Energiepreise

Explosion bei Strom- und Gaspreisen: Kurzfristiger Hype oder Dauerzustand?

Die Analyse der Ursachen für die immer stärker steigenden Energiepreise fällt unterschiedlich aus. Fest steht: Der hohe Preis für Strom und Gas könnte in den nächsten Monaten anhalten.

Die Strompreise sind entgegen der Vorhersage der Übertragungsnetzbetreiber in der letzten Zeit auf ein bisher unerwartetes Niveau gestiegen. Die Gründe dafür sind laut Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) vielfältig: Neben dem massiven Anstieg des Gaspreises auf über 150 € je Megawattstunde sind auch die CO₂-Preise, die steigende Stromnachfrage durch das Anziehen der Wirtschaft sowie die schwache Einspeisung aus Windenergie dafür verantwortlich.

Sinkende EEG-Umlage erwartet

Wegen der hohen Strompreise könnte auch die EEG-Umlage laut Agora Energiewende im Jahr 2022 auf 3 bis 4 ct/kWh sinken. Im Jahr 2021 war sie durch den Einbruch des Basisstrompreises auf über 9 ct/kWh prognostiziert und deswegen durch den Bundeshaushalt auf 6,5 ct/KWh gedeckelt worden.

Der BEE sieht allerdings keinen Anlass, aufgrund der temporären Effekte voreilige Schlüsse zu ziehen und warnt vor politischen Schnellschüssen. „Die meisten Sondereffekte dieses Jahres werden sich in den nächsten Monaten wieder verändern. Statt voreiliger Entscheidungen braucht es jetzt einen Gesamtblick auf den Strommarkt und eine Neuordnung des Marktrahmens“, fordert BEE-Präsidentin Dr. Simone Peter.

BEE fordert sichere Finanzierung für Erneuerbare

Zwar ermöglichten die aktuellen Effekte potenziell eine starke Reduzierung der in der EEG-Umlage sichtbar werdenden Differenzkosten der erneuerbaren Energien. Allerdings würden diese Effekte nicht lange...


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