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Raps: Schädlinge nur noch regulieren?

Wegen zunehmender Resistenzen und weniger Wirkstoffen wird die Schädlingskontrolle im Raps immer schwieriger. Befall und Schadschwelle müssen Sie genau ermitteln und wo nötig gezielt behandeln.

Unsere Autorin: Manja Landschreiber, LWK Schleswig-Holstein

Der Schädlingszuflug ist größtenteils eine regionale Angelegenheit. Wo einerseits örtlich mehrere Insektizideinsätze notwendig sind, erntet man anderswo darüber nur Kopfschütteln. Das zeigt deutlich: Nur eigene Kontrollen führen zu zielgerichteten Maßnahmen. Die dafür zur Verfügung stehenden Mittel schwinden jedoch rasant.

Herausforderung Resistenzmanagement

Die Pyrethroide dominieren die Anwendungen – mit all ihren negativen Auswirkungen. Ihre Einflüsse auf Begleitinsekten sind nicht unerheblich. Zudem fördern immer gleiche Wirkmechanismen die Resistenzen. So ist die Pyrethroidresistenz schon lange nicht mehr nur auf den Rapsglanzkäfer beschränkt, auch Rapserdfloh, Grüne Pfirsichblattlaus, Schwarzer und Gefleckter Kohltriebrüssler sowie Kohlschotenrüssler haben spürbar nachgezogen.

Überdenken Sie daher besonders die Anzahl der Anwendungen mit Präparaten dieser Wirkstoffgruppe. Doch das ist gar nicht so einfach. Denn mit dem Wegfall von Biscaya fehlt ein weiterer Wirkstoff außerhalb der Pyrethroide. Die inzwischen sehr stark eingeschränkte Wirkstoffpalette lässt realistisch betrachtet keine optimale Resistenzvermeidungsstrategie mehr zu.

Mit der Wirkstoffverarmung und der weiteren Zunahme von Resistenzen treten mittlerweile Bekämpfungslücken zutage. Man muss sich wohl daran gewöhnen, nicht mehr von einer Bekämpfung, sondern einer Regulierung der Schadinsekten zu sprechen.

Gelbschalen früh aufstellen

Um die Resistenzentwicklung nicht weiter zu beschleunigen, gilt es, die Einsatzhäufigkeit von Insektiziden zu begrenzen. Das funktioniert aber nur, wenn man den tatsächlichen Zuflug von Rapsschädlingen auf der eigenen Fläche ermittelt. Dabei ist die Gelbschale zur Überwachung unverzichtbar. Weil der tatsächliche Nutzen groß ist, sollte jeder Landwirt die Zeit für eine regelmäßige Kontrolle investieren.

Die Gelbschale sollte je nach Region schon im Februar auf den Flächen stehen, um den Zuflug des Großen Rapsstängelrüsslers nicht zu verpassen. Besonders Südhanglagen erwärmen sich schneller und die Käfer erwachen hier aus der Überwinterung auf den letztjährigen Rapsflächen zeitiger.

Die Gelbschalen sind mit einem Gitter zu versehen, um vor allem Hummeln fernzuhalten. Diese sind im Gegensatz zu Honigbienen auch bei deutlich kühleren Temperaturen unterwegs. Um die Gelbschalen „fängig“ zu halten, ist es wichtig, regelmäßig das Wasser (plus Spüli) zu wechseln.

Die Schädlinge im Überblick

Damit Sie entscheiden können, ob eine Bekämpfung erforderlich ist oder nicht, ist es notwendig, die Schädlinge und die Schadschwellen (siehe Praxistipp unten) zu kennen:

Der Große Rapsstängelrüssler erwacht schon bei Bodentemperaturen von ca. 5°C auf Rapsflächen des Vorjahres. Danach sucht er zügig nahegelegene Rapsschläge zur Eiablage auf. Mit dem Vollzug der Eiablage beginnt bereits die Schädigung des Rapses – denn das Weibchen scheidet bei der Herstellung der Einischen Wuchsstoffe aus, die für die typischen, auffälligen Verdrehungen der Stängel verantwortlich sind. Die Bekämpfung muss demzufolge zeitnah (innerhalb von drei Tagen) mit dem Zuflug erfolgen. Resistenztechnisch ist die Welt beim Rapsstängelrüssler zum Glück noch in Ordnung.

Den Gefleckten Kohltriebrüssler erkennt man an dem weißen Fleck auf dem Rücken. Er vollzieht nach dem Zuflug in die Rapsbestände einen ausgiebigen Reifungsfraß. Für eine eventuelle Bekämpfung besteht somit je nach Witterung ein 10- bis 14-tägiges Zeitfenster. Nach erfolgter Eiablage wachsen die Rapsstängel gerade weiter, sodass die Larven äußerlich oft unentdeckt bleiben. In Resistenztests des JKIs zeigte sich eine beginnende Pyrethroidresistenz.

Der Rapsglanzkäfer wird ab 8°C im Winterquartier aktiv, um dann bei 12°C dieses zu verlassen. Erreichen die Temperaturen 15°C,...

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