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Waldprofi verrät Tricks

So spalten Sie starkes Holz mit der Axt möglichst kräfteschonend

Forstwirtschaftsmeister Anton Wilhelm hat uns gezeigt, wie man stärkeres Holz möglichst kräfteschonend spaltet. Das Überraschende: Der Forstprofi setzt vor allem auf stumpfes Werkzeug  …

Lesezeit: 5 Minuten

Klar, wer professionell Brennholz verarbeitet, hat einen hydraulischen Spalter. Doch manche Abschnitte sind einfach zu schwer bzw. zu groß für Spalter der Mittelklasse.

Mit der richtigen Taktik lassen sich diese Sortimente von Hand vorspalten. Wir wollten von unserem Experten, Forstwirtschaftsmeister Anton Wilhelm wissen, was dabei die beste Technik ist.

Je eher, desto besser

Wichtig ist zunächst der Zeitpunkt. Je frischer das Holz ist, desto besser lässt es sich spalten. Schwerer geht es, wenn die Anschnittflächen schon angetrocknet sind. Wenn Sie Stammholz verar­beiten, sollten Sie es erst direkt vor dem Spalten von Hand auf die gewünschte Länge bringen. Gespaltene Meterstücke lassen sich gut zum Trocknen aufstapeln und später mit einer Wippsäge kappen.

Von oben nach unten

Die meisten Hölzer lassen sich besser gegen die Wuchsrichtung, also von oben nach unten, spalten. Die Eselsbrücke „wie der Vogel schei…, das Holz am besten spleißt“, ist vielen bekannt. Nur Eichenabschnitte spaltet man einfacher in umgekehrter Richtung, also von unten nach oben.

Durch den Kern

Wichtig ist die richtige „Ansprache“ des Holzes. Das Spaltwerkzeug muss möglichst auf den Kernriss des Stammes treffen.

Dieser Riss verläuft durch das komplette Holz und hier trennen sich die Fasern leichter. Meist läuft er zudem am Astansatz vorbei.

Wie der Name vermuten lässt, liegt der Kernriss meist mittig im Stamm­abschnitt. Trockenrisse verlaufen dagegen vom Rand zur Mitte des Holzes. Sie sind ein weniger geeignetes Ziel für den Spalthammer, denn die Schneide klemmt sich hier schnell ein, ohne den gewünschten Effekt zu erreichen. Schlagrisse, also Risse, die beim Fällen durch das Aufschlagen des Stamms ­entstehen, laufen oft seitlich aus dem Holz. Auch sie eignen sich nur bedingt als Ziel.

Generell ist es sinnvoll – egal ob bei liegenden oder stehenden Abschnitten – mehrfach hintereinander auf dieselbe Stelle zu schlagen.

Besser im Liegen

Längere Abschnitte spalten Sie am besten im Liegen. Vorteil: Sie müssen das schwere Holz nicht aufrichten und der Hammer hat mehr Schwung, als wenn Sie die Anschnittfläche in einem Meter Höhe treffen. Kürzere Abschnitte stellt man sich dagegen besser hin.

Beim liegenden Spalten stehen Sie seitlich neben dem Stamm, nicht breitbeinig darüber. Rollen Sie sich den Abschnitt in die passende Position, sodass die Schneide des Spalthammers genau auf den Kernriss trifft und nicht im Winkel dazu. Mit einem kleinen Holzstück oder Steinchen können Sie auf festem Boden verhindern, dass der Stamm verrollt.

Oft merken Sie direkt, ob der Schlag „zieht“ oder Sie Ihre Taktik ändern müssen. Je nach Holz öffnet sich der Kernriss nach einigen gezielten Schlägen, er läuft bis zur Außenseite des Stamms, also ist an der Borke sichtbar. Die nächsten Hiebe setzen Sie dann von oben an. Jetzt stehen Sie nicht mehr seitlich neben dem Stamm, sondern stellen sich vor die Stirnfläche. Das schont ihre Schienbeine, wenn das Holz durchgespalten ist und die Teile zur Seite kippen.

Manchmal öffnet sich der Spalt zwar immer weiter, die beiden Stammteile trennen sich aber nicht endgültig. Anstatt immer tiefer in den Spalt zu ­schlagen, rollen Sie den Stamm besser auf die Gegenseite und setzen hier die nächsten Schläge an. So verhindern Sie, dass sich der Spalthammer festkeilt.

Jetzt gibts Keile!

Bei stärkerem Holz sollten Sie zusätzlich Keile zur Hand haben. Wir haben mit Spaltkeilen aus Alu und einem gedrehten aus Stahl gearbeitet. Bei beiden Keilen empfiehlt Anton Wilhelm einen schweren Poly-Hammer. Niemals mit einem Stahlhammer auf einen Stahlkeil schlagen – Splittergefahr!

Meist ist es sinnvoll, den Keil früh zu nutzen. An der Stirnfläche setzt man ihn am besten im oberen Drittel an. Es ist einfacher, die Schneide des Keils schräg zur Oberfläche anzusetzen. Denn dann bündelt sich die Kraft auf einer Seite und die Ecke bzw. Kante des Keils dringt einfacher ins Holz ein.

So hält der Keil letztlich besser im Stamm. Auch der Einsatz von zwei ­Keilen im Duett hilft bei widerspens­tigen Hölzern. Hier können Sie abwechselnd von der Stirnfläche und von oben arbeiten.

Und das Werkzeug?

Bisher stand für uns fest: Zum leichten Spalten muss das Werkzeug möglichst scharf sein. Die Erklärung dafür liegt auf der Hand, denn der Spalthammer kann leichter ins Holz eindringen und seine Arbeit tun.

Doch für Anton Wilhelms Werkzeuge gilt eher: Stumpf ist Trumpf. Seine Spaltwerkzeuge sind nicht extra geschärft.

Seine Erklärung liefert der Experte direkt mit: Der Spalthammer soll die Holzfasern nicht schneiden, sondern trennen. Zu scharfe, schlanke Werkzeuge neigen eher dazu, im Holz stecken zu bleiben.

Wichtig ist nach Erfahrungen des Forstprofis auch die richtige Stiellänge. Der Stiel ist passend, wenn er in etwa die Schritthöhe seines Nutzers erreicht.

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