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TU Darmstadt

Forscher stellen auch im Wald ein Insektensterben fest

Mit einer bisher umfangreichsten Studie zum Insektensterben in mitteleuropäischen Wäldern zeigen Forscher, dass Insekten nicht nur in der Agrarlandschaft rückläufig sind, sondern auch im Wald.

Lesezeit: 3 Minuten

Bislang hat die Wissenschaft in Wäldern vor allem Insekten untersucht, die als Schädlinge gelten. Zwischen 2008 und 2017 hatten Forscher der Technischen Universitäten Darmstadt und München dann erstmals die Entwicklung von 1.805 Insektenarten in deutschen Wäldern untersucht. Anders als vermutet, zeigte sich auch hier ein Rückgang vieler Arten.

Dies verwundert vor allem im Vergleich zu landwirtschaftlich geprägten Flächen, bei denen sich die Art der Landnutzung über die Zeit verändert und durch Faktoren wie wirksamere Pestizide, den Wegfall von Randstrukturen oder den vermehrten Anbau von Energiemais intensiviert hat.

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Störungen dieser Art spielen im Wald keine Rolle. Dennoch lässt sich ein deutlicher Artenrückgang nachweisen, schreibt die TU Darmstadt. Dabei waren größere und häufigere Arten besonders stark rückläufig. Während bei pflanzenfressenden Insekten etwas mehr Arten zu- als abnahmen, gingen bei allen anderen Ernährungstypen wie Räubern oder Totholz-Zersetzern deutlich mehr Arten zurück.

Vor allem in Nadelholzwäldern Rückgang bemerkt

Die neue Studie wurde im Nationalpark Hainich, im UNESCO Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und im UNESCO Biosphärenreservat Schwäbische Alb durchgeführt. Der Rückgang war stärker in Wäldern mit einem hohen Anteil an Nadelbäumen wie etwa Fichten und Kiefern, die in den Untersuchungsgebieten natürlicherweise nur selten vorkommen, sondern angepflanzt sind. In heimischen Buchenwäldern waren die Verluste dagegen geringer. Weiterhin waren in geschützten Wäldern ohne forstliche Nutzung die Rückgänge weniger stark als in intensiv bewirtschafteten Wäldern, so die Forscher in der Fachzeitschrift „Communications Biology“.

Nahrungsnetze drohen sich zu verschieben

„Über 60 % der untersuchten Insektenarten waren rückläufig“, sagt Dr. Michael Staab von der Arbeitsgruppe Ökologische Netzwerke des Fachbereichs Biologie der TU Darmstadt und Hauptautor der Studie. „Dies wird sehr wahrscheinlich Auswirkungen auf alle Organismen in unseren Wäldern haben, da sich Nahrungsnetze zu verschieben drohen.“

In Anbetracht des Klimawandels hält es Staab in Zukunft für notwendig zu untersuchen, wie sich die zunehmende Trockenheit und die damit einhergehende Veränderung der heimischen Wälder auf die Entwicklung von Insektenpopulationen auswirkt.

Und Prof. Nico Blüthgen, Leiter der Arbeitsgruppe Ökologische Netzwerke, ergänzt: „Unsere Wälder sind durch die Klimakrise gerade dabei, sich drastisch zu verändern. Wir versuchen derzeit zu verstehen, wie sich dies auf die Insektenpopulation auswirkt.“

Die Ergebnisse der jetzt im renommierten Fachmagazin „Communications Biology“ veröffentlichten Studie legen nahe, dass eine gezielte Bewirtschaftung, einschließlich der Förderung einer natürlicheren Baumartenzusammensetzung und eines reduzierten Holzeinschlags, dazu beitragen kann, das Insektensterben in unseren Wäldern abzuschwächen.

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