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Miese Getreidepreise: Wie lässt sich Dünger einsparen?

Die niedrigen Getreidepreise erfordern Sparmaßnahmen bei der Düngung. Aber nicht alles ist sinnvoll.

Lesezeit: 4 Minuten

Dieser Beitrag ist zuerst erschienen im "Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben".

Die Erzeugerpreise für Getreide sind stark gesunken und liegen weit unter 200€ je Tonne. Ob die Talsohle bereits erreicht ist, ist noch nicht abschätzbar. In der Lage sind Ideen gefragt, um Kosten im Anbau zu sparen.

Düngebedarf aktuell hoch

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Für die Düngung ist es einerseits erfreulich, dass die Preise für Stickstoff-, Phosphor- und Kalidünger seit Mitte vergangenen Jahres gefallen sind, andererseits sind die zu applizierenden Düngemengen dieses Jahr sehr hoch. Ursache dafür sind die hohen Niederschlagsmengen. Daraus resultieren niedrige Nährstoffgehalte im Boden – allen voran bei Stickstoff, Schwefel und gegebenenfalls Kali. Folglich sind Nährstoffbedarfe hoch.

Einsparpotenzial Stickstoff

Für die laufende Düngesaison kommen folgende Punkte in Betracht, um Dünger einzusparen:

  • Die Düngebedarfe für Getreide sind bereits mit der Düngebedarfsermittlung (DBE) gerechnet und die Startdüngung ist in der Regel platziert. Es können sich jedoch mithilfe anderer Methoden, wie zum Beispiel das bewährte N-Sollwertschema der Landwirtschaftskammer NRW, niedrigere N-Düngemengen ergeben. Da es mit Daten aus NRW kalibriert worden ist, lassen sich damit hiesige Standorte im Zweifel besser darstellen als mit der für ganz Deutschland geltende DBE.

  • Während der Vegetation, üblicherweise zur Schossergabe und zum Ährenschieben, gibt es Messmethoden wie YARA-N-Sensor oder der Nitratschnelltest, um den Versorgungszustand mit Stickstoff und die Vitalität zu prüfen. Daraufhin lassen sich die Düngebedarfe für diese Zeitpunkte berechnen. In Summe können sich hierbei reduzierte N-Düngemengen ergeben.

  • Ein klassisches Düngefenster wird bereits zur Startgabe angelegt. Damit sind N-Schübe, die sich aus der Mineralisation im Boden ergeben, erkennbar. So lassen sich Folgedüngemaßnahmen besser terminieren, mitunter reduzieren oder unterlassen (Ährendüngung).

  • Die Ährengabe betreffend sollten Witterungsverlauf sowie Bodenfeuchte zum möglichen Düngezeitpunkt genau kontrolliert werden. So lässt sich abschätzen, inwieweit diese Düngemaßnahme überhaupt noch wirken kann. Darüber hinaus kann die Düngeform eine entscheidende Rolle spielen.

  • Wenn der Preisunterschied zwischen Futter- und Qualitätsweizen nur sehr gering ausfällt, ist ein gewisser Zielwert nicht unbedingt erstrebenswert.

Spurennährstoffe beachten

Spurenelemente benötigen die Pflanzen dem Namen gemäß nur in Spuren, sind jedoch essenziell. Derjenige Nährstoff, der im ­Mangel vorliegt, limitiert den Ertrag und oder auch die Qualität. Eine schlechte Verfügbarkeit an Spurennährstoffen kann beispielsweise aufgrund eines nicht optimal eingestellten pH-Werts gegeben sein. Das lässt sich für die laufende Saison jedoch kaum noch beeinflussen.

Ist der pH-Wert an einer mangelnden Verfügbarkeit schuld oder Trocken­heit, lassen sich solche Bestände mit Blattdüngern düngen, die sich teilweise auch mit Pflanzenschutzmaßnahmen kombinieren lassen (Anwendungshinweise der Hersteller beachten).

Bei ausreichender Bodenfeuchte können teilweise auch noch Bodenspurennährstoffdünger ausgebracht werden. Es gibt zahlreiche Produkte, in denen mehrere für Getreide relevante Spurennährstoffe enthalten sind.

Schwefel, Kalium im Mangel

Durch den ergiebigen Niederschlag sind auch die Schwefel­gehalte im Boden oft niedrig. Auf leichten Böden mit wenig Austauschern kann auch Kalium in größeren Mengen aus dem Wurzelbereich ausgewaschen worden sein. Eine Bodenanalyse gibt hier Aufschluss über den aktuellen Versorgungszustand. Pflanzen benötigen beide Nährstoffe in größeren Mengen und steigern maßgeblich die Stickstoffnutzungseffizienz. Sie lassen sich noch in den kommenden Tagen oder kombiniert mit der Anschlussdüngung düngewirksam als Bodendünger ausbringen.

Schwefel sollte dabei unbedingt in Sulfatform (SO4) und nicht in elementarer Form ausgebracht werden, damit es direkt düngewirksam ist. Der in Wirtschaftsdüngern enthaltene Schwefel wirkt nicht direkt und muss genauso wie elementarer Schwefel erst von Bakterien mineralisiert und in die Sulfatform überführt werden.

Insgesamt können nur ausreichend mit allen relevanten Nährstoffen versorgte Pflanzen Optimalerträge und Qualitäten generieren, weshalb auch sämtliche Spurennährstoffe in ausreichender Form vorliegen und vor allem pflanzenverfügbar sein sollten.

Nährstoffgehalte der Wirtschaftsdünger untersuchen

Wer sein Getreide auch bei den Anschlussdüngemaßnahmen mit Wirtschaftsdünger düngt, sollte eventuell eine frische Nährstoffanalyse durchführen lassen, um somit genau zu wissen, welche Gesamt-N- und Ammonium-N-Gehalte enthalten sind. Auf diesem Weg lassen sich sehr viel genauere Ausbringmengen berechnen als mit Richtwerten. Selbiges gilt auch für die Nmin-Werte, die dann wieder Anfang des kommenden Jahres relevant werden.

Nach dem Getreideanbau sollte der Anbau einer Zwischenfrucht in Betracht gezogen werden, sodass unter anderem restliche Stickstoffmengen aus dem Boden aufgenommen, konserviert und für die Folgefrucht bereitgestellt werden können. Auf diesem Weg lassen sich dann Dünger­mengen dort reduzieren und es wird gleichzeitig die Umwelt ­geschont.

Biostimulanzien?

Die Anwendung von Biostimulanzien sollte hingegen wohl überdacht werden. Es gibt bislang nur wenige gesicherte Erkenntnisse von offizieller Seite über gewisse Produkte, sodass noch kaum konkreten Beratungs­aussagen dazu gemacht werden können. In erster Instanz sollte sich der Praktiker also Gedanken über die klassische Nährstoffversorgung und klassischen ackerbaulichen Maßnahmen machen, bevor solche, meist sehr teuren Produkte zum Einsatz kommen.

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