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Biodiesel weiter unter Druck

Die Einfuhren von Biodiesel aus Übersee sind sprunghaft angestiegen. Zudem hat die EU in dier Woche eine Regelung verabschiedet, mit der die Anrechnung konventioneller Kraftstoffe auf die EU-Klimaziele erschwert werden.

Lesezeit: 3 Minuten

Im Kalenderjahr 2018 sind die Einfuhren an Biodiesel inkl. HVO (hydrierte Pflanzenöle) um über 50 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Waren es 2017 rund 790.000 t, überschritt das Volumen 2018 mit 1,2 Mio. t deutlich die Millionen-Grenze. Auslöser war das überreichliche Angebot an subventioniertem und daher preisgünstigem Biodiesel aus Argentinien. Ähnliches befürchtet die Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (UFOP) nun auch nach Abschluss des laufenden Antisubventionsverfahrens der EU-Kommission gegen Indonesien.

Niederlande und Belgien sind die wichtigsten Lieferanten

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Hauptlieferland für Deutschland bleiben die Niederlande. Von dort stammen 2018 über 620.000 t Biodiesel/HVO und somit mehr als doppelt so viel wie im Jahr zuvor. Als größter Produzent von HVO (1,2 Mio. t in 2018) exportieren die Niederlande den größten Teil, denn nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) beträgt der inländische Verbrauch weniger als 400.000 t Biodiesel/HVO im Jahr.

Zusätzliche Importe aus Übersee kamen über die Drehscheibe der Häfen an der Nordseeküste: Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen (oft abgekürzt als „ARA“) in den deutschen Markt. Daher steht Belgien für Deutschland auf Platz 2 der Biodiesellieferländer und hat seine Exporte seit der zollfreien Verfügbarkeit von argentinischem Biodiesel mit einem Plus von 75 % ebenfalls stark ausgeweitet. Deutschland erhält aber auch direkte Biodiesellieferungen aus Übersee und zwar aus Malaysia. Diese Mengen sind seit 2014/15 relativ konstant und schwanken um 130.000 t.

UFOP fordert Abkehr vom Palmöl

Nach Auffassung der UFOP unterstreichen diese Zahlen den Handlungsdruck, Biokraftstoffe aus Palmöl gemäß der Neufassung der Erneuerbare Energien-Richtlinie jetzt auslaufen zu lassen. Die öffentliche und umweltpolitische Akzeptanz der Biokraftstoffe insgesamt sinke mit jeder importierten Tonne Palmöl zur Kraftstoffherstellung bzw. Biodiesel/HVO aus Palmöl. Die UFOP fordert daher mit Nachdruck das Europäische Parlament auf, den Entwurf des Delegierten Rechtsaktes der EU-Kommission mit seinen offensichtlichen Schlupflöchern für Importe aus Urwaldregionen abzuweisen. Die EU-Kommission nehme mit dem Entwurf billigend in Kauf, dass der europäische Rapsanbau zunehmend seine wichtigste Absatzperspektive verliere und untergrabe damit ihren eigenen Proteinplan. Raps sei bis heute die mit Abstand wichtigste gentechnikfreie Proteinquelle in Europa, betont der Verband.

Rechtsakt schränkt Anrechnung konventioneller Kraftstoffe ein

Konventionelle Kraftstoffe geraten künftig aber weiter unter Druck. Im Juni 2018 hatten die Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament ein neues, verbindliches, EU-weites Ziel für erneuerbare Energien für 2030 von mindestens 32 Prozent vereinbart. Die bereits in Kraft getretene Richtlinie sieht eine schrittweise Verringerung der Menge bestimmter Arten von Biokraftstoffen vor, bei deren Produktion eine hohes Risiko besteht, indirekte Landnutzungsänderungen zu verursachen (Indirect Land Use Change, ILUC).

Auf eindeutigen Wunsch der Mitgesetzgeber und zur Umsetzung des neuen Konzepts hat die Kommission am 13. März einen delegierten Rechtsakt erlassen. Demnach können die Mitgliedstaaten weiterhin Kraftstoffe verwenden (und importieren), die in die Kategorie der Biokraftstoffe mit hohem ILUC-Risiko fallen. Aber sie können diese Mengen nur noch begrenzt auf ihre Ziele für erneuerbare Energien anrechnen und ab 2030 gar nicht mehr.

Indirekte Landnutzungsänderungen treten in der Theorie auf, wenn Weiden oder landwirtschaftliche Flächen, die zuvor für den Lebens- und Futtermittelmarkt bestimmt waren, zur Biokraftstoffproduktion verwendet werden. In diesem Fall muss die Nachfrage nach Nahrungsmitteln und Futtermitteln weiter gedeckt werden, was dazu führen kann, dass landwirtschaftliche Flächen in Gegenden mit hohem Kohlenstoffvorrat wie Wälder, Feuchtgebiete und Torfgebiete ausgebaut werden.

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