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Ministerium warnt

Massenvermehrung von Borkenkäfern in Sachsen hält an

In Sachsen dürften dieses Jahr insgesamt 500.000 m3 Käferholz anfallen. Das wären zwar weniger als im Vorjahr, doch das Schadniveau bleibt um ein Vielfaches über dem Normal.

Lesezeit: 4 Minuten

Mit sinkenden Temperaturen und kürzeren Tagen gehen die Borkenkäfer zur Winterruhe über. Für die Forstleute in Sachsen bedeutet das indes keine Ruhepause: Durch den langanhaltend warmen Herbst konnten sich die meisten Käfer noch vollständig entwickeln.

Die Gefahr ist groß, dass sie den Winter unbeschadet überstehen und im kommenden Jahr neue Bäume befallen. Darum müssen auch im Herbst und Winter Borkenkäfer-Bäume gefällt und aus dem Wald entfernt werden, informiert das Dresdner Agrarministerium.

Denn: Die Borkenkäferzahlen in Sachsen sind weiterhin auf einem extrem hohen Niveau. Zwar gehen die Schadmengen im Freistaat voraussichtlich auch in diesem Jahr weiter zurück, ein Nachlassen bei den Gegenmaßnahmen könnte aber dramatische Folgen haben.

Sachsens Forstminister Wolfram Günther mahnt denn auch, dass wir immer noch in einer historischen, nie dagewesenen Borkenkäfer-Katastrophe stecken. "Ihr sind in den letzten Jahren immer größere Teile insbesondere der sächsischen Fichtenwälder zum Opfer gefallen. Dem begegnen wir nach wie vor mit schnellstmöglicher Fällung und Abtransport der befallenen Bäume aus dem Wald, damit der Borkenkäfer sich nicht weiter durch unsere Wälder fressen kann. Und wir betreiben mit Nachdruck den Waldumbau durch entschlossene Unterstützung aller Waldbesitzenden beim Waldumbau", so der Minister.

Witterung mit zwei Gesichtern

Im Jahr 2022 lagen die Schäden durch den Buchdrucker, der gefährlichsten Borkennkäferart, bei 850.000 Kubikmetern, 2019, zum Höhepunkt der Schäden, bei rund 2,2 Mio. Kubikmetern. In dieser Käfersaison werden Schäden bis 500.000 Kubikmetern erwartet, bis Ende September waren es 260.000 Kubikmeter. Das ist immer noch ein Vielfaches von dem, was in allen Jahren vor 2018 verzeichnet wurde.

Insgesamt wurden seit 2018 7 Mio. Kubikmeter Schadholz durch Borkenkäfer verursacht. Nach wie vor zeigt das Monitoring der Borkenkäfer auch in diesem Jahr eine hohe Aktivität: Auf fast allen Standorten wurde der kritische Schwellenwert für akuten Befall mindestens einmal in diesem Jahr überschritten, oft sogar mehrfach − ein eindeutiger Hinweis auf das erhebliche Gefahrenpotenzial für eine Ausweitung der Schäden.

Die Witterung während der Vegetationszeit hat für den Wald zwei Gesichter gezeigt: Einerseits fielen in den Sommermonaten überdurchschnittlich hohe Niederschlagsmengen. Das hat dem Wald geholfen. Andererseits waren der Mai und der September durch lange Trockenphasen geprägt. Hierdurch wurden die Bäume geschwächt.

Insgesamt liegt die Niederschlagsmenge in diesem Jahr nach den Messungen der Waldklimastationen von Sachsenforst auf dem Niveau des Mittels der letzten zehn Jahre.

Infolge der warmen Witterung ist es den Borkenkäfern gelungen, bis in die mittleren Berglagen hinein drei Generationen anzulegen, sich bis weit in den Oktober weiterzuentwickeln und somit stark zu vermehren. Da sich die Käferbruten bis weit in den Oktober weiterentwickeln konnten, besitzen sie gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Überwinterung.

Regional deutliche Unterschiede

Regionale Schwerpunkte der Schäden und Aktivitäten der Borkenkäfer in Sachsen sind in diesem Jahr erneut das Oberlausitzer Bergland, das Zittauer Gebirge und das Elbsandsteingebiet. Dennoch sind hier die Schadholzmengen im Vergleich zu den Vorjahren wegen der rapiden Abnahme der Fichtenfläche aber zurückgegangen.

Im Erzgebirgsraum hingegen liegen die Mengen teils deutlich über den Vorjahreswerten. Eine besonders starke Zunahme ist in diesem Jahr vor allem im Westerzgebirge und im Vogtland zu verzeichnen. Diesen Trend beobachten die Forstleute mit großer Sorge, weil das fichtenreiche und damit gefährdete Erzgebirge bislang vergleichsweise geringe Schäden aufweist.

Waldbesitzer müssen das Winterhalbjahr laut Günther nutzen, um die unter der Rinde überwinternden Käfer in ihren Wäldern ausfindig und unschädlich zu machen. Befallene Bäume müssen eingeschlagen und aus dem Wald transportiert werden. Dabei sei besonders darauf zu achten, dass Rinde mit darin überwinternden Käfern möglichst vollständig vernichtet wird.

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