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HVO-Diesel für Traktoren – eine Alternative zu fossilem Diesel?

Das Technologie- und Förderzentrum (TFZ) in Straubing hat zwölf Maschinen untersucht, die mit hydriertem Pflanzenöl betrieben werden. Das Fazit: HVO ist nur für Bestandsmaschinen zu empfehlen.

Lesezeit: 3 Minuten

Hydriertes Pflanzenöl (HVO) basiert auf Pflanzenölen oder Rest- und Abfallstoffen, wie z. B. Altspeiseölen. Es weist günstige Eigenschaften, wie eine hohe Zündwilligkeit und eine gute Kältestabilität auf. Damit ist es für den Bestand an Land- und Forstmaschinen eine mögliche Alternative zu fossilem Diesel.

In den Eigenschaften unterscheidet es sich kaum von Diesel, sodass keine Anpassungen notwendig sind. Das zeigen die Ergebnisse eines Forschungsprojekts des Technologie- und Förderzentrums (TFZ) im bayerischen Straubing.

Die Wissenschaftler haben darin zwölf Maschinen untersucht, zum Teil auf dem Prüfstand und zum Teil in Praxistests auf den Bayerischen Staatsgütern (BaySG). Ergänzt wurden die technischen Erprobungen durch eine Umfrage, welche eine mehrheitlich hohe Akzeptanz des Kraftstoffs ergab. Lediglich die Verfügbarkeit von HVO sowie der Preis stellen ein Hemmnis für den weitreichenden Einsatz dar.

Alle Ergebnisse des Forschungsprojekts veröffentlicht das TFZ nun im Bericht Nr. 81 „HVO-Diesel für Traktoren“.

Keine Störungen

Für mehrere Monate wurden in einem Praxisversuch des TFZ Traktoren der Bayerischen Staatsgüter von Diesel auf den paraffinischen Dieselkraftstoff HVO umgestellt und dabei wissenschaftlich begleitet. „Der Versuch verlief nahezu ohne Störungen. Untersuchungen am Prüfstand und beim Feldeinsatz ergaben, dass sich Motorleistung und Abgasverhalten praktisch nicht vom Dieselbetrieb unterscheiden“, sagt Dr. Klaus Thuneke, Wissenschaftler am TFZ.

„Gegenüber Diesel können mit HVO, in Abhängigkeit der verwendeten Ausgangsstoffe, rund 80 Prozent Treibhausgasemissionen eingespart werden“, führt Thuneke weiter aus. Die begleitend zu den Praxistests durchgeführte Umfrage bei den Mitarbeitern der Staatsbetriebe zeigte eine überwiegend hohe Akzeptanz. Positiv gesehen werden insbesondere der Beitrag zum Klimaschutz und die technische Zuverlässigkeit.

Die Herausforderungen

Doch es gibt auch Herausforderungen: Rest- und Abfallstoffe sowie die ausschließlich im Ausland vorhandenen Produktionskapazitäten für HVO-Diesel sind sehr begrenzt. Gleichzeitig steigt die weltweite Nachfrage, insbesondere in der Luftfahrt, so dass es fraglich ist, ob der Bedarf der Landwirtschaft in Zukunft gedeckt werden kann. Auch der Kostenfaktor fällt ins Gewicht: Im Durchschnitt liegt der Preis etwa 0,25 Euro pro Liter über dem von Dieselkraftstoff.

Die Wissenschaftler empfehlen deshalb, HVO-Diesel vor allem in Bestandsmaschinen einzusetzen, für die es kaum Alternativen gibt. „Bei Neuanschaffungen sind weitere aktuell verfügbare klimafreundliche Optionen, wie Pflanzenölkraftstoff, Biodiesel und Biomethan sowie elektrische Antriebe, zu bevorzugen“, resümiert Dr. Klaus Thuneke.

Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit den Bayerischen Staatsgütern (BaySG) umgesetzt und vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus (StMELF) gefördert. Der Forschungsbericht kann kostenlos unter www.tfz.bayern.de heruntergeladen werden.

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