Volksbegehren

Insektenschwund: Landwirt hält Bürgern den Spiegel vor

Fürs gute Gewissen: Bei ebay-Kleinanzeigen bietet ein Landwirt seine Blumenwiese zur Vermietung an. Für 50 € können Bürger Pate einer 100 m²-Blühfläche werden. Als Anlass nimmt der Landwirt das aktuelle Volksbegehren "Rettet die Bienen". Er appelliert an die Anhänger der Initiative, nicht nur zu unterschreiben, sondern auch zu handeln.

Seit Ende Januar läuft in Bayern das Volksbegehren Artenvielfalt "Rettet die Bienen". Initiiert wurde es unter anderem von ödp, LBV, Bündnis 90/Die Grünen und dem BUND Naturschutz in Bayern. 10 % der bayerischen Wählerinnen und Wähler müssen sich zwischen dem 31. Januar und dem 13. Februar 2019 in den Rathäusern eintragen.

Bio-Landwirt Peter Bodendörfer „möchte der Bevölkerung ihre fragwürdige Moral mal vor Augen führen“ und hat dafür eine Kleinanzeige eingestellt. „Ich biete Ihnen hier an etwas für die Artenvielfalt zu tun. Rettet Bienen und andere Insekten. Erleichtern sie ihr Gewissen, ich helfe gerne.“

20.000 m² Blumenwiese zur Artenvielfalt

Der Landwirt möchte eine Blumenwiese auf einem bisher intensiv genutzten Acker anlegen. Diese soll mehrjährig bleiben. „Am Rand des Feldes stelle ich ein Schild auf wo Ihr Einsatz wenn gewünscht erwähnt wird und die Angesäten Arten erläutert werden. Selbstverständlich wird die Fläche 100% Biologisch bewirtschaftet,“ heißt es in der Kleinanzeige weiter.

Für 50 € können Sie Pate für eine 100 m² Blühfläche inklusive eines Zertifikats werden. Die Vereinbarung gelte für 2 Jahre. Bei Wunsch auch länger.
„Nicht nur unterschreiben sondern auch handeln!“, appelliert Bodendörfer. Mit Interessenten rechnet der Landwirt allerdings nicht. „Das grüne Gewissen hört nach dem Rathaus wieder konsequent auf“ sagte der Landwirt gegenüber der top agar Online-Redaktion.

Die Kleinanzeigen „Blumenwiese 20.000 m2 , Artenvielfalt, Bienenweide, Rettet Bienen“ finden Sie hier.

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Artikel geschrieben von

Christina Lenfers

Redakteurin top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Erhard Kunz

Die Allianz Arena

muss zur Blühwiese umgestaltet werden. Dann können die Besucher die Bienen beoabachten. Die Kicker können auch wieder im Olympiastadion spielen, das ist gelebte Artenvielfalt!

von Rudolf Rößle

Freizeit

ich habe gehört, dass auf dem Golfplatz und auf manchen Sportplätzen bis zu 1000 kg N /ha gedüngt wird. Das gehört dann auch verboten.

von Willy Toft

Klasse!

Auf das Ergebnis können wir gespannt sein, denn sobald es an den Geldbeutel der "Naturschützer" geht, wird der Zuspruch bedeutend kleiner! Die Scheinheiligkeit der Protagonisten tritt dann deutlich zu Tage!

von Hilke Meyer-Wiertzema

Top Aktion

Ich sehe die Aktion nicht als Spaßaktion, sondern sehr ernsthaft. Wir (einige konv. Landwirte) sind schon seit längerem im regen und oft konstruktivem Austausch mit lokalen Naturschutzvertretern. Einen Konsens konnten wir erzielen als ich vorschlug, dass wir konv. Landwirte auf Ackerflächen zu vergleichbaren Deckungsbeiträgen (In Relation z.B. zu auskömmlichen Raps-Weizen-Mais-Weizen-Fruchtfolgen) Biodiversitätsmaßnahmen (Blühstreifen/Extensivierungen/Feldraine...) anlegen und damit eine weitere Kultur (Artenvielfalt) in unsere Fruchtfolge aufnehmen. Das bedeutet, wir produzieren auf diesen Flächen keine Ackerfrüchte, sondern Artenvielfalt. Und das möglichst ohne die überbordende EU-Bürokratie und CC-Sanktionen, wenn der Blühstreifen aus Versehen an einer Stelle 10 cm zu schmal sein sollte. Irgendwoanders ist er dafür eben 15 cm breiter. So könnte konv. Ackerbau und Verbesserung der Artenvielfalt nebeneinander sinnvoll bestehen. Mit Vertrauen auf beiden Seiten (geht nur durch persönlichen Kontakt) und kurzen Wegen zwischen den Beteiligten denke ich, dass so etwas klappen könnte. Von daher ist die Idee von Peter Bodendörfer ein Weg in die richtige Richtung. VG. Jan Wiertzema

von Hilke Meyer-Wiertzema

Top Aktion

Ich sehe die Aktion nicht als Spaßaktion, sondern sehr ernsthaft. Wir (einige konv. Landwirte) sind schon seit längerem im regen und oft konstruktivem Austausch mit lokalen Naturschutzvertretern. Einen Konsens konnten wir erzielen als ich vorschlug, dass wir konv. Landwirte auf Ackerflächen zu vergleichbaren Deckungsbeiträgen (In Relation z.B. zu auskömmlichen Raps-Weizen-Mais-Weizen-Fruchtfolgen) Biodiversitätsmaßnahmen (Blühstreifen/Extensivierungen/Feldraine...) anlegen und damit eine weitere Kultur (Artenvielfalt) in unsere Fruchtfolge aufnehmen. Das bedeutet, wir produzieren auf diesen Flächen keine Ackerfrüchte, sondern Artenvielfalt. Und das möglichst ohne die überbordende EU-Bürokratie und CC-Sanktionen, wenn der Blühstreifen aus Versehen an einer Stelle 10 cm zu schmal sein sollte. Irgendwoanders ist er dafür eben 15 cm breiter. So könnte konv. Ackerbau und Verbesserung der Artenvielfalt nebeneinander sinnvoll bestehen. Mit Vertrauen auf beiden Seiten (geht nur durch persönlichen Kontakt) und kurzen Wegen zwischen den Beteiligten denke ich, dass so etwas klappen könnte. Von daher ist die Idee von Peter Bodendörfer ein Weg in die richtige Richtung. VG. Jan Wiertzema

von Freygang GbR

10%...

ich fordere 10% Blühflächen auf Autobahnen und Parkplätzen!

von Herbert Schlecht

Blumenwiese

Spitze .. Das mache ich bei uns in der Gemarkung auch.

von Jürgen U. Elke Dippel GbR

Das ist Mal eine top Idee man sollte auch Hausbesitzer verpflichten 10% des Gartens als eine Bio-blühflâche anzulegen

von Rudolf Rößle

Greening

die Finanzierung von Greening macht dann auch Sinn und bringt Imagegewinn.

von Paul Siewecke

Da soll doch...

der "Normalbürger" mal behaupten, wir würden nichts tun...

von Ernst Storm

Blumenwiese

eine Superidee!!!bin gespannt auf die Reaktion! ernst Storm

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