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Tierschutz-Selbstverpflichtung

KAT sieht zuviele Schlupflöcher beim Kükentöten-Verbot

Es gibt Legehennenhalter, die ihre Tiere im Ausland kaufen und so das Kükentöten-Verbot umgehen. Der Verein KAT dagegen wirbt für eine möglichst große Teilnahme an Haltern, die das anders sehen.

Lesezeit: 4 Minuten

Zwei Jahre ist nun schon das Verbot des Kükentötens in Kraft. Der Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (KAT) zieht eine positive Bilanz: Zwischen Januar 2022 und November 2023 seien 78 Mio. Hähne vor dem Töten bewahrt worden, heißt es.

Allerdings lasse die deutsche Gesetzgebung noch immer viel Raum für Schlupflöcher. So habe das Gesetz von Beginn an Lücken, da der Import von Legehennen aus dem Ausland, deren Brüder getötet wurden, nach wie vor erlaubt ist. Diese Hühner legen in Deutschland legal Eier, welche als deutsche Eier verkauft werden, beklagt der KAT.

Der Verein verhindere dies bei seinen eigenen Mitgliedern mit den internen Vorgaben. Diese würden von der Branche für die Branche erarbeitet und umgesetzt und gelten auch international für den gesamten Markt, unabhängig von Standort und Betriebsgröße. Die Regelungen bilden dabei nicht nur die strengen deutschen Tierschutzgesetze und Verordnungen ab, sondern gehen zum Teil deutlich darüber hinaus und sind für alle Teilnehmer bindend.

Der Anteil von KAT-Ware im stationären Handel soll bei etwa 90 % liegen. Aktuell seien 80 Mio. Hennenplätze dem KAT-System angeschlossen, circa 38 Mio. davon befinden sich in 12 Ländern des europäischen Auslands. Grund für den hohen internationalen Anteil sei der geringe Selbstversorgungsgrad an Eiern in Deutschland von 70 %, heißt es.

In-ovo-Geschlechtsbestimmung hat sich etabliert

Mit dem „In-ovo-Geschlechtsbestimmungsverfahren“ lässt sich frühzeitig vor dem Schlüpfen feststellen, ob im Ei ein weibliches oder männliches Küken heranwächst. Die männlichen Bruteier können so bereits vor dem Schlupf aussortiert werden.

Noch Anfang des Jahres 2022 lag die Alternative dazu – die Bruderhahnaufzucht – mit 70 % deutlich vor dem Selektionsverfahren. Mittlerweile haben sich die Zahlen gewandelt und die vorzeitige Erkennung im Ei dominiert mit circa 70 % Anteil die Ohne Kükentöten (OKT)-Verfahren, berichtet KAT weiter.

Für diese Entwicklung spielte auch die Entscheidung durch den Gesetzgeber eine entscheidende Rolle, den spätesten Zeitpunkt für eine Selektion vom 7. auf den 12. Bruttag auszuweiten. Somit hätten die Produktionsbetriebe die nötige Planungssicherheit und die Kapazitäten für die Selektion würden derzeit massiv erweitert, heißt es. KAT geht davon aus, dass die Selektion langfristig das dominierende OKT-Verfahren sein wird.

KAT-System als Selbstverpflichtung der gesamten Branche

Wer als Produzent das KAT-Siegel verwenden möchte, muss sich unabhängig von möglichen Unterschieden der jeweiligen nationalen oder föderalen Gesetze an die Vorgaben des Vereins halten, die EU-weit die vollumfängliche Übernahme des Kükentöten-Verbots wie auch spezielle Leitfäden für eine Bruderhahn-Aufzucht umfassen.

Eine Legehenne, die noch vor dem 31. Dezember 2021 geschlüpft ist, produzierte noch etwa 70 bis 90 Wochen lang KAT-Eier, für deren Produktion das männliche Pendant getötet wurde. Unabhängig von einer möglicherweise noch längeren Produktionszeit, darf ab dem 1. Januar 2024 nun nur noch KAT-zertifizierte Ware verkauft werden, die von Hennen stammt, deren Brüder nicht getötet wurden – ältere Herden verlieren automatisch den KAT-Status.

In den vergangenen zwei Jahren wurde deshalb innerhalb kürzester Zeit durch die KAT-Legehennenhalter der gesamte Herdenbestand ausgetauscht und auf Ohne Kükentöten umgestellt. „Die Kraftanstrengung zur OKT-Umstellung war für unsere Mitgliedsbetriebe nicht nur mit enormen finanziellen Investitionen in den Tierbestand, sondern auch mit deutlichen Anpassungen in der Logistik und im Management verbunden. Unsere Auswertungen zeigen aber sehr eindrucksvoll, dass die überwiegende, große Mehrheit der Betriebe die Umstellung gut bewältigt hat“, sagt Dietmar Tepe, Geschäftsführer des KAT.

„Durch die freiwillige, regelmäßige Zertifizierung leisten unsere Mitglieder einen bedeutenden Beitrag zum Tierschutz im In- und Ausland und sichern eine grenzüberschreitende Wettbewerbsgleichheit.“

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