saison nicht mehr anwenden darf.

Bei Mesotrione-haltigen Produkten wie Callisto wurde die Aufwandmenge von 1,5 auf 1,0 l/ha reduziert. Im Splitting ist es aber noch möglich, 1,5 l/ha auszubringen. Daneva und Simba 100 SC verfügen über eine entsprechende Zulassung (z. B. zweimal 0,75 l/ha Daneva).

Das Herbizid Casper wird nicht mehr nur von Agravis, sondern auch wieder über Syngenta vertrieben. Casper ist in der Wirkungsweise vergleichbar mit ­Arrat. Es eignet sich zur Bekämpfung von Acker- und Zaunwinden. Im Vergleich zu Arrat wirkt es aber auch gegen größere Windenknöterichpflanzen.

Laudis OD wird in 2024 auch im Pack mit Delion angeboten (2,0 zu 0,4 l/ha). Delion ist vergleichbar mit Mais Banvel Flüssig. Über den Zusatz wird die Unkrautwirkung abgerundet.

Im Successor Top 3.0 Pack wurde Border durch Haldis 100 SC ersetzt. Haldis 100 SC ist Temsa SC unter ­anderem Namen. Der Pack heißt nun ­Successor Top 4.0.

Neu ist Successor Flex – ein Pack, der Successor 600 und Haldis 100 SC im Verhältnis 1,5 zu 0,75 l enthält. Zu beachten ist, dass Successor 600 nur im Vorauflauf und Haldis 100 SC nur im Nachauflauf appliziert werden darf. Successor 600 darf man zudem nicht auf drainierten Flächen einsetzen.

… und das gilt weiterhin

Produkte mit Terbuthylazin (TBZ) darf man innerhalb von drei Jahren nur einmal auf derselben Fläche einsetzen. Die Auflage gilt rückwirkend. Das heißt: Ein Einsatz von Terbuthylazin ist in 2024 möglich, wenn es in 2023 und 2022 nicht zur Anwendung kam.

Den Wirkstoff Nicosulfuron darf man nur in jedem zweiten Jahr auf derselben Fläche einsetzen. Er ist z. B. in Motivell forte oder Primero enthalten.  

Wer nach Mais Kartoffeln anbauen will, sollte auf Effigo verzichten, da sich das Mittel nachteilig auf die Keimung der Knollen auswirkt. Nach dem Einsatz von Adengo wird ein Nachbau von Kartoffeln nicht eindeutig freigegeben. Kommt Maister power zur Anwendung, sollte zwischen Applikation und Kartoffelpflanzung ein Zeitraum von elf Monaten liegen. Folgen Rüben, sollte man auf die Anwendung von Sulcogan und auf Produkte mit dem Wirkstoff Mesotrione verzichten. Mesotrione ist u. a. in Arigo, Elumis, Calaris, Callisto und Daneva enthalten.

Tipps zur mechanischen UKB

Ist ein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ausgeschlossen, sollte man den Mais später als üblich legen. So bleibt mehr Zeit, Unkräuter vor der Maissaat zum Auflauf anzuregen und vor der Saat mechanisch zu bekämpfen. Auf sandigen, humosen oder auch tonigen Böden kann man durch einen Walzgang – vor oder nach der Maissaat – das Auflaufen der Unkräuter vereinheitlichen und damit die Effektivität der Bekämpfungsverfahren verbessern. Dies gilt für mechanische und chemische Maßnahmen. Im Folgenden sind die wichtigsten Aspekte für den Einsatz von Striegel und Hacke zusammengefasst.

Einsatz des Striegels: Besonders effektiv ist das Blindstriegeln. Voraussetzung ist eine ausreichende und gleichmäßige Tiefenablage des Maises. Je nach Boden sind 4 bis 6 cm Bodenbedeckung anzustreben. Nach dem Blindstriegeln kann im Nachauflauf praktisch so lang gestriegelt werden, wie die Rahmenhöhe des Striegels dies zulässt. Kulturpflanzenverluste von 10 % sind üblich. Erhöhen Sie daher die Saatstärke um diesen Wert. Zu beachten ist, dass Sandböden nach intensiver Bodenbearbeitung sehr anfällig gegenüber Winderosion sind. Diese Anfälligkeit wird durch das Striegeln weiter erhöht.

