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Kräftige und gesunde Zuckerrüben mit effektiven Mikroorganismen

Ein Österreicher setzt schon seit vielen Jahren effektive Mikroorganismen in Zuckerrüben ein. In der Folge würden sich stärkere Wurzeln ausbilden, die Pflanzen seien kräftiger.

Lesezeit: 5 Minuten

Franz Kargl wird auch der „Rüben-König“ in seiner Region genannt. Kein Wunder, denn auf den gemeinsam mit Ehefrau Annemarie und Sohn Bernhard bewirtschafteten Flächen dreht sich sehr viel um die süße Frucht. „Der Rübe gilt schon immer meine ganz Leidenschaft“, erklärt der Landwirt aus Oberbierbaum bei Zwentendorf (Österreich).

Voll auf Rübe eingestellt

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Nicht nur, weil sie seit vielen Jahren in großen Umfang angebaut wird. Dieses Jahr haben Kargls etwa 40 ha Rübensaatgut ausgebracht. Sondern Kargls sind auch als Lohnunternehmer in der Aussaat und Ernte tätig.

Und sie sind im Rübenanbau immer auf der Suche nach neuen Tricks und Kniffen, um möglichst hohe und sichere Erträge zu erzielen. Das gilt sowohl für die Kulturpflege als auch die Bodenbearbeitung. So galt er z. B. anfangs auch als Spinner, als er vor rund 30 Jahren auf pfluglos umstellte. Doch er stellte schnell fest, dass einem der Boden den konsequenten Verzicht aufs Wenden dankt.

Nicht nur, dass das Stroh den Boden vor Wasser- oder Winderosion schützt. Sondern der Boden nimmt das Wasser auch besser auf und hat eine bessere Wasserhaltefähigkeit. Zudem hat Franz Kargl festgestellt, dass der Regenwurmanteil stark gestiegen ist, was zu einer optimalen Zersetzung des Strohs führt. „Wichtig für die Verrottung und Durchmischung ist aber das Grubbern“, meint der Landwirt. Die Aussaattechnik hat Kargl im Laufe der Zeit etwas adaptiert, um mit dem Stroh klarzukommen.

Doch auch bei der Sortenwahl, im Pflanzenschutz und in der Düngung tüfteln Kargls jedes Jahr aufs Neue herum. So bauen sie z. B. schon seit drei Jahren nur mehr Conviso Smart-Rüben an. „Das hat die Unkrautbekämpfung ­extrem vereinfacht“, freuen sich die Österreicher.

Auf die Idee mit den Effektiven Mikroorganismen (EM) hat Kargls ein zufälliger Besuch 2016 bei einem Kollegen in Stockerau gebracht. „Wir sind dort zufällig an einem Acker vorbeigefahren, auf dem der Landwirt Rüben gesät hat“, erzählt Franz Kargl. „Wir wunderten uns darüber, dass er vorne am Traktor einen Spritzbalken montiert hatte und hinten die Sämaschine lief. Deshalb fragten wir bei ihm nach.“

Lösung für Cercospora

So erfuhren Kargls, dass der Landwirt die EM in den Boden einbrachte. Ziel: Die Rübenpflanzen zu stärken und ­dadurch vor allem vor dem späteren Befall mit Cercospora Blattflecken zu schützen. Diese hartnäckige Krankheit sorgt auch im Tullnerfeld Jahr für Jahr für teils hohe Ertragsausfälle. Auch Kargls hatten bis damals immer wieder Probleme. „Immer mehr Mittel sind gegen Cercospora resistent oder wirken zumindest schlechter“, meint Bernhard Kargl. Da ihnen der Stockerauer Kollege berichtete, durch den Einsatz der EM die Cercospora gut im Griff zu haben, stand für Kargls fest: „Darauf setzen wir künftig auch.“

Daheim machten sie sich gleich ans Werk und bastelten in Eigenregie eine erste Lösung aus 550 l-Fronttank und einer Ausbringtechnik auf der Einzelkornsämschine. Später kam übrigens noch ein zweites System aus 1.500 l-Fronttank und Ausbringtechnik für das Maissaatgerät hinzu. Denn auch hier schwören Kargls inzwischen auf den Einsatz von EM.

Doch zurück zu den Rüben: Jede der zwölf Reihen der Einzelkornsämaschine kann einzeln ab- bzw. zugeschaltet werden. Zur Saat bringen Kargls eine Mischung aus Bodenhilfsstoffen zur Stärkung der Wurzeln und Steigerung der Boden- bzw. Substratbiologie sowie Pflanzenhilfsmittel zur Stärkung der Widerstandskraft gegen Schädlings- und Pilzbefall aus. Die Mittel werden mit 60 bis 70 l Wasser/ha direkt über die Schläuche auf das Saatgut gesprüht.

Nach Aussage von Bernhard Kargl sieht man die EM-Gabe bereits frühzeitig an den Wurzeln: „Diese sind deutlich stärker ausgebildet als ohne diese Spritzung“, berichtet der Landwirt. „Speziell auf unseren schlechtesten Böden mit geringer Wasserhaltefähigkeit (19 BB) macht sich der Einsatz der EM deutlich bemerkbar.“

Zweite Spritzung im Juli

Die zweite Spritzung erfolgt etwa im Juli bei vier bis acht Rübenblättern. Bei dieser „Cercospora-Spritzung“, wie Franz Kargl sie nennt, kommt eine ­Mischung aus Pflanzenhilfsstoffen zur Stärkung der Blattoberfläche als natürliches Abwehrsystem gegenüber Krankheiten und Schädlingen zum Einsatz. Diese Spritzung erledigt Kargl mit einer Selbstfahrspritze mit einem Wasseraufwand von 200 l/ha.

Wichtig ist laut dem Landwirt, erst ab 22.00 Uhr auszubringen, damit die Poren auf den Rübenblättern offen sind und die Pflanze nicht mehr verdunstet. Somit wird die EM-Mischung in voller Menge aufgenommen. „Mit dieser Pflan­zenstärkungs-Mischung erspare ich mir zumindest eine Fungizidspritzung“, erzählt Kargl, „und Cercospora ist bei uns seither fast kein Thema mehr.“

Pro EM-Spritzung fallen laut Kargls Kosten von etwa 50 €/ha an. Und wie macht sich dieser Aufwand im Ertrag bemerkbar? Zunächst einmal betont Franz Kargl, dass nur das Zusammenspiel aller seiner Maßnahmen im Rübenanbau sich positiv auf die Ertrags­ergebnisse auswirkt. Unterm Strich ­erzielen Kargls im Schnitt der be­­wirtschafteten Rübenflächen einen Ertrag von 100 t/ha. „Gerade auf den schlechten Böden tragen die EM zu dem aktuellen Schnitt von 80 t/ha bei“, erklärt Bernhard Kargl. Und auf den besten Böden erreichen sie über 110 t/ha.

Der Zuckergehalt im abgelaufenen Anbaujahr lag bei rund 17 %, der bereinigte Zuckergehalt bei rund 15 %. Unterm Strich sind Bernhard und Franz Kargl von dem Einsatz der EM im Rüben-, aber auch im Maisanbau überzeugt. Sie würden nach eigener Aussage jedenfalls nicht mehr darauf verzichten.

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