Vielseitige Solarparks

Kombinierte Flächennutzung: Landwirtschaft und Photovoltaik

Agri-PV, Biodiversitäts-Solarparks und weitere Möglichkeiten waren gestern Thema einer Gesprächsrunde der Stiftung Umweltenergierecht, bei der auch Kritik an Bioenergie geäußert wurde.

Die Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien ist auch eine Landnutzungswende. Denn für Wind-, Solar- und Bioenergie werden geeignete Flächen in erheblichem Umfang benötigt. Darum wird Fläche zurecht als die neue Währung der Energiewende bezeichnet. In einem dicht besiedelten Land wie Deutschland sind diese ein knappes Gut, um das verschiedene Nutzungsinteressen konkurrieren. Daher gibt es verschiedene Ansätze für die Mehrfachnutzung wie Agri-Photovoltaik oder Biotop-Solarparks.

Wo wir dabei heute stehen, wie die Praxis aussieht und welche Hürden und Hemmnisse die Politik auferlegt, zeigte ein Gespräch der Stiftung Umweltenergierecht gestern. Dabei diskutierten online fünf Experten zu dem Thema. Im Folgenden haben wir die wichtigsten Aussagen und Statements zusammengefasst.

Einheitliche Standards für Biotop-Solarparks

Dr. Elke Bruns, Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende: „Für den Ausbau der Photovoltaik sollten wir uns prioritär auf Dachflächen konzentrieren. Das Motto muss heißen: Gebäude first. Wir brauchen aber auch in erheblichen Umfang Freiflächenanlagen, um die Klimaziele zu erfüllen. Neben dem Klimaschutz sollten wir die Biodiversität im Blick haben. Eine gute Möglichkeit sind Solarparks kombiniert mit extensiver Landwirtschaft. In dem Zusammenhang begrüßen wir Agri-Photovoltaik oder Biotopsolarparks. Aber eine Artenvielfalt entsteht nicht per se unter den Modulen. Hier brauchen wir bundeseinheitliche Standards und Anforderungen für die Solarparks. Damit konventionelle Solarparks statistisch nicht als Siedlungs- und Verkehrsflächen zählen, sollten sie allerdings dann auch bestimmte Anforderungen, z.B. maximale Überdeckung und Lebensraumqualität, erfüllen.“

Rote-Liste-Arten unter Modulen

Jess Jessen, Geschäftsführer der Osterhof GmbH & Co. KG (Galmsbüll, Schleswig-Holstein): „Wir...


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