Einsatz der Hacke: Für die Hacke braucht es einen Wuchsvorsprung des Maises vor dem Unkraut. Diesen kann man durch striegeln oder – wenn erlaubt – durch eine Herbizidbehandlung erreichen. Mit zunehmender Wuchshöhe des Maises kann man durch Anhäufeln der Maisreihen das dort wachsende Unkraut verschütten.

Der integrierte Ansatz 

Vor allem auf leichten/humosen Standorten bietet sich die Kombination chemischer Pflanzenschutzmittel und mechanischer Verfahren an. Dies hat mehrere Vorteile:

Wasserschutz: Auf leichten Böden besteht eine größere Gefahr, dass sich Metabolite von Bodenherbiziden, wie z. B. S-Metolachlor, im Grundwasser finden. Beim genannten Verfahren kann man auf Bodenherbizide zumeist verzichten.

Bessere Kulturverträglichkeit: Auf leichten Standorten kommt es eher zu Wasserstress und der Mais ist empfindlicher gegenüber Herbizidbehandlungen. Bei geringeren Wirkstoffmengen sinkt das Risiko.

Bessere Wirkung: Blut- und Finger-­Fadenhirsen lassen sich nur schwer mit Herbiziden bekämpfen. Mechanisch kann man gegen die flach wurzelnden Gräser hingegen sehr gut vorgehen.

Bessere Düngewirkung: Wird Gülle in den stehenden Mais gefahren, kann man mittels eines Hackdurchganges die Emissionen reduzieren und die Stickstoffausnutzung verbessern.

Strategie nach Leitunkraut

Für einen guten Bekämpfungserfolg ist es unerlässlich, die Unkräuter auf dem eigenen Acker zu kennen. Erst dann kann man die richtige Strategie wählen.

Auf Standorten, auf denen nur selten Mais steht (<30 %) und keine Hirse vorkommt,  hat sich zur Bekämpfung von Mischverunkrautungen Calaris bewährt (siehe Übersicht 1. Zum 2- bis 3-Blattstadium des Maises kann man es mit 1,0 bis 1,5 l/ha anwenden. Ohne Terbuthylazin (TBZ) ist der Pack aus Callisto + Peak, der je nach Unkrautgröße mit 0,75 bis 1,0 l/ha + 15 bis 20 g/ha eingesetzt wird, geeignet. Gegen Gräser empfiehlt es sich, z. B. Motivell forte zuzumischen (0,5 l/ha gegen Rispen bzw. 0,75 l/ha gegen leicht bekämpfbaren Ackerfuchsschwanz). Bei diesen Nicosulfuron-haltigen Produkten ist die Zweijahresauflage zu beachten.

Dort, wo Ackerfuchsschwanz nicht mehr ausreichend auf Nicosulfuron reagiert, bietet Maister power mit 1,5 l je ha mehr Wirkungsreserven. Es sollte frühzeitig zum 2- bis 3-Blattstadium der Ungräser zum Einsatz kommen. Unkräuter bekämpft das Mittel zumeist ausreichend. Weitere Mischpartner verschlechtern die Gräserwirkung.

Gegen Ackerfuchsschwanz mit ALS-Resistenz kann als letzter Ausweg eine Mischung aus Spectrum Gold + Laudis OD + Motivell forte dienen. Optimaler Einsatztermin ist das 1- bis 2-Blattstadium vom Fuchsschwanz. Sofern Focus Ultra noch wirksam ist, bietet es sich an, eine Maissorte anzubauen, die gegen dieses Herbizid resistent ist. Dies sind sogenannte Duo-Maissorten, wie z. B. RGT Geoxx Duo (S 240/K 240).  Bei Bedarf kann man dann mit Focus Ultra nachbehandeln. In Duo-Maissorten ist Focus Ultra zu 100 % verträglich. In herkömmlichen Sorten ist es zu 100 % tödlich. Achten Sie daher besonders auf Abdrift und eine sorgfältige  Spritzenreinigung.

