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Baden-Württemberg

Schutz von Rindern gegen Wolfsriss: Baden-Württembergisches Umweltministerium erarbeitet Konzept

Das Umweltministerium in Baden-Württemberg stellt ein Konzept zum Schutz von Rinderherden vor. Dieses entstand unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband.

Lesezeit: 3 Minuten

Gemeinsam mit dem Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband (BLHV) hat das baden-württembergische Umweltministerium ein Konzept zum Schutz von Rinderherden vor Wolfsrissen erarbeitet. Die darin dargestellten Maßnahmen und ihre Kombinationen sollen insbesondere Jungrinder vor Übergriffen schützen. Das Konzept wurde nun vorgestellt. Das Land bietet dazu eine kostenlose und umfassende Beratung durch die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt BW (FVA). Zudem werden die Maßnahmen umfangreich finanziell durch das Land gefördert.

Rinderhalter sollen unterstützt werden

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„Die Rückkehr des Wolfes nach Baden-Württemberg stellt die Weidewirtschaft vor große Herausforderungen. Wir setzen auf einen wirksamen Herdenschutz als bestes Mittel, um die Biologische Vielfalt mit wirtschaftlichen Interessen in Einklang zu bringen“, erklärt Umweltministerin Thekla Walker. „Deshalb werden wir neben der Schaf- und Ziegenhaltung nun auch Betriebe mit Rindern verlässlich unterstützen. Das Konzept haben wir zusammen mit Praktikern und Experten entwickelt, um pragmatische Lösungen zu finden und eine hohe Akzeptanz zu erreichen.“

Begleitet wird das Konzept von einem Modellprojekt des BLHV, des Naturparks Südschwarzwald und ausgewählten Modell-Betrieben, um die Maßnahmen in der Praxis intensiv zu erproben und weiterzuentwickeln.

„Besonders Kälber und Jungrinder sind gefährdet und jeder Riss ist für eine betroffene Tierhalterfamilie eine große emotionale Belastung. Deshalb haben wir gemeinsam nach Lösungen gesucht, um Herdenschutz auch unter schwierigen topografischen Bedingungen zu realisieren“, erklärt BLHV-Präsident Bernhard Bolkart. „Bei der Umsetzung dieser Maßnahmen werden wir zugleich auch die Bedürfnisse von Erholungssuchenden und Touristen berücksichtigen. Dafür brauchen die Tierhalter Unterstützung. Zudem müssen diese Maßnahmen nach Erfahrungen aus der Praxis auch weiterentwickelt werden.“

Unterschiedliche Maßnahmen für Altersklassen

Das Herdenschutzkonzept besteht aus unterschiedlichen Maßnahmen für zwei Altersklassen. Für die Altersklasse 1 (Kälber bis einschließlich 8 Wochen) ist beispielsweise eine wolfsabweisende Umzäunung nötig. Für die Altersklasse 2 (alle Rinder ab 9 Wochen) etwa die Haltung in einem funktionierenden Herdenverbund und das Mitführen von Muttertieren oder wehrhaften Alttieren.

„Wichtig ist dabei: Es gibt nicht den einen „Standardschutz“ für alle. Die Betriebe können vielmehr unter verschiedenen Maßnahmenkombinationen diejenige auswählen, die am ehesten zu den örtlichen Gegebenheiten und zu ihrer Wirtschaftsweise passen. Besonders wichtig ist uns die damit verbundene rechtssichere Entnahme von Problemwölfen“, sagt Bolkart.

Überwindet ein Wolf nachweislich diese Schutzmaßnahmen mehrmals, muss dieser entnommen werden. Die Ministerin betont: „Um Nutztiere zu schützen, ist das Töten von Wildtieren wie dem Wolf immer nur das letzte Mittel. Aber uns ist zugleich klar, dass es eine Schwelle dessen gibt, was wir den Tierhaltenden zumuten können. Mit dem Herdenschutzkonzept bieten wir ihnen die bestmögliche pragmatische Unterstützung – und lassen sie auch nicht allein, sollte ein Wolf die zumutbaren Herdenschutzmaßnahmen mehrmals überwinden und Schäden verursachen.“

Weitere Informationen

Das Konzept zum Download finden Sie hier. Weiter Informationen finden Sie außerdem auf der Homepage des BLHV und der FVA.

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