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100.000 ausgemähte Kitze frei erfunden

Kritiker behaupten jedes Jahr zur Grassaison aufs Neue, dass die Bauern 100.000 Rehkitze auf deutschen Wiesen ausmähen würden. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat sich nun auf Spurensuche begeben, welche Statistik dahinter liegt und kommt zu dem Ergebnis, dass die Zahl frei erfunden ist.

Lesezeit: 3 Minuten

Kritiker behaupten jedes Jahr zur Grassaison aufs Neue, dass die Bauern 100.000 Rehkitze auf deutschen Wiesen ausmähen würden. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat sich nun auf Spurensuche begeben, welche Statistik dahinter liegt und kommt zu dem Ergebnis, dass die Zahl frei erfunden ist.


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Anscheinend soll sie die Deutsche Wildtier Stiftung vor Jahren erstmals in Umlauf gebracht haben. Dort wisse man aber auch selbst nicht mehr, wie die Hunderttausend entstand, berichtet die FAZ weiter. Die Stiftung räume ein, dass 100.000 tote Rehkitze ein viel zu hoher Wert sei. Die Hälfte sei wohl wahrscheinlicher, wenn überhaupt.

Die Zeitung kritisiert, dass sich niemand die Mühe gemacht habe, den Wert zu überprüfen, selbst die angegriffenen Bauern nicht. Stattdessen hätten Unternehmen, Verbände und auch Ministerien die Zahl übernommen; das Agrarministerium habe sogar ein Projekt zur Wildtierrettung mit 2,45 Millionen Euro gefördert.


Auch im Bundestag sei die Zahl schon zu hören gewesen. Die FAZ dazu: „Die vollkommen überzogene Zahl mag dazu beigetragen haben, dass sich um die Rehkitze verstärkt gekümmert wurde. Dennoch ist erstaunlich, dass die Zahl nie in Frage gestellt worden ist.“


Stiftung kontert: "Zahl nicht frei erfunden!"


Die Wildtier Stiftung hat unterdessen auf den FAZ-Artikel reagiert und teilt mit, die Zahl von „100.000 totgemähten Rehen“ sei nicht frei erfunden, sondern nach statistischen Kriterien berechnet. Da Landwirte sich nicht selbst anzeigten, wenn sie ein Rehkitz ausgemäht haben, gebe es natürlich keine gesicherten Zahlen über den tatsächlichen Verlust von Rehkitzen bei der Grünlandmahd im Frühjahr. Also sei man auf Hochrechnungen angewiesen.


In Mecklenburg Vorpommern wurden in diesem Frühjahr nach Informationen der Naturschützer auf 500 Hektar 40 Rehkitze per Oktokopter gefunden und vor dem Mähtod gerettet. Das bedeute, dass acht Rehkitze auf 100 Hektar vom Mähtod bedroht gewesen seien, so die Stiftung weiter.


Die Deutsche Wildtier Stiftung geht im Durchschnitt von einer konservativeren Zahl aus: Sie liegt bei vier Rehkitzen auf 100 Hektar Grünland. In Deutschland käme man nach dieser Berechnung auf 92.000 Kitze, die vom Mähtod auf rund 2,3 Millionen Hektar Fläche betroffen seien. Die Flächengröße ergibt sich laut Pressesprecherin Eva Goris aus dem per Schnittnutzung bewirtschafteten Dauergrünland in Deutschland zuzüglich der für den Grünfutteranbau genutzten Ackerflächen.


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Deutsche Wildtier Stiftung


Die Deutsche Wildtier Stiftung wurde vom Hamburger Unternehmer Haymo G. Rethwisch (1938 – 2014) gegründet. Zuvor trug sie den Namen „WILDTIERLAND gemeinnützige Gesellschaft für ökologische Landschaftskultur und -forschung mbH“, 1992 folgte die „boco-Stiftung“, benannt nach dem Unternehmen des Stifters, der „boco GmbH & Co. KG“.


Mitte der 1990er Jahre erwarb die Familie Rethwisch das Gut Klepelshagen in Vorpommern und damit weitere 2.000 Hektar land- und forstwirtschaftlicher Fläche. Die bereits vorhandenen 130 ha Land im niedersächsischen Fintel wurden zu Stiftungseigentum umgewandelt. Die Stiftung erhielt ihren heutigen Namen: Deutsche Wildtier Stiftung. 2009 übertrug Haymo G. Rethwisch den Gutsbetrieb Klepelshagen an die Stiftung. Zusätzlich hat die Deutsche Wildtier Stiftung für rund 1.200 Hektar Wälder, Feuchtgebiete und Wiesen Verantwortung übernommen.

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