Spielt Hirse eine Rolle und dürfen ­S-Metolachlor und Terbuthylazin nicht zum Einsatz kommen,  empfiehlt sich eine Doppelbehandlung (s. Übersicht 2).

Gegen Hühnerhirse, Unkräuter und Rispe eignet sich zur  Vorlage  z. B. eine Kombination aus Daneva + Primero. Daneva ist vergleichbar mit Callisto, Primero mit dem alten Motivell. Wichtig bei den reduzierten Aufwandmengen ist, dass man zum 2- bis 3-Blatt­stadium der Unkräuter behandelt und die Witterung passt. Ungünstig ist es, wenn nach einer Hochdruckphase (feste Wachsschicht) in eine Phase mit bedeckter, regnerischer Witterung behandelt wird. Triketone wie Callisto, Daneva und Laudis OD wirken am besten bei weicher Wachsschicht und sonniger Witterung. Damit die Kultur nicht leidet, sollte zwischen Regen und Anwendung etwas Zeit liegen. Wenn es am Vortag geregnet hat und am Behandlungstag die Sonne scheint, sollte man erst ab dem späten Nachmittag fahren. Oft ist es sinnvoll, die Grundmischung mit den in der Übersicht 2 genannten Aufwandmengen anzuwenden und die Menge an Stellen mit hohem Unkrautdruck zu erhöhen (z. B. + 25 %).

Die Mischung aus Botiga + Peak (evtl. + 0,5 l/ha Primero gegen Rispen und kleine Borstenhirsen) ist etwas blattaktiver. Sie bietet sich an, wenn die Unkräuter (insbesondere Windenknöterich und Kamille) das erste Laubblattstadium überschritten haben.

Die Aufsplittung auf zwei Maßnahmen bietet eine hohe Flexibilität.“
Günter Klingenhagen

Anstelle von Botiga + Peak ist auch eine Mischung aus 0,5 l/ha Daneva + 1,0 l/ha Valentia (evtl. + 0,5 l/ha Primero) möglich. Valentia enthält den Wirkstoff Fluroxypyr, der für Anwendungen in Mais nicht gerade einen guten Ruf genießt. Grund sind mögliche Kulturschäden. Die LWK NRW hat das Produkt in den letzten drei Jahren intensiv getestet und an zwei leichteren Standorten auch über die Maissortenversuche gelegt. In zwei von acht Versuchen kam es zu anfänglichen Verwachsungen. Bei einer Wuchshöhe von 30 bis 40 cm standen die Pflanzen schräg. Dies hat sich aber rasch wieder ausgewachsen. Das Fazit der Versuche: Valentia zeigte sich, wohl aufgrund der besonderen Formulierung, verträglicher als ein rein Fluroxypyr-haltiges Produkt. Am nachhaltigsten war die Stauchung der Maissorten nach dem Einsatz von Maister power.

Herbizid­resistenzen von Windenknöterich

Der Windenknöterich zählt zu den ­wichtigsten Unkräutern im Mais. Nach der Maissaat steht er neben Melde und Gänsefuß mit als Erstes auf dem Acker. Da er rasch in tiefere Bodenschichten wurzelt, kann er sich bei feuchter ­Witterung gut dem Striegel entziehen. ­Problematisch ist, dass der Windenknöterich oft nicht mehr auf den Wirkstoff Terbuthylazin reagiert. Die einzigen Wirkstoffe, mit denen man größere Pflanzen bekämpfen kann, sind derzeit Prosulfuron (in Peak und Casper enthalten) und Fluroxypyr.

