Energiewende

Solar toppt Wind

Während Photovoltaik im Aufwind ist, fällt die Windenergie an Land immer weiter zurück, zeigt eine Analyse von Energy Brainpool. Die Zahlen lassen aufhorchen.

Mit knapp 1800 Megawatt gab es in den ersten fünf Monaten des Jahres 2019 den stärksten Photovoltaikzubau seit mehr als fünf Jahren. Die Summe der installierten Leistung stand Ende Mai bei 47,7 GW.

Anders dagegen die Windenergie: Nachdem der Ausbau der Onshore-Anlagen schon in 2018 zurückging, wartete das erste Quartal 2019 mit dem niedrigsten Ausbau seit mehr als 20 Jahren auf. In diesem Zeitraum haben Onshore-Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von nur 206 MW ihren Betrieb aufgenommen. Diese Zahlen haben die unabhängigen Energiemarkt-Experten von Energy Brainpool ermittelt.

Seit Anfang 2019 wurden insbesondere Solaranlagen außerhalb der EEG-Ausschreibungen installiert. Anlagen mit weniger als 750 kW, die nicht an den Ausschreibungen teilnehmen müssen, machten über 90 Prozent aller Installationen bis Ende Mai aus.

Seit 2017 geht der Ausbau der Windenergie zurück, Solar holt dagegen wieder auf. (Bildquelle: Energy Brainpool)

Nur 71 neue Windenergieanlagen

Bei der Windenergie (onshore und offshore) sind im Zeitraum Januar bis Ende Mai bisher 71 Anlagen ans Netz gegangen. Zusätzlich zu den 206 MW bei den Onshore-Anlagen kamen in den ersten fünf Monaten diesen Jahres 33 neue Offshore-Anlagen mit einer Leistung von 210 MW ans Netz. Im gleichen Zeitraum gingen laut Fachagentur Wind in Land auch 52 MW vom Netz, was der Analyse nach zu einem Nettozubau von nur 154 MW bis Ende Mai 2019 geführt hat. Während die Neuinbetriebnahmen im Vergleichszeitraum in den vergangenen Jahren bei etwa 1200 MW lagen, liegt das Jahr 2019 um 80 bis 90 Prozent unter diesen Zahlen. Darüber hinaus stecken mehr als 10.000 MW an Windenergieleistung in den allgemeinen Genehmigungsverfahren fest. Dementsprechend erwarten die Verbände nur 2000 MW an Neuinstallationen in 2019. Dies entspricht dem niedrigsten Stand seit 2011.

Energy Brainpool mahnt, die Zahlen als Warnsignal zu sehen: Nach Einschätzung mehrerer Institute werde ein Zubau an PV-Anlagen von etwa 5 GW pro Jahr notwendig sein, um das 65 % Ziel für den Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch in 2030 zu erreichen. Auch für die Aufstockung der Windenergie müsse ein jährlicher Zubau von mindestens 4 GW erfolgen, insbesondere um den Rückbau alter Anlagen zu dämpfen. Ferner erforderten der geplante Kohleausstieg und die Ziele zur CO2-Reduktion einen verstärkten Zubau.

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Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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