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Klimawandel: Rehe bekommen zwei Wochen eher ihre Kitze

Der Vegetationsbeginn hat sich in den letzten Jahrzehnten um 20 Tage und der Heuschnitt um 14 Tage nach vorn verschoben. Das könnte das Rehwild von den Ebenen in die Berge treiben.

Lesezeit: 3 Minuten

Klimatische Veränderungen haben in den vergangenen Jahren erheblichen Einfluss auf das Gebärverhalten von Rehen gehabt, schreibt die Bundesregierung auf eine Anfrage der AfD-Fraktion.

In den letzten 45 Jahren hätten sich der Vegetationsbeginn um 20 Tage und der Heuschnitt um 14 Tage nach vorn verschoben. Über alle Höhenlagen veränderten sich die Setztermine von Rehen allerdings bis zu siebenmal langsamer als die Vegetation. Optimale Bedingungen und Setztermine driften also auseinander.

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Es bestehe die Aussicht, dass das Rehwild in tieferen Lagen weniger werde, dafür aber Hügel- und Berglagen stärker besiedelt würden, weil dort die Vegetationsentwicklung später einsetze und „besser mit den Setzterminen übereinstimmt“, heißt es in der Antwort.

Rehe würden ihre Jungtiere heute um ein bis zwei Wochen früher als noch in den 1970er Jahren bekommen. Die gegenläufige Entwicklung der Setzzeit des Rehwildes zur Verfügbarkeit reichhaltiger Äsung werde derzeit nicht als problematisch eingeschätzt. Forschungsprojekte in bundeseigenen Instituten zu diesem Thema würden derzeit nicht durchgeführt, und es gebe auch keine Planungen dazu.

Keine Anpassungen geplant

Auch eine Verdichtung der Förderung für Drohnen zum Auffinden von Kitzen in Abhängigkeit von der Höhenlage sei nicht geplant, da der Bedarf an Drohnen v. a. von der zu befliegenden Grünlandfläche in der Region abhängt.

Rechtliche Änderungen bezüglich einer Änderung der Jagdzeiten beim Rehwild sind seitens der Bundesregierung derzeit ebenfalls nicht geplant. Beim Thema Wald-Wild könne es örtlich zu Interessenskonflikten zwischen Jägern und Waldbesitzenden bzw. Forstbediensteten kommen. Ein der naturnahen Waldbewirtschaftung möglichst angepasster Wildbestand liege in der gemeinsamen Verantwortung von Waldbesitzenden und Jagdausübungsberechtigten.

Hintergrund

Die AfD-Abgeordneten Peter Felser, Stephan Protschka und Frank Rinck hatten auf eine Studie der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in der Schweiz verwiesen, wonach die klimatischen Veränderungen der letzten Jahre großen Einfluss auf das Nahrungsangebot des Rehwildes in der Hauptsetzzeit von Mitte April bis Mitte Juli hätten.

Die Politiker befürchten, dass das Rehwild in tieferen Lagen weniger wird und Hügel- und Berglagen stärker besiedelt werden, weil dort die Vegetationsentwicklung später einsetzt und besser mit den Setzterminen übereinstimmt. Sie hatten die Bundesregierung gefragt, ob es auch für Deutschland Forschungen dazu gibt und ob die Bundesregierung eine Verlängerung des Bundesförderprogramms für Drohnen mit Wärmebildkamerasystem zur Rehkitzrettung 2023 über den 30. Juni 2023 hinaus plant.

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