Um den Selektionsdruck auf Prosulfuron zu reduzieren, ist es sinnvoll, auch mit Präparaten wie Valentia zu arbeiten. Das Verträglichkeitsrisiko reduziert sich von Nord nach Süd. Phasen mit starken Temperaturschwankungen ­zwischen Tag und Nacht (> 15 °C) und Nachttemperaturen unter 10 °C sollten – wie auch bei Dicamba-haltigen Präparaten – gemieden werden. Über den zweiten Wirkstoff (Florasulam) wirkt Valentia auch gegen Kamille und Klettenlabkraut. Zudem wird Vogelmiere erfasst und die Wirkung gegen Acker-/Zaunwinde ist vergleichbar mit der von Dicamba-haltigen Produkten. Windenknöterich und Kamille sollten bei der reduzierten Valentia-Menge von 1,0 l/ha aber einen Pflanzendurchmesser von 5 cm nicht überschreiten.

Treten weitere Hirsen- oder Storchschnabelarten auf, eignen sich z. B. Adengo bzw. Zingis + Mero. Adengo für den Vor- bis frühen Nachauflauf, Zingis für Behandlungen zum 2-Blattstadium der Kräuter. Durch Zumischung von z. B. 0,7 l/ha Spectrum kann man die Wirkung abrunden. Adengo und Zingis sind in der Übersicht 2 mit geringen, bisher unüblichen Aufwandmengen angegeben. Dies ist aus Gründen der Kulturverträglichkeit ganz bewusst so geschehen.

Nach gelungener Vorlage  kann man dann bei Bedarf nachlegen. Stehen Hackgeräte zur Verfügung und ist die Erosionsgefahr gering, hat sich bei ­passender Witterung der Einsatz von Roll- oder Scharhacken bewährt (sehr gute Kulturverträglichkeit). In größerem Mais kann man dabei zügig fahren, um ihn gleichzeitig anzuhäufeln. Dies ist entscheidend für eine ausreichende Unkrautverschüttung in der Reihe. Auf Standorten mit hohem Unkrautdruck wird man zweimal hacken müssen. 

Für den Fall, dass die Bedingungen für mechanische Maßnahmen nicht gegeben sind, stehen verschiedene Möglichkeiten der Nachbehandlung zur Verfügung. Das können z. B. sein:

  • Daneva gegen Hühnerhirse und Kräuter,

  • Laudis OD gegen größere Hühnerhirsen, kleine Fingerhirsen und Kräuter,

  • Primero gegen Borstenhirsen und Quecken oder

  • Casper + FHS (Herbaspread-CS) bzw. Arrat + Dash gegen Acker-/ Zaunwinde.

 Treten Hirsen auf, ist aber der Unkrautdruck generell gering, können auch Einfachbehandlungen erfolgreich sein.  Gut eignet sich z. B. eine Kombination aus Laudis OD + Spectrum Gold (Übersicht 3. Sie ist sehr verträglich und auch gegen größere Hühnerhirsen geeignet. Einen geringen Besatz mit Rispen unterdrückt sie ebenfalls. Bei stärkerem Auftreten von Jähriger/Gemeiner Rispe kann u. a. die Zugabe von Primero mit 0,5 l/ha sinnvoll sein.

Generell gilt, dass alle Präparate in den Übersichten miteinander kombinierbar sind. Ist z. B. Spectrum Gold aufgrund der TBZ-Auflage nicht einsetzbar, können Sie Laudis OD auch mit Spectrum oder Spectrum Plus mischen.

Die Mischung Spectrum + Daneva erfasst Hühnerhirsen und über das Daneva (vergleichbar Callisto) ist auch eine Dauerwirkung gegen Nachtschatten und Stechapfel gegeben. Sind zudem Borstenhirsen vorhanden, empfiehlt es sich z. B. 1,0 l/ha Primero zuzumischen, bei Rispen genügen 0,75 l/ha.

Der Maister power Aspekt Pack bringt die breiteste Wirkung auf den Acker. Insbesondere gegen Storchschnabel und Quecken hat Maister power Wirkungsvorteile. Successor T ist in der Unkrautwirkung etwas stärker als Gardo Gold, bei der Hirsewirkung ist es umgekehrt. Gegen kleinere Unkräuter sind 1,25 l/ha Elumis ausreichend.

