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Nasskaltes Wetter bremst Landwirtschaft - schwere Dürre in Südeuropa

Regen und Graupel, in höheren Mittelgebirgslagen auch Schneeschauer prägen das aktuelle Wettergeschehen in Deutschland. Wo möglich, sind die Landwirte nun aber auf den Feldern, die Zeit läuft davon.

Lesezeit: 4 Minuten

Das Zeitfenster mit schönem Wetter am Wochenende war kurz. Viele Landwirte nutzten es zum Güllefahren und für die Bodenbearbeitung. Aktuell ist es wieder ungemütlich, im Sauerland gab es sogar Bodenfrost. An der Nordsee stürmt es und für Freitag ist bundesweit Regen angesagt. Tagsüber erreichen die Temperaturen nur mit Mühe 10 Grad.

Grund ist der Jetstream, der den Weg für kalte Luftmassen aus Nordwesten freimacht. Für unsere Böden ist das Wasser allerdings weiterhin dringend notwendig. Denn in über ein Meter Tiefe zeigt der Dürremonitor weiterhin Dürre an. Die vergangenen Trockenjahre hatten in den tiefen Schichten einen massiven Flüssigkeitsschwund verursacht, der viele Bäume stark schädigte. Dieses Defizit ist noch nicht wieder aufgefüllt.

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Aussichten: Am Dienstag herrscht weiterhin wechselhaftes und windiges Aprilwetter mit Sonnenschein und dicken Quellwolken. Dazu gibt es verbreitet Regen- und Graupel-, in höheren Mittelgebirgslagen auch Schneeschauer. Im Süden ist es längere Zeit regnerisch mit einzelnen Gewittern. Im Norden Schleswig-Holsteins gibt es vereinzelt Sturmböen. Die Höchstwerte reichen von 6 Grad an den Alpen bis zu 13 Grad am Oberrhein.

Starke Dürre im Süden

Der Jetstream hat jedoch auch eine andere Folge: Da er in einem großen Bogen über Europa liegt und eine unüberwindbare Grenze hat, gelangt auf seiner Südseite große Hitze aus Afrika nach Spanien und Portugal. In den Ländern herrschen seit über einer Woche Temperaturen über 30 Grad. Für den heutigen Dienstag sind 38 oder 39 Grad erwartet.

Italiens längster Fluss: Po schon wieder extrem trocken

Kein Ende nehmen auch die Dürrejahre für Italien. Der Wasserstand im Po ist derzeit schon wieder so niedrig wie im vergangenen Sommer. Normalerweise erholt sich der mehr als 650 km lange Fluss nach der Schneeschmelze in den Alpen wieder. Aber in diesem Jahr herrscht in Norditaliens Bergregion Schneemangel. Die Schneedecke liegt um 75 % unter dem saisonalen Durchschnitt der letzten zehn Jahre, berichten Medien. Auch die Alpenseen sind ungewöhnlich leer.

So kommt es, dass der Po Anfang April einen seit 30 Jahren nicht mehr beobachteten Tiefstand erreichte. Nun ist die Angst in der Region groß, dass ein weiteres Dürrejahr für die Wirtschaft und Landwirtschaft droht. Manche Landwirte würden nun mit effizienteren Bewässerungsanlagen und Sondertechnik arbeiten, um Wasser zu sparen. Die Ernten seien in dem intensiv genutzten Gebiet real in Gefahr. Manche Anwohner fürchten, dass Trinkwasser in ihren Heimatorten erneut knapp werden könnte. Der Gardasee schrumpft ebenfalls.

Das gleiche Bild in Spanien: Stauseen wie der Pantà de la Baells bei Barcelona sind nur zu 25,9 % gefüllt. Im letzten Jahr waren es um diese Zeit immerhin rund 58 %.

Spanien arbeitet an Hilfspaket für Landwirte

Spaniens Staatsregierung arbeitet derweil an einem neuen Hilfspaket. Wie bereits im Vorjahr sollen Unterstützungsmaßnahmen erarbeitet werden, berichtet der Pressedienst Agra Europe. Im Frühjahr 2022 hatte es für Spaniens Landwirte beispielsweise Steuersenkungen und Erleichterungen beim Zugang zu Krediten gegeben.

Laut dem großen Bauernverband COAG sind landesweit mehr als 3,5 Mio. ha an unbewässerten Getreideanbauflächen in Gefahr, zu vertrocknen. In einzelnen Regionen wie Andalusien und Kastilien-La Mancha seien die Bestände schon praktisch verloren. Schwierig sei die Situation zudem in den unbewässerten Mandelbaum- und Rebplantagen, ebenso in der extensiven Viehhaltung und Imkerei.

Der Bauernverband Asaja warnte vor Betriebsaufgaben und steigenden Verbraucherpreisen für Lebensmittel. Die Höfe müssten mit Beihilfen sowie einer besseren Infrastruktur zur Wasserspeicherung und -verteilung unterstützt werden.

Streit ums Wasser entbrannt

Unterdessen erreichte in Spanien der Streit um Wasser eine neue politische Dimension. Auslöser war das Vorhaben der andalusischen Regionalregierung, den bewässerten Erdbeeranbau im Nationalpark Doñana um etwa 800 ha zu erweitern.

Das vom Austrocknen bedrohte Feuchtgebiet liegt in der Provinz Huelva, aus der laut Zahlen der Anbauervereinigung Freshuelva 98 % der nationalen und ein Drittel der europäischen Erdbeerproduktion stammen. Dass die wasserintensive Produktion flächenmäßig jetzt erweitert werden soll, wurde von Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez vehement abgelehnt. Eine Regierung mit einem vierjährigen Mandat sei nicht legitimiert, ein jahrhundertealtes Erbe „an einen Punkt zu bringen, an dem es kein Zurück mehr gibt“, erklärte Sánchez am Donnerstag.

Umweltministerin Teresa Ribera warnte laut heimischen Medienberichten, die Staatsregierung werde sämtliche Gegenmaßnahmen ergreifen, die mit der spanischen Verfassung und dem europäischen Recht vereinbar seien. Die EU-Kommission hatte eine Erweiterung der Produktion bereits kürzlich als Verstoß gegen die EU-Habitat-Richtlinie gewertet und Spanien mit Sanktionen gedroht.

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