Düngeverordnung

Viele Detailregeln und hoher Dokumentationsaufwand ab 1. Mai

Am 1. Mai tritt die schärfere DüngeVo in Kraft. Bauern müssen jetzt innerhalb von zwei Tagen jede Düngemaßnahme schriftlich dokumentieren und belegen, dass sie die Nährstoffzufuhr nicht überschreiten.

Mit einer Reihe neuer und schärferer Vorschriften wird zum 1. Mai die erneut geänderte Düngeverordnung in Kraft treten. „Landwirte und ihre Berater haben sich kaum an die unzähligen Änderungen aus dem Jahr 2017 anpassen können und müssen sich schon wieder mit neuen Vorgaben vertraut machen“, schildert Landvolkvizepräsident Dr. Holger Hennies.

Sie haben jetzt nicht nur strengere Vorgaben, sondern auch deutlich höhere Dokumentationspflichten zu beachten und können schon allein dadurch unbeabsichtigt in sanktionierte „Fallen“ stolpern. Sowohl in der Ausbringungsmenge als auch im Anwendungszeitraum wird die Düngung stark eingeengt. So müssen Landwirte innerhalb einer Frist von zwei Tagen jede Düngemaßnahme in ihren Kulturen und auf dem Grünland schriftlich dokumentieren und darüber hinaus kontinuierlich belegen können, dass sie die maximal zulässige Nährstoffzufuhr nicht überschreiten. „Diese Bürokratie fällt teilweise in die absolute Arbeitsspitze der Frühjahrs- und Herbstbestellung, dafür haben wir Landwirte überhaupt kein Verständnis“, kritisiert Hennies.

Zu weiteren Änderungen, die in der neuen Düngeverordnung geregelt werden, zählt eine höhere Düngewirksamkeit der Wirtschaftsdünger. Damit wird die zulässige Ausbringungsmenge beschnitten. Auch in der Zeitachse wird den Landwirten ein schmaleres Fenster zugestanden. Deutliche Einschnitte betreffen die Bauern im Berg- und Hügelland Niedersachsens und schreiben je nach Hangneigung für an Gewässern gelegene Flächen deutlich breitere Schutzstreifen als bisher vor.

Noch weiter gehende Beschränkungen hat der Bundesgesetzgeber für die sogenannten Roten Gebiete vorgesehen. Für diese Regeln wurde in den letzten Abstimmungsrunden in dem umstrittenen Umsetzungsverfahren nochmals ein Aufschub vereinbart, sie treten erst zum 1. Januar 2021 in Kraft. In den Roten Gebieten, für die Niedersachsen zudem nochmals eine Überprüfung vornehmen will, soll unter anderem die Stickstoff-Düngung auf 80 Prozent des Pflanzenbedarfs reduziert werden.

„Diese Regel lässt sich nach unserer Überzeugung nicht mit den Ansprüchen einer guten fachlichen Praxis vereinbaren“, verdeutlicht Hennies. Daher entzündet sich an diesem Passus weiter heftige Kritik der Landwirtschaft. Auch das Umweltsicht höchst fragwürdige Verbot der Düngung zu Zwischenfrüchten und Wintergerste im Herbst gilt explizit in den Roten Gebieten und wird damit erst ab Beginn des kommenden Jahres relevant.

Rukwied: Bedarfsgerechte Düngung muss weiter möglich sein!

Joachim Rukwied

Joachim Rukwied (Bildquelle: Grüne Woche)

Auch DBV-Präsident Joachim Rukwied stellt klar, dass die Landwirtschaft für sauberes Trinkwasser steht. „Wir dürfen nicht zulassen, dass Grundwasserqualität und Versorgungssicherheit bei Lebensmitteln gegeneinander ausgespielt werden. Obwohl eine bedarfsgerechte Düngung und der Schutz des Grundwassers kein Widerspruch sind, wurde eine fachlich mangelhafte Verordnung durchgedrückt, die eine bedarfsgerechte Düngung in nitratsensiblen Gebieten verbietet und sogar kontraproduktiv für den Gewässerschutz wirken kann."

Das ständige Draufsatteln bei gesetzlichen Auflagen ignoriert seiner Meinung nach die Grenze der Belastbarkeit in den Betrieben. Die neue Düngeverordnung werde Qualität und Menge der Ernten kosten und die Lebensmittelerzeugung in Deutschland schwächen.

Zentrale Fragen sind laut Rukwied nach wie vor nicht geklärt und wurden von Bund und Ländern in eine neue Verwaltungsvorschrift ausgelagert, die dringend einer praktikablen und sachgerechten Klärung bedürfen. Hierzu gehöre die Neuausrichtung und Verdichtung der Nitratmessnetze im Sinne europäischer und nationaler Vergleichbarkeit sowie die exakte und kleinräumige Abgrenzung der nitratsensiblen Gebiete.

"Die Bundesländer müssen jetzt unverzüglich die Binnendifferenzierung auf den Weg bringen, um Wasserschutzmaßnahmen dort durchzuführen, wo tatsächlich noch Handlungsbedarf besteht. Die Überprüfung des Messstellen-Netzes und der technischen Ausstattung der Messstellen bleibt zudem eine Daueraufgabe und ist zwingend notwendig. Außerdem erwarten wir Lösungen dafür, dass die Betriebe, die fachgerecht und gewässerschonend wirtschaften, auch weiterhin bedarfsgerecht düngen dürfen und von den zusätzlichen Auflagen ausgenommen werden“, so der Präsident am Donnerstag.


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Diskussionen zum Artikel

von Wilhelm Grimm

Wozu ?????

Wer streut mehr Mineraldünger als erforderlich ????? Und Gülle? Das kann man nachweisen. Wozu also?

von Michael Rau

Antwort an Herr Grimm

Erwarten Sie tatsächlich noch was vom DBV,ich nicht mehr. Hermann Rau

von Wilhelm Grimm

Natürlich. von wem denn sonst?

Von vielen kleinen Splittergruppen nicht, auch wenn diese manchmal gut sind. Von dem Durchsetzungsvermögen des DBV bin ich auch enttäuscht. Der DBV ist deutschlandweit hervorragend organisiert, das ist die Voraussetzung überhaupt. Wir alle haben derzeit spannende Agrarthemen vor uns, ... mehr anzeigen

von Karl Georg Weitzel

In Sachen bürokratischer Wahnsinn..

wo nichts geschrieben ist hat der Kaiser das Recht verloren.

von Heinrich-Bernhard Muenzebrock

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hier haben Sie die Möglichkeit ein Excel Programm Ackerschlag und Düngeplanung, Düngeverordnung 2020 herunterzuladen: https://ignv.info/Downloads Ich habe das Programm geschrieben und immer wieder aktualisiert. Es war zunächst für meinen Betrieb konzipiert, steht aber jedem ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

"Mit Volldampf an die Wand", hieß es nach Bismarck.

Wir brauchen wieder Politiker, die diesen Namen auch verdient haben.

von Willy Toft

Was bringen diese Restriktionen dem "ganzen System"?

Ich bin kein Verschwörungstheoretiker, aber hier wird mehr als über das Ziel hinausgeschossen! Selbst wenn alles Pikobello eingehalten wird, wird sich an der Messstellensituation nichts ändern! Die zugesagte Überprüfung, und gegebenenfalls Sanierung, bzw. die richtige Verortung steht ... mehr anzeigen

von Hauke Lembke

So wei ist es schon gekommen

Der dumme deutsche Landwirt braucht Verordnungen und Kontrolle von Menschen, die von guter fachlicher Praxis keine Ahnung haben. Top!! Am Ende geht es doch nur noch um die Abwicklung der konventionellen Landwirtschaft.

von Wolfgang Nürnberger

Die gute fachliche Praxis?

Ich kann mit diesem Begriff absolut nichts anfangen. Jeder mein damit anscheinend, dass, so wie er wirtschaftet, dies der guten fachlichen Praxis entsprechen würde. Fakt ist aber, dass es unter den Landwirten, wenn man das mal mit dem Fußball vergleichen würde, alle Levels, vom Spieler ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

noch nie was von

input und output gehört ?

von Renke Renken

Zur Antwort von Wilhelm Grimm,

mir war eigentlich von Anfang an klar, daß diese von Auflagen und Polizei durchstrukturierten Demo´s am Ende nicht viel heraushauen werden, ohne dabei den Aufwand und Einsatz von LsV schmälern zu wollen - die Politik hat von Anfang an gewußt , wer am längeren Hebel sitzt, und die ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Setzt euch an einen Tisch,

verdammt noch mal.

von Hans Spießl

Die Öko Diktatur wird kommen

Das ist nur eine Maßnahme um mit aller Gewalt die 20% Bio zu bekommen

von Willy Toft

Ist schon Religion!

Was wird es unterm Strich alles bringen?

von Hans Spießl

Die Öko Diktatur wird kommen

Gerade jetzt wo die Bauern sowieso sparen wie zu keiner Zeit. Düngebilanzen und Überschlagsmässige Dokumentation, Kalkulationen wären nur für Betriebe mit über 2 GV sinnvoll. Die Ziele dieser Politik sind andere da gehts nimmer um ... mehr anzeigen

von Albert Maier

In Sachen bürokratischer Wahnsinn...

.... sollten sich die Bauernvertreter mal eine gemeinsame Aktion der "weisen Blätter" einfallen lassen.

von Wilhelm Grimm

Ja Herr Rukwied !

Aber es geht nicht voran, der Bauernverband wird gnadenlos abgekocht. Wir brauchen eine breit angelegte Bewegung und mehr Kreativität im Kampf gegen Merkel und v.d. Leien. Es kann doch nicht sein, dass sich fachfremde Minderheiten an die Spitze einer Bewegung stellen, wozu ich auch ... mehr anzeigen

von Rudolf Rößle

Bin

dafür, dass die Beamten kostenlos für uns die Dünger ausbringen, mit allem Messchnickschnack. Wir schreiben dann ein Grußmail von unseren Urlaubsorten.

von Renke Renken

Und ?

Der DBV und auch das niedersächsische Landvolk haben sich doch am wenigsten vernehmbar gegen dieses neue Regelungs- und Bürokratiemonster zur Wehr gesetzt, da bedurfte es erst einer Initiative der Basis ( LsV ), um überhaupt Widerstand ins Spiel zu bringen

von Wilhelm Grimm

Stimmt, Renke Renken.

Der Bauernverband hat geschlafen, aber der LsV ist auch schläfrig, Trecker fahren reicht nicht. Ihr müsst zusammen arbeiten !!!!!

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