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topplus Rukwied liefert Zahlen

DBV-Erntebilanz 2022: "Wiederum unterdurchschnittliche Ernte"

Der DBV hat am Dienstag die neueste Schätzung der diesjährigen Getreideernte mitgeteilt. Fest steht: Unter diesen Bedingungen ist eine weitere Flächenstillelgung nicht möglich, so Joachim Rukwied.

Lesezeit: 5 Minuten

Nach der vorläufigen Einschätzung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) beläuft sich die Getreideernte im Jahr 2022 auf etwa 43 Mio. t. Damit wurden knapp 2 % mehr geerntet als im vergangenen Jahr (42,0 Mio. t).

Die aktuelle Erntemenge liegt allerdings immer noch sehr deutlich unter dem Durchschnitt der Jahre 2014-2021 (ohne das extreme Trockenjahr 2018) in Höhe von 45,6 Mio. t, so der DBV am Dienstag weiter.

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Ein großer Unsicherheitsfaktor sei in diesem Jahr die zu erwartende Erntemenge beim Körnermais. Dieser hat in vielen Regionen massiv unter der Trockenheit der letzten Wochen gelitten. Die Winterrapsernte beziffert der DBV auf gut 4 Mio. t.

"Kein Spielraum mehr für weitere flächendeckende Einschränkungen!"

„Die diesjährige Getreideernte fällt quantitativ gesehen im Gegensatz zum letzten Jahr etwas besser aus, die Qualitäten speziell beim Weizen lassen aber vielfach zu wünschen übrig. Die regionalen Unterschiede sind dabei noch stärker ausgeprägt als in den Vorjahren. Die in vielen Regionen des Landes lang anhaltende Trockenheit zeigt erneut, dass die Landwirte die Auswirkungen des Klimawandels sehr direkt zu spüren bekommen“, so der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied.

„Schaut man sich die Erträge in den letzten Jahren an, wird deutlich, dass es keinen Spielraum für weitere flächendeckende Einschränkungen bei der Erzeugung von Nahrungsmitteln geben darf. Die von der EU-Kommission geplanten pauschalen Anwendungsverbote von Pflanzenschutzmitteln sind unverantwortlich und würden die Lebensmittelversorgung in Europa gefährden.“

Nach wie vor leiden Herbstkulturen wie etwa Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben in den Dürregebieten inzwischen massiv, so dass auch hier regional mit erheblichen Ertragseinbußen gerechnet werden muss. Für die anstehende Raps- und Zwischenfrucht-Aussaat ist es mancherorts ebenfalls viel zu trocken. „Außerdem trifft die Dürre auch die Tierhalter. Zum Teil müssen bereits die Wintervorräte angebrochen werden, um die Futterversorgung sicherzustellen“, so Rukwied.

Greenpeace entsetzt:

Greenpeace-Landwirtschaftsexperte Matthias Lambrecht: „Wer wie Bauernverbandspräsident Rukwied unter dem Vorwand der Versorgungssicherheit fordert, Flächen zu bewirtschaften, die als Rückzugsfläche für Arten und als CO2-Senken dringend gebraucht würden, führt die Landwirte auf einen gefährlichen Irrweg. Es ist fatal, dass er dabei auch noch den Rückhalt von Landwirtschaftsminister Özdemir findet. Eine Landwirtschaft, in der etwa 70 % des geernteten Weizens als Futtermittel verwendet oder zu Kraftstoff verarbeitet und in Verbrennungsmotoren verheizt werden, ist nicht zukunftsfähig.“

Für die einzelnen Kulturen legt der DBV die folgende Bilanz vor:

Winterweizen ist nach wie vor die bedeutendste Getreideart im deutschen Ackerbau mit einer Fläche von rund 2,9 Mio. ha. Im Bundesdurchschnitt wurde ein Ertrag von 7,5 t/ha erzielt. Auf Basis der aktualisierten Anbaufläche ergibt sich eine Erntemenge von 21,8 Mio. t (Vorjahr: 21,0 Mio. t). Das ist nach wie vor aber deutlich weniger als im Mittel der Jahre 2014-2021 mit einer durchschnittlichen Erntemenge von knapp 24 Mio. t.

Der Anbau von Wintergerste erfolgte auf einer Fläche von rund 1,21 Mio. ha. Der Ertrag liegt im Bundesdurchschnitt bei 7,7 t/ha, damit schneidet die Wintergerste besser ab als im langjährigen Mittel (7,2 t/ha). In Summe wurden in 2022 ca. 9,3 Mio. t geerntet, was einer Steigerung von 5 % oder etwa 475.000 t zum vergangenen Jahr entspricht.

Der Winterroggen fällt mit 590.000 ha Fläche unter das Niveau des Vorjahres. Auch die Erntemenge ging auf rund 3,16 Mio. t zurück.

Der Anbau von Sommergetreide wurde ausgeweitet: bei Sommerweizen auf gut 510.000 ha, bei Sommergerste auf rund 370.000 ha. Auf Grund des Flächenzuwachses sind die Erntemengen deutlich gestiegen: beim Sommerweizen auf 282.000 t und bei Sommergerste auf gut 2 Mio. t.

Die wichtigste Ölpflanze im deutschen Anbau ist Winterraps. Zur Ernte 2022 wurde Raps auf einer Fläche von 1.082 Mio. ha angebaut, was einem Anstieg von knapp 9 % entspricht. Die Rapserträge liegen mit 3,7 t/ha leicht über dem Durchschnitt der Jahre 2014 bis 2021 (3,6 t/ha). Insgesamt wurden 4 Mio. t geerntet.

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Mit 2,15 Mio. t erzielt NRW die höchste Weizenernte seit 2016

Im Jahr 2022 haben die Landwirte in Nordrhein-Westfalen 3,93 Mio. t Getreide (ohne Körnermais) geerntet, das waren 11,1 % mehr als ein Jahr zuvor. Mehr als die Hälfte (54,6 % ) davon entfielen auf Weizen mit 2,15 Mio. t.

Wie das Statistische Landesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, wurden damit 17,5 % mehr Weizen eingefahren als im Hochwasserjahr 2021. Dies ist außerdem die höchste Weizenerntemenge seit 2016 (2,16 Mio. t), aber weniger als in den Spitzenjahren 2013 bis 2015.

Bei einer um 4,9 % höheren Anbaufläche (248.400 ha) erhöhte sich der Hektarertrag von Weizen trotz anhaltender Trockenheit und Hitzewelle gegenüber dem Vorjahr um 12,0 % auf 8,65 t.

Bei der in Nordrhein-Westfalen nach wie vor anbaustärksten Brotgetreideart, dem Winterweizen, lag der Hektarertrag 2022 mit 8,69 t um 12,2 % über dem Vorjahresniveau. Durch die Ausdehnung der Anbaufläche um 4,1 % auf 244.000 ha konnte eine um 16,8 % höhere Erntemenge von 2,12 Mio. t eingefahren werden.

Die Erntemenge von Sommerweizen hat sich im gleichen Zeitraum mehr als verdoppelt: Die Anbaufläche wurde um 86,7 % auf 4.400 ha ausgeweitet, sodass bei dieser Getreideart bei einem um 21,9 % höheren Flächenertrag von 6,01 t/ha eine Gesamterntemenge von 26.700 t (+127,6 %) erzielt werden konnte.

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