Solarparks

Jüngste Ausschreibung: Die meisten Solarpark-Zuschläge wieder in Bayern

Die Solarausschreibung für Freiflächen- und Dachlanlagen war überzeichnet. Während Solarparks in Bayern gefragt sind, kamen die Gebote für Dachanlagen vor allem aus Ostdeutschland.

Erstmalig hat die Bundesnetzagentur eine Ausschreibung für Solaranlagen des „zweiten Segments“ durchgeführt, die vom Markt gut angenommen wurde. Bei diesem Ausschreibungsverfahren können Interessenten Gebote für Solaranlagen auf Gebäuden oder auf Lärmschutzwänden mit einer installierten Leistung von mehr als 300 Kilowatt abgeben. Die Ausschreibungsmodalitäten entsprechen weitgehend denen der Solarausschreibung auf Freiflächen („erstes Segment“). Ein entscheidender Unterschied findet sich allerdings bei dem Realisierungszeitraum, der zwölf anstatt 24 Monaten beträgt.

Dachanlagen: Ausschreibung deutlich überzeichnet

Bei einer ausgeschriebenen Menge von 150 MW wurden 168 Gebote mit einem Volumen von 213 MW eingereicht. Damit ergab sich eine deutliche Überzeichnung. Regional betrachtet verteilen sich die Zuschläge mehrheitlich auf Gebote in Sachsen-Anhalt (34 MW verteilt auf 21 Zuschläge), Brandenburg (30 MW auf 29 Zuschläge) und Niedersachsen (29 MW auf 22 Zuschläge).

Die Zuschlagswerte der erfolgreichen Gebote reichen von 5,35 ct/kWh bis 7,89 ct/kWh. Der mengengewichtete durchschnittliche Zuschlagswert liegt bei 6,88 ct/kWh.

Es mussten 15 Gebote aufgrund von Formfehlern vom Verfahren ausgeschlossen werden.

Solarparks: Bayerische Bieter erfolgreich

In der Solarausschreibung des ersten Segments können Bieter Gebote für Freiflächenanlagen größer 750 Kilowatt abgeben. Zum 1. Juni 2021 wurden 242 Gebote mit einem Umfang von 1.130 MW eingereicht. Die ausgeschriebene Menge von 510 MW war damit erneut sehr deutlich überzeichnet.

Insgesamt werden 95 Gebote für eine zu errichtende Solarleistung von 513 MW einen Zuschlag erhalten. Der größte Anteil des Volumens geht an Gebote für Standorte in Bayern (52 Zuschläge, 233 MW).

Nach Flächenkategorien betrachtet: 34 der erfolgreichen Gebote mit einem Umfang von 223 MW entfallen auf Acker- und Grünlandflächen, wobei auch die meisten Zuschläge an Gebote für Flächen in Bayern gehen (26 Zuschläge, 154 MW).

Die im Gebotspreisverfahren ermittelten Zuschlagswerte liegen zwischen 4,69 ct/kWh und 5,09 ct/kWh. Der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert liegt in dieser Runde bei 5,00 ct/kWh und damit leicht unter dem der Vorrunde von 5,03 ct/kWh.

Elf Gebote mussten aufgrund von Formfehlern vom Verfahren ausgeschlossen werden.

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