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Ratgeber: Das 1 x 1 der Gülledokumentation Premium

Wer Gülle abgibt, befördert oder aufnimmt, muss das dokumentieren. Wir erklären, was Sie beachten müssen, wo Sie die Dokumente finden und welche Unterschiede es in den Bundesländern gibt.

Die Milchviehherde von Hans Schulte aus Nordrhein-Westfalen wächst und produziert mehr Gülle. Daher gibt er in diesem Jahr erstmals 300 m³ Gülle an seinen Lohnunternehmer Josef Fasskemper ab. Dieser vermittelt die Gülle an den Ackerbauer Heinz Lehmbeck in Hessen.

Diese Lieferung müssen Schulte, Lehmbeck und Fasskemper bei dem Direktor der Landwirtschaftskammer in Nordrhein-Westfalen und beim Regierungspräsidium in Kassel melden. Als Abgeber, Aufnehmer und Beförderer von Wirtschaftsdüngern müssen sich alle an die Vorgaben der „Verordnung über das Inverkehrbringen und Befördern von Wirtschaftsdünger“ halten.

Diese gilt bundesweit für Betriebe, die Wirtschaftsdünger an Dritte abgeben, vermitteln, befördern oder verschenken bzw. von Dritten aufnehmen.

Für die Dokumentation der Transporte gibt es allerdings eine Untergrenze: Wer weniger als 200 t bzw. m³ Wirtschaftsdünger im Jahr abgibt, aufnimmt oder befördert, muss die Transporte nicht dokumentieren.

Die Grenze von 200 t gilt dabei als Summe für alle Wirtschaftsdüngerlieferungen innerhalb eines Jahres. Wer beispielsweise 100 t aufnimmt und 150 t abgibt, fällt unter die Dokumentationspflicht, da er in Summe 250 t Wirtschaftsdünger in dem Jahr hin und her transportiert hat.

Daten innerhalb eines Monats übermitteln

Milchviehhalter Schulte gibt das erste Mal Wirtschaftsdünger an jemand anderen ab. Daher muss er sich laut der Mitteilungspflicht einen Monat vorher einmalig bei der Behörde registrieren. Dafür bieten die Bundesländer ein Formular an, dass der Abgeber ausfüllt und an die Behörde schickt. In einigen Bundesländern, unter anderem in Nordrhein-Westfalen, können sich die Abgeber auch online auf der Internetseite der Kammer anmelden.

Transportiert Lohnunternehmer Fasskemper nun Schultes Gülle nach Hessen zu Lehmbecks Ackerbaubetrieb, müssen Schulte, Fasskemper und Lehmbeck nach der Aufzeichnungspflicht diesen Transport dokumentieren. In Nordrhein-Westfalen geht das über das elektronische Meldeprogramm.

Ein elektronisches Meldeprogramm gibt es in fünf Bundesländern. Unter www.topagrar.com/dokumentation2019 haben wir die Internetseiten der Meldeprogramme für die jeweiligen Bundesländer hinterlegt.

Im Programm meldet Schulte sich online an. Dafür gibt er seine HIT-Nummer und die entsprechende PIN-Nummer ein, die er bei der Tieran- und -abmeldung nutzt. Andere Bundesländer fordern die Betriebsnummer, die die...

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Artikel geschrieben von

Maike Schulze Harling

Redakteurin Betriebsleitung

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