Die Kombination Zingis + Mero hat Vorteile in der Wirkung gegen Fingerhirsen. Das beste Bodenherbizid gegen diese flach keimende Hirse ist nach unserer Erfahrung Spectrum Plus. Bei stärkerem Besatz sind aber Behandlungsabfolgen zu bevorzugen. So kann man z. B. im frühen Nachauflauf mit 1,75 l/ha Spectrum Plus + 0,2 l/ha Zingis + 1,4 l/ha Mero vorlegen und im Nachauflauf ein- bis zweimal hacken.

Unabhängig von der Regulierung des breiten Unkrautspektrums ist teils eine  gesonderte Behandlung von Acker- und/oder Zaunwinde  erforderlich. Bekannt und bewährt ist für diese Anwendung Arrat + Dash. Ebenfalls geeignet sind Casper + FHS und Valentia. Besonders wenn neben den ausläufertreibenden Winden auch noch Windenknöterich auftritt, haben Casper + Dash oder 1,5 l/ha Valentia Vorteile.

Die Downloads geben Auskunft über das Leistungsspektrum der wichtigsten Maisherbizide bzw. Packs. 

Der Termin ist entscheidend

Wichtiger als die Aufwandmengen der Mittel sind die Bedingungen zum Anwendungszeitpunkt. Die beste Wirkung – aber auch die größten Aufhellungen an der Kultur – werden erreicht, wenn man an einem sonnigen Tag in den frühen Vormittagsstunden behandelt. Die Blätter der Pflanzen sind durch den Tau dann noch weich, was eine hohe Herbizidaufnahme bedeutet. Folgt kurz darauf eine starke Aktivierung der Wirkstoffe über strahlenden Sonnenschein, verstärkt das die Wirkung.

Um Schäden am Mais zu verhindern, sollte man in solchen Situationen besser nachmittags behandeln. Ist das nicht möglich, ist man gut beraten, die Mengen der Blattherbizide um ca. 25 % zu reduzieren. An Tagen mit bedeckter Witterung läuft alles langsamer ab. Dann kann man ganztägig behandeln – selbst bei dünner Wachsschicht.

Im Mais den Doppelschlag gegen Durchwuchskartoffeln

Besonders in Regionen, in denen Mais und Kartoffeln bedeutende Frucht­folgeglieder sind, ist es wichtig, die ­Ausfallkartoffeln im Mais auszuschalten, um die Entwicklung bodenbürtiger Krankheitserreger einzudämmen.  Zur ersten Behandlung  eignet sich z. B. 1,0 l/ha Elumis. Sie sollte erfolgen, wenn die ersten Kartoffelpflanzen einen Durchmesser von 15 bis 20 cm erreicht haben. Ziel dieser Maßnahme ist vor allem, die Bildung von Tochterknollen zu unterbinden. Außerdem bremst man damit die früh auflaufenden Kartoffeln aus und erreicht einen homogeneren Entwicklungsstand zur zweiten Behandlung.

Mit einer  zweiten Maßnahme,  z. B. mit 1,0 l/ha Botiga + 0,35 l/ha Effigo, schaltet man dann die später aufgelaufenen und die wieder austreibenden Pflanzen aus. Behandeln Sie auch hier, wenn die Kartoffeln eine Größe von 15 bis 20 cm Durchmesser erreicht haben. Das Wuchsstoffherbizid Effigo nimmt eine entscheidende Rolle ein, da es die Keimfähigkeit von gebildeten Tochterknollen deutlich herabsetzen kann. Neben Elumis und Botiga sind auch andere Mesotrione-haltige Produkte (z. B. Callisto/Daneva) wirksam. Auch Maister power hat eine Teilwirkung.

Ihre Meinung ist gefragt

Was haben Sie für Erfahrungen mit der Bekämpfung von Knöterich und Hirse im Mais gemacht?

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