Pflanzenschutz

Glyphosat-Verbot für private Gärten soll 2020 kommen

Die Bundesregierung will den privaten Einsatz glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel noch 2020 verbieten. Für die Landwirtschaft steht bisher der Termin 2023.

Das von der Bundesregierung seit längerem in Aussicht gestellte Verbot glyphosathaltiger Unkrautvernichtungsmittel für Privatanwender soll in diesem Jahr kommen. “Diese Maßnahme ist ein Bestandteil der systematischen Glyphosat-Minderungsstrategie der Bundesregierung, die insbesondere mit einer Änderung der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung umgesetzt werden soll”, kündigt der Parlamentarische Staatssekretär des Bundesagrarministeriums, Uwe Feiler, auf eine Frage aus der Grünen-Bundestagsfraktion an.

Die Änderungsverordnung befinde sich in der Abstimmung zwischen den zuständigen Bundesressorts, heißt es in der Antwort, über die das Redaktions Netzwerk Deutschland (RND) berichtet. Ein Inkrafttreten werde möglichst bald in diesem Jahr angestrebt.

Grüne kritisieren Verzögerung

Der Agrarexperte der Grünen-Bundestagsfraktion, Harald Ebner, hält das Verbot von Glyphosat für Privatanwender in Deutschland für überfällig. Es sei unbegreiflich, weshalb die Bundesregierung das schon vor vier Jahren angekündigte Privatanwender-Verbot bis heute noch nicht hinbekommen habe. Niemand brauche einen „Allround-Pflanzenvernichter im heimischen Garten“, sagte Ebner. Nach amtlicher Bewertung sei Glyphosat nur bei „sachgemäßer Anwendung“ sicher. „Es dürfte also ohnehin überhaupt nicht für Privatanwender zugelassen sein”, sagte Ebner.

Trotz der Verzögerungen begrüßen die Grünen das Privatanwender-Verbot als “richtig und wichtig". Die restlichen 99 Prozent Glyphosat in Deutschland würden damit allerdings noch um keinen Tropfen gemindert, kritisierte Ebner weiter. "Der echte Glyphosat-Ausstieg muss in der Landwirtschaft passieren, und dafür hat Julia Klöckner nach wie vor weder Plan noch Konzept”, forderte er.

Ausstieg in der Landwirtschaft bis 2023?

Zuletzt hatte sich das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) bei der Vorlage der Ackerbaustrategie Ende Dezember 2019 zum geplanten Glyphosat-Ausstieg geäußert. In dem Papier ist der Ausstieg aus der Anwendung von Glyphosat bis Ende 2023 enthalten. Klöckner hatte bei der Vorstellung der Ackerbaustrategie betont, dass Alternativen für die Anwendung von Glyphosat erarbeitet werden müssten.

Beschlossen hatte die Bundesregierung den Glyphosat-Ausstieg Anfang September 2019 in ihrem Agrarpaket. In dem dort enthaltenen Insektenschutzprogramm steht ein nationales Verbot für die Anwendung von Glyphosat zum Ende der aktuell gültigen EU-Zulassung bis spätestens 31.12.2023. Außerdem hatte die Bundesregierung dort eine Minderungsstrategie für Glyphosat ab 2020 mit Verboten und Teilverboten für den Einsatz bei der Stoppel-, Vorsaat- und Vorerntebehandlung, auf Grünland, im Wald, in Weihnachtsbaumkulturen, auf Gleisanlagen, in privaten Gärten und auf öffentlichen Parkflächen vorgegeben. Damit solle der Glyphosateinsatz um 75% vermindert werden, hieß es. Noch gibt es aber für das Vorhaben noch keine fertigen Rechtstexte.

Die Redaktion empfiehlt

Ein Szenario für den Ackerbau bis 2035 hat Landwirtschaftsministerin Klöckner heute vorgestellt. Ihre Ackerbaustrategie enthält 50 Maßnahmen und soll als politische Diskussionsgrundlage dienen.

Insektenschutz/ Umschichtung/ Tierwohlkennzeichen

So sehen die Details des Agrarpakets aus

vor von Stefanie Awater-Esper

Das Umweltministerium hat sich mit Einschränkungen für den Pflanzenschutz im Agrarpaket durchgesetzt. Der Kompromiss zu Tierwohllabel und Umschichtung war vorher durchgesickert.


Diskussionen zum Artikel

von Wilhelm Grimm

Nicht sachkundig ? Nicht frohlocken,

als nächste sind die Sachkundigen dran. Sie kämpfen für den Endsieg gegen die verhassten Bauern, die ihnen das Land wegnehmen.

von Thorsten Holtmeier

Düngeverordung

Einfach mal Alternativen zu Glyphosat Googeln, dann kommt adblue von der Tankstelle kaufen und einfach alles verbrennen mit harnstoff dick und blank geht das genau so gut und beim nächsten Regen landet alles in der Kanalisation. Und die Schuld bekommt die Landwirtschaft

von Erwin Schmidbauer

Verbot für nicht Sachkundige ist sinnvoll

Für Landwirte und auch für andere gilt die Sachkunde, aber bei Privatanwendern ist meist keine Sachkunde vorhanden. Damit lässt sich gut erklären, warum das Verbot für Privatanwender notwendig, ja überfällig ist. Autofahren darf man auch nicht ohne Führerschein, selbst wenn man ... mehr anzeigen

von Marion Wölfer

Wie erklär ich das Verbot dem Bürger

In einer Diskussion bzgl. der Gefahren bei der Verwendung von Glyphosat in privaten Gärten, hat mich eine Bekannte gefragt: "Warum wird Glyphosat für Privatanwender verboten, obwohl es doch wenig (gar nicht) schädlich sei, aber andere chemische Pflanzenschutzmittel dürfen weiterhin ... mehr anzeigen

von Jörg Meyer

Und dann

anstatt 3 liter Glyphosat 240 Liter Finasal je ha , die spinnen die Germanen...oder noch besser verbotene Reiniger, lach

von Martin Hofmann

?

Es sollte aber auch deutlich gemacht werden, das Salz, Clorhaltige Kloreiniger und andere "Hausmittel" unsachgemäße Abfallentsorgung bedeutet und bei Weitem schlimmer für die Umwelt ist als Glyphospat. Durch Abflammen enstehen giftige Dioxine. Auch eine mechanische Unkrautentfernung ... mehr anzeigen

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Auf Kommentar antworten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen