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ARD-Doku

Mindestanforderungen für Puten führen gesamten Sektor in den Untergang

Die deutschen Putenhalter sind sich einig: Sollte Agrarminister Özdemir die Verschärfung der Haltungsvorgaben durchsetzen, können die Betriebe und die vor- und nachgelagerten Bereiche zu machen.

Lesezeit: 3 Minuten

Mit seinen Eckpunkten für schärfere Mindestanforderungen an die Haltung von Puten will das Bundesagrarministerium per Gesetz mehr Tierwohl in dem Sektor durchsetzen. Unter anderem sollen die Tiere mehr Platz bekommen.

Bislang sind bei Putenhähnen 58 kg Lebendgewicht pro Quadratmeter üblich - auf Basis einer freiwilligen Selbstverpflichtung. Nun könnten es bald nur noch 40 kg pro Quadratmeter sein. Ein Putenhalter aus NRW berichtet in der neuen ARD-Doku "Die verborgene Welt der Turboputen“, dass er statt auf etwas über 1.200 Quadratmetern künftig nur noch 2.300 Tiere statt 3.200 mästen könnte.

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"Wir leben von der Putenmast. Und wenn das so kommt, was die Regierung fordert, dann glaube ich, dass das für unseren Betrieb das Aus bedeutet. Weil das Produkt dann nicht mehr auf dem Markt gefragt ist, weil es zu teuer wird", sagt er. Das Ende sogar der gesamten deutschen Putenhaltung befürchtet Wolfgang Schleicher, Geschäftsführer des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft.

Doku gibt Einblick in die Putenhaltung

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hingegen erklärt, dass die bisherigen Haltungsbedingungen mit einem hohen Risiko für das Auftreten von Erkrankungen, Verletzungen und Verhaltensstörungen für die Tiere verbunden sei. Dies könne bei betroffenen Tieren zu erheblichen Schmerzen, Leiden und Schäden führen.

Die Recherchen des SWR für die ARD-Doku erwecken ebenfalls diesen Anschein. So hätten 2022 rund 7 Mio. Puten unter schmerzhaften Veränderungen an der Brusthaut gelitten, weil sie sich im Maststall wundgelegen haben, heißt es in der Sendung. Etwa 1,2 Mio. Tiere hätten schwere Entzündungen an den Fußballen gehabt, weil die Einstreu durch Kot und Urin zu feucht war.

Zudem werde fast allen Putenküken die Schnabelspitze amputiert, obwohl dies eigentlich verboten ist, prangern die Autoren weiter an. Möglich mache dies eine Ausnahmeregelung, damit sich die Tiere nicht gegenseitig verletzen.

Besatzdichte allein ist nie ausschlaggebend

Zu Wort kommt auch Prof. Nicole Kemper von der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Sie hält verpflichtende gesetzliche Vorgaben für die Putenhaltung für sinnvoll. Die vom Ministerium anvisierte Besatzdichte von 40 bzw. 35 kg pro Quadratmeter (für Hähne/Hennen) sieht sie aber kritisch: "Die Besatzdichte allein ist nie ausschlaggebend. Für das Tierwohl kommen verschiedene Faktoren zusammen, wie zum Beispiel Beschäftigung, Gruppengröße, Genetik und Auslauf."

Sollte diese niedrige Besatzdichte umgesetzt werden, bestünde die Gefahr, dass viele deutsche Putenhalter aufhören und die Putenhaltung ins Ausland abwandere. Dann würde Deutschland Putenfleisch aus Ländern importieren, in denen die Vorgaben nicht so streng sind - und es bestünde kein Einfluss mehr auf die Umsetzung von Tierschutz, so Kemper.

Dieser Gefahr ist man sich auch im Bundeslandwirtschaftsministerium bewusst. Man habe schon mehrfach eine EU-weite Regelung gefordert, aber es sei nicht absehbar, wann solche Anforderungen auf EU-Ebene festgelegt werden, so eine Sprecherin des Ministeriums. Dem Ministerium sei bewusst, dass die Situation für die Geflügelbranche schwierig ist. Es werde angemessene Übergangsfristen geben. Da es sich um einen laufenden Arbeitsprozess handele, könne man aber zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Details nennen.

Hier können Sie sich die Doku in der Mediathek anschauen.

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