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Windenergie

Stromproduktion der Windenergie wird unterschätzt

Eine neue Studie der Deutschen WindGuard hat untersucht, wie sich der technische Fortschritt bis 2030 auf die Windstromproduktion auswirkt. Fazit: Die Anlagen können deutlich mehr.

Lesezeit: 3 Minuten

Der technische Fortschritt macht Windenergieanlagen leistungsstärker und sorgt dafür, dass sie immer mehr Volllaststunden produzieren. Damit kann kontinuierlich mehr Strom erzeugt werden als die Bundesregierung bisher in ihren Szenarien annimmt. Das zeigt eine neue Studie der Deutschen WindGuard, die der Bundesverband WindEnergie (BWE) und der Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) in Auftrag gegeben hatten. „Viele Studien gehen heute von 1500 bis 2000 Volllaststunden pro Anlage und Jahr aus. Unsere Mitglieder berichten jedoch, dass die Stromproduktion heute schon deutlich höher ist“, erklärt Christian Mildenberger, Geschäftsführer des LEE NRW. Das hat auch Auswirkungen auf die Sektorkopplung: Die Bundesregierung geht von 70 % Importbedarf für „grünen“ Wasserstoff in der Zukunft aus. Wenn mehr Strom im Inland produziert wird, könnte aber auch die Wasserstoffproduktion hierzulande höher sein.

Mehr Leistung, weniger Anlagen

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Die Studie „Volllaststunden von Windenergieanlagen an Land – Entwicklung, Einflüsse, Auswirkungen“ beschreibt erstmals ausführlich die Auswirkungen von Fortschritten bei der Windenergietechnologie auf die tatsächlichen Erzeugungsmengen. Sie kann damit als Basis für weitere Berechnungen und Potenzialeinschätzungen dienen.

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass durch den Einsatz moderner Windenergieanlagen mit höheren Volllaststunden allein auf den bisher ausgewiesenen Flächen die Windstromerzeugung auf über 200 Terawatt Stunden (TWh) bis 2030 verdoppelt werden könnte. Gleichzeitig könnte die Anlagenzahl auf 18.000 bis 21.000 und damit um ein gutes Drittel gegenüber heute reduziert werden.

Verdopplung der Stromproduktion

Auf den heute bereits ausgewiesenen Flächen werden bis 2030 zahlreiche ältere Anlagen durch moderne ersetzt (Repowering). Es werden jedoch auch noch viele Altanlagen weiterhin in Betrieb sein. Die verbleibenden Bestandsanlagen könnten nach Berechnung von Windguard gemeinsam mit ca. 12.500 neuen, modernen Windanlagen 212 TWh Ertrag im Jahr 2030 erbringen. Würde die Flächenkulisse von heute 0,9 Prozent auf 2 Prozent der Landesfläche erweitert, so wären rund 500 TWh durch Wind im Binnenland zu erzeugen.

„Wir brauchen einen neuen Blick auf die Bestandsflächen und das Repowering. Heute ist in Deutschland nicht einmal ein Prozent der Fläche für Windenergie im Binnenland ausgewiesen. Doch schon damit könnten wir bis 2030 knapp 40 Prozent des Strombedarfs decken“, sagt BWE-Geschäftsführer Wolfram Axthelm, Würde dieser Flächenanteil auf nur 2 Prozent der Bundesfläche erhöht werden, so wären es nahezu 100 Prozent des Strombedarfs. „Die Windenergie ist für eine CO2-neutrale Zukunft unverzichtbar. Dafür braucht es eine kluge Flächenbereitstellung in allen Bundesländern.“

7 MW pro Anlage im Blick

Zu berücksichtigen ist zudem die fortlaufende technologische Entwicklung. Die Hersteller von Windrädern arbeiten derzeit an einer neuen Anlagenklasse mit über sieben Megawatt Leistung, die in drei bis fünf Jahren verfügbar sein wird. Nach Berechnungen des LEE NRW könnten 2040 sogar mit der gleichen Anzahl Windkraftanlagen wie heute über 700 TWh Strom im Binnenland produziert werden. Der zukünftig durch Elektromobilität, Wärmepumpen und die Produktion von grünem Wasserstoff steigende Strombedarf kann so in der Kombination von Onshore Wind, Offshore Wind, Solarstrom, Bioenergie, Wasserkraft und Geothermie komplett gedeckt werden.

Christian Mildenberger: „Es gibt keine Ökostromlücke. Es gibt heute nur eine Genehmigungslücke, die schnell überwunden werden muss, damit wir die Klima- und Energieziele erreichen.“

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