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CO2-Zertifikate als Einkommensstandbein

Viele Landwirte können sich vorstellen, Klimaschutzleistungen über Zertifikate zu vermarkten: Zwei Praxisbeispiele zeigen, wie das heute schon funktioniert.

Lesezeit: 4 Minuten

Weniger CO2 bei gleichem oder sogar höhrerem Ertrag: Das ist das Ziel von BASF und der Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main eG (RWZ). Gemeinsam wollen die Unternehmen Potenziale für die CO2-Einsparung und die CO2-Bindung auf den HÖfen ausloten und diese Klima- und Umweltleistungen entlohnen.

Antrieb ist dabei nicht nur der Klimawandel allein: Immer knapper werdende Ackerflächen und die zunehmende Weltbevölkerung erlauben für die moderne Landwirtschaft nur einen Weg, findet Markus Röser, Leiter Kommunikation und Nachhaltigkeit von BASF Agricultural Solutions Deutschland: "Wir müssen es schaffen, die Erträge pro Hektar zu halten oder sogar zu steigern und gleichzeitig mehr Nachhaltigkeit und weniger CO2-Emissionen bei der Produktion auf den landwirtschaftlichen Betrieben umsetzen."

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Um eine klimaoptimierte Produktion dauerhaft in der Praxis etablieren zu können, muss es sich für die Landwirte auch rechnen, so Dr. Christoph Leufen, RWZ-Bereichsleiter Pflanzliche Produktion: "Nicht nur die Bindung von CO2 als Bodenkohlenstoff im Boden z.B. über Humusaufbau sollte über Zertifikate entlohnt werden, auch die Reduzierung der CO2-Emissionen bei der Herstellung von Agrarerzeugnissen sollte finanziell honoriert werden."

Humusaufbau-Prämie

Um dies anzugehen, kooperiert BASF mit der RWZ, die große Potenziale in der regenerativen Landwirtschaft sieht. Das Konzept zielt unter anderem auf eine Humusanreicherung im Boden ab. Diese lässt sich zum Beispiel erreichen durch:

  • eine optimale Nährstoffversorgung auf Basis von standortbezogenen Bodenanalysen,
  • minimalinvasive Bodenbearbeitung,
  • möglichst dauerhafte Begrünung mittels Zwischenfrucht- und Untersaatenanbau zur Förderung der Biodiversität,
  • optimalen Einsatz von chemischen Pflanzenschutz und Mineraldünger,
  • ausgeweitete Fruchtfolgen z.B. mit Leguminosen,
  • Einsatz von Biostimulanzien und effektiven Mikroorganismen zur Förderung des Bodenlebens,
  • die Integration von Agroforststreifen.

Die gewählten Maßnahmen können zugleich die Biodiversität und die Wasserspeicherfähigkeit der Böden fördern.

Auf dem Weg zu einer nachhaltigeren, regenerativen Bodenbewirtschaftung unterstützt die RWZ die Landwirte gemeinsam mit der KlimaHumus GmbH. Dabei ist ihnen wichtig, das notwendige Know-how zu vermitteln und die nötigen Betriebsmittel anzubieten. Die über den Humusaufbau erzielte, langfristige CO2-Speicherung im Boden wird von der KlimaHumus GmbH über eine Humusaufbau-Prämie vergütet. Das Unternehmen garantiert hierbei eine Vergütung von mindestens 30 €/t CO2-Äquivalent.

Ziel ist: Auf dem Gesamtbetrieb 30 % CO2 einsparen

Verglichen mit den Humusaufbau-Prämien ist die Entlohnung von CO2-Einsparungen auf dem Betrieb kompliziert. Denn CO2-Einsparungen müssen über die ganze Wertschöpfungskette vom Saatgut und Dünger bis hin zur Verpackung und dem Verkauf im Supermarkt gemessen, dokumentiert und transparent abrufbar sein.

Um diese Herausforderung anzugehen, starten mit der Herbstaussaat auf dem neuen Pilotbetrieb der BASF und RWZ zahlreiche Versuche. "Unser Ziel ist, auf dem Betrieb bei gleichem oder höherem Ertrag bis zu 30 % CO2 je Tonne Ernteertrag bei Getreide oder Kartoffeln einzusparen", erläutert Markus Röser. Innerhalb von zehn Jahren ist vorgesehen:

  • zu ermitteln, wo wie viel CO2 bei der Produktion von Getreide und Kartoffeln entsteht,
  • durch Versuche auszuloten, wo CO2-Einsparungen möglich und besonders effektiv sind,
  • Empfehlungen für andere Landwirte abzuleiten,
  • Wege zu schaffen, die CO2-Einsparung zu dokumentieren, zertifizieren und verkaufbar zu machen.

Wie die Reduktion von CO2-Emissionen vermarkten?

Kommen die Landwirte anhand der Empfehlungen aus den Versuchen des Pilotbetriebes auf eine Reduktion von 30 % der CO2-Emissionen je Tonne Ernteertrag auf dem Betrieb gegenüber dem regionalen Standard, sind zwei Vermarktungsoptionen denkbar:

  1. Ein CO2-Zuschlag zum Produktionspreis bei Getreide oder Kartoffeln, ausgezahlt von den Lebensmittelfirmen, die auf ihren Packungen mit den reduzierten CO2-Emissionen werben.
  2. Die Reduktion der Emissionen wird von Gold Standard zertifiziert und das entstehende Zertifikat vermarktet.

Inwieweit CO2-reduzierte Produkte tatsächlich zu Mehrpreisen führen, ist schwer vorherzusehen. Schon jetzt gebe es Unternehmen, die eine CO2-reduzierte Bewirtschaftung bei seinen Produkten vermarkten, erzählt Markus Röser. Viele Unternehmen sind schon jetzt bereit, Aufschläge für landwirtschaftliche Produkte mit niedriger CO2-Bilanz zu zahlen.

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