Bewahren durch Verändern

BBV-Kreisobmänner diskutieren über Zukunft von Verband und Landwirtschaft

Mit einer "Rolle vorwärts" arbeitet der BBV an der Weiterentwicklung des Verbandes. Die Mitglieder wünschen sich einen gestaltenden Bauernverband, der nicht nur den Status quo verteidigt.

Am 29. Oktober haben sich die Kreisobmänner des Bayerischen Bauernverbandes und deren Stellvertreter in Essenbach bei Landshut getroffen. Bauernpräsident Walter Heidl informierte auch über erste Ergebnisse der BBV-Mitgliederbefragung.

Von Juli bis September 2021 konnten alle BBV-Mitglieder mitmachen. Insgesamt haben sich bis zum Ende der Befragung 3761 Teilnehmer den Fragebogen ausgefüllt. „Wir arbeiten an der Weiterentwicklung des Verbandes und wollten genau wissen, was die BBV-Mitglieder beschäftigt und was sie sich wünschen“, sagte Heidl vor den rund 95 Teilnehmern. „Ein Ergebnis ist, dass sich die Mitglieder einen gestaltenden Bauernverband wünschen, der nicht nur den Status quo verteidigt, sondern auch aktiv an Weiterentwicklungen und Veränderungen mitarbeitet.“

Zukunftsprojekt „Rolle vorwärts“

Landesbäuerin Anneliese Göller warb für ein Miteinander auf Augenhöhe und gemeinsames Anpacken von Männern und Frauen: „Lasst uns unseren Bauernverband für und mit den jungen Leuten gestalten!“ Damit das gelingt, haben die Kreisobmänner bei der Tagung Ideen und Vorschläge gesammelt, um die Verbandsarbeit sowie die Zusammenarbeit zwischen Mitgliedern, Ehrenamtlichen und Mitarbeitern weiter zu verbessern. Diese fließen ins Zukunftsprojekt „Rolle vorwärts“ ein.

Agrardieselabschaffung wäre "abenteuerlich"

Außerdem machte Heidl deutlich, dass es nach der Bundestagswahl nun darum gehe, die Gespräche für die geplante Ampel-Koalition konstruktiv zu begleiten. „Wir müssen jetzt das Gespräch mit den Politikern sowie den Parteien suchen. Wir haben die Strukturen dazu!“

Die Forderung des Umweltbundesamtes (UBA) nach einer Abschaffung der Vergünstigungen bei Agrardiesel und Kfz-Steuer kritisierte Heidl als „abenteuerlich“. In der aktuellen Diskussion um eine Herkunftskennzeichnung für Lebensmittel warb Heidl für die Arbeit an einem tragfähigen Konzept für alle Betriebe und landwirtschaftlichen Produkte: „Es geht nicht um das Ob, sondern um das Wie. Wir wollen gemeinsam einen Weg finden!“

Zudem stellte sich Dr. Christian Barth, Amtschef im Bayerischen Umweltministerium der Diskussion. Zentrale Themen waren immer neue Auflagen beim Tierschutz, Kälbertransporte, Klimaschutz, Flächenverbrauch, rote und gelbe Gebiete bei der Düngeverordnung, die Afrikanische Schweinepest sowie der Wolf.


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