FLI bestätigt

Neuer Geflügelpest-Subtyp H5N4 in SH nachgewiesen

Das FLI warnt weiter vor einer hohen Ausbreitungsgefahr der Geflügelpestviren H5. Nun ist erstmals der Subtyp H5N4 in Schleswig-Holstein bestätigt worden.

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat erstmals Geflügelpest des Subtyps H5N4 in Schleswig-Holstein nachgewiesen. Der Subtyp wurde bei einem Schwan und einer Möwe aus Heiligenhafen, Kreis Ostholstein, festgestellt.

Darüber hinaus wurden seit dem Jahreswechsel bei 70 weiteren Wildvögeln aus den Kreisen Dithmarschen, Nordfriesland, Ostholstein, Pinneberg, Rendsburg-Eckernförde, Schleswig-Flensburg, Steinburg sowie in der Hansestadt Lübeck das Geflügelpestvirus nachgewiesen.

Der neue Subtyp H5N4 wurde EU-weit bislang nur bei einzelnen Wildvögeln im Bodenseeraum in Baden-Württemberg und der Schweiz nachgewiesen. Der neue Subtyp H5N4 stellt damit aktuell neben H5N8, H5N5, H5N3 und H5N1 den fünften in Schleswig-Holstein nachgewiesenen Subtyp bei Wildvögeln dar.

Gefahr weiterhin hoch

In Schleswig-Holstein erfolgte in bislang sechs Geflügelhaltungen mit insgesamt rund 5.000 Stück ein Nachweis der Geflügelpest. Der letzte Fall ereignete sich Ende Dezember in Dithmarschen. Bundesweit sind bereits über 60 Haltungen betroffen, die Zahl steigt weiter an.

Mit rund 440 im aktuellen Geschehen bestätigten Fällen entfallen etwa 70 % aller Geflügelpestnachweise bei Wildvögeln in Deutschland auf Schleswig-Holstein. Nach den letzten Nachweisen bewertet das FLI das Risiko einer Virusausbreitung der Wildvogelpopulation und das eines Eintrags in Hausgeflügelhaltungen aktuell weiterhin als hoch.

Nachdem die Zahlen zu Beginn des Jahres langsam sanken, ist nun wieder ein Anstieg zu erkennen. Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan Philip Albrecht warnt: „Der Kampf gegen die Geflügelpest braucht einen langen Atem. Dass bislang nur wenige Ausbrüche in Geflügelhaltungen zu verzeichnen sind, haben wir insbesondere der Vorsicht und Gewissenhaftigkeit der Halter zu verdanken. Jetzt geht es darum, weiter durchzuhalten und die aktuellen Entwicklungen genau zu beobachten.“

Seit Beginn dieser Woche wird dabei ein erneuter Anstieg von positiven Befunden an West- und Ostküste sowie dem Binnenland im Landeslabor verzeichnet. So stehen derzeit über 20 seit Montag eingesendete Proben aus neun Kreisen und zwei kreisfreien Städten zur Bestätigung beim FLI aus.

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