Eco-Schemes

Agrarreform: Wie geht es weiter?

Womöglich müssen künftig 20 bis 30 % der Prämien in Eco-Schemes fließen. Doch Deutschland muss noch mehr tun. Wir zeigen, wo die EU mit ihrer Agrarreform steht und was das für Sie bedeutet.

Die EU macht ernst mit der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP): Anfang November starteten EU-Kommission, Rat und Parlament den sog. Trilog, um bis zum Frühling 2021 eine Einigung zu finden. Die Kommission hat im Juni 2018, Rat und Parlament im Oktober 2020 ihre Positionen veröffentlicht, zwischen denen sie nun einen Kompromiss suchen.

Klar ist schon: Einen Teil der Direktzahlungen, die sog. Eco-Schemes, bekommt nur, wer nicht nur Cross Compliance und Greening-Regeln (künftig „Konditionalität“) einhält, sondern wei­­tere Umweltleistungen erbringt. Die Länder müssen Eco-Schemes neben der Basisprämie anbieten, die Landwirte nehmen freiwillig teil.

Der Rat schlägt einen verpflichtenden Mindestanteil für Eco-Schemes an der 1. Säule von 20 % vor, das Parlament 30 % und mind. 60 % für die Basisprämie. Je höher der Eco-Schemes-Anteil, desto niedriger die Basisprämie. Agrarumwelt- und -klimamaßnahmen (AUKM) sollen mind. 30 bis 35 % an der 2. Säule ausmachen.

Spannend wird es vor allem bei folgenden Punkten

Degression: Eine Degression würde drastische Kürzungen für große Betriebe bringen. Die Kommission fordert das verpflichtend ab 60.000 €. Schluss soll bei 100.000 € pro Betrieb sein. Das Parlament will, dass die Länder statt der Degression auch mind. 12 % der Direktzahlungen für die Umverteilungsprämie nutzen können. Der Rat will die Degression nur als freiwillige Option.

Nichtproduktive Fläche: Landwirte müssen bisher 5 % der Ackerfläche für ökologische Vorrangflächen vorhalten. Ab 2023 will der Rat, dass Landwirte zum Erhalt der Basisprämie auf 5 % der Ackerfläche „nichtproduktive“ Flächen anlegen, wozu auch Leguminosen und Zwischenfrüchte zählen sollen....


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Diskussionen zum Artikel

von Hermann Kamm

weck mit den Prämien schmarn,

das ist die einfachste Art und weise Landwirtschaft zu betreiben.

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weck mit den Prämien schmarn,

das ist die einfachste Art und weise Landwirtschaft zu betreiben.

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und DE-Minis können und werden auch Berater und andere Förderungsträger erhalten. Wie viel kommt da noch auf den Betrieben an. Das wird sehr unterschiedlich sein, schon aus arbeitszeittechnischen Gründen.

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und

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Da spielen die sich selber die Pöstchen zu...... Bestes Beispiel der niedersächsische Weg noch mehrcAuflahen, Berater und Kontrolleure. Zahlen werden wir das